Betriebliche Altersvorsorge gewinnt an Attraktivität
Mehr netto mit der bAV

Mit dem seit Januar 2005 geltenden Alterseinkünftegesetz sind bislang die wenigsten Bundesbürger vertraut. Einer bundesweit repräsentativen Studie der Postbank zufolge haben beispielsweise 58 Prozent der Deutschen von verstärkten Steuervorteilen für private Altersvorsorgemaßnahmen noch nie gehört. Demgegenüber ist der Wegfall des Steuerprivilegs für Lebensversicherungen aber gleich 78 Prozent bekannt.

HB DÜSSELDORF. Diese verzerrte Wahrnehmung des neuen Systems, das neben verschlechterten eben auch verbesserte steuerliche Bedingungen bringt, zeigt sich auch bei Alternativen zu den bislang so beliebten Vermögenswirksamen Leistungen (VL) in vielen Betrieben. Kaum jemand weiß, dass hierauf die vollen Steuern und Sozialabgaben fällig werden. Anders als etwa bei Leistungen in Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Bei monatlich 40 Euro VL zum Beispiel fließen diese dem Arbeitnehmer zwar im Sparvertrag zu. Bei der Berechnung des Nettoeinkommens sinkt dieses aber selbst bei Durchschnittsverdienern schnell um rund die Hälfte, also um etwa 20 Euro.

Es gibt allerdings eine Möglichkeit, dies zu optimieren. Harald Huhn, Leiter betriebliche Altersversorgung beim Heidelberger Finanzdienstleister MLP, erklärt das Modell so: Betrieb und Arbeitnehmer einigen sich darauf, dass der Arbeitgeber statt 40 Euro VL diesen Betrag per Gehaltsumwandlung in eine bAV einzahlt. Das Ergebnis: Der Betrag bleibt steuer- und bis 2008 auch sozialabgabefrei.

bAV lohnt sich für alle

Mehr noch: Weil das Nettoeinkommen des Arbeitnehmers nicht belastet wird, kann er sogar weitere 40 Euro seines Gehalts für die betriebliche Altersvorsorge aufwenden, denn auch dieser Teil des Gehalts bleibt steuer- und sozialabgabefrei, der Nettoaufwand beträgt wiederum etwa 50 Prozent. Das Resultat: Bei gleicher monatlicher Nettoauszahlung wie bei einer traditionellen Zahlung von Vermögenswirksamen Leistungen legt der Arbeitnehmer statt 40 Euro in einem VL-Vertrag nunmehr 80 Euro für seine Altersversorgung in der bAV an (siehe Beispielrechnung). Der Arbeitgeber spart dabei ebenfalls: Nämlich Lohnnebenkosten in Form ersparter Sozialabgaben bis mindestens zum Jahr 2008. Zudem ist die Ausdehnung dieses Vorteils über das Jahr 2008 hinaus, so der Regierungsberater Professor Bert Rürup, "in absehbarer Zeit nicht unwahrscheinlich".

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