Betriebliche Altersversorgung
Raus aus der Niedrigzinsfalle

  • 0

Der Trend geht zu weniger Garantien

Andere Anbieter suchen einen neuen Mix aus reduzierter Garantie und höheren Renditechancen: „Am Markt gibt es bisher keine Modelle, Risiken auszulagern und attraktive Renditen sicherzustellen“, sagt Matthias Edelmann, Vorstand beim Beratungshaus Lurse. Zusammen mit dem Versicherer Generali und dem Fondsanbieter Fidelity hat Lurse ein Modell entwickelt, das langfristig höhere Renditen als reine Versicherungsprodukte verspricht. Ihr Ziel: Drei bis vier Prozent Rendite pro Jahr.

Kern des Produkts ist eine Teil-Rückdeckung von BAV-Beiträgen über Generali. Der Arbeitgeber kann zwischen zwischen zehn und achtzig Prozent Rückdeckung wählen. Michael Stille, Vorstand bei der Generali Lebensversicherung, hält fünfzig Prozent für „eine realistische Quote“. Generali garantiert dem Arbeitnehmer den gewählten Teil.

Der Rest des Beitrags fließt in einen Fonds, den Fidelity nach Restlaufzeit flexibel in Aktien, Anleihen und Geldmarktprodukte investiert. Je länger der Anlagezeitraum, desto höher der Aktienanteil. Bei einer Laufzeit von 25 Jahren investiert der Fonds ausschließlich in internationale Aktien. Ab 21 Jahren vor Rentenbeginn starte die sukzessive Umschichtung in Anleihen, erklärt Christof Quiring, Leiter Pensionslösungen bei Fidelity. Kurz vor Rentenbeginn fließt zur Stabilisierung des Kapital ein Teil Geldmarktprodukte. Die Wahrscheinlichkeit für eine positive Rendite liege längerfristig bei mindestens 99 Prozent, meint Quiring. Die Kosten betragen vier Prozent, das sei ein in der BAV gängiger Satz. Das Produkt soll vor allem mittelständischen Firmen angeboten werden.

Das Konzept geht nach Aussage der Anbieter konform mit dem Betriebsrentengesetz, das keine Wertgleichheit zwischen Beitrag und Garantie vorschreibe. Bestärkt sehen sie sich von einem Bundesarbeitsgerichtsurteil vom Herbst, nach dem eine Beitragszusage in der betrieblichen Altersversorgung niedriger sein dürfe als der eingezahlte Betrag. Drei Gutachten bestätigen nach Aussage von Lurse-Vorstand Edelmann das Konzept.

Berater finden den Ansatz interessant. Allerdings sei abzuwarten, ob das Finanzamt eine Teil-Garantie akzeptiere oder Firmen nur einen Teil der gezahlten Beiträge steuerlich geltend machen könnten, sagt ein Experte. Edelmann meint, dass die Renten-Anwartschaften nach einigen Jahren höher als die Rückdeckung seien, was der Fiskus anerkennen dürfte. Der Praxistest steht allerdings noch aus.

Seite 1:

Raus aus der Niedrigzinsfalle

Seite 2:

Der Trend geht zu weniger Garantien

Kommentare zu " Betriebliche Altersversorgung: Raus aus der Niedrigzinsfalle "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%