Betrug beim Onlinebanking
Ist künftig nur noch der Fingerabdruck sicher?

Betrüger haben Onlinebanking-Konten von Telekom-Kunden gehackt – und mehr als eine Million Euro erbeutet. Dabei werden die Kriminellen immer cleverer. Doch es gibt Methoden, die sicherer sind als Tan-Nummern.

MünchenDutzende Kunden mit Mobilfunkverträgen bei der Deutschen Telekom sind in den vergangenen Wochen einem Bericht zufolge Opfer einer Betrugsserie beim Onlinebanking geworden. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Mittwoch berichtete, hoben die Täter meist fünfstellige Beträge von den Konten ab. Insgesamt belaufe sich der Schaden auf mehr als eine Million Euro. Betroffen ist dem Bericht zufolge das Onlinebanking-Verfahren mit mobilen Transaktionsnummern, sogenannten mTAN. Der Bonner Konzern bestätigte am Mittwoch den Medienbericht.

Die Betrugsmasche nutzt das Verfahren mit Handy-Transaktionsnummern (mTAN): Wer eine Überweisung am Computer ausführen will, bekommt eine mTAN auf sein Handy geschickt. Das Verfahren ist in Deutschland weit verbreitet und gilt als sicher, da zwei voneinander unabhängige Systeme nötig sind – Computer und Handy. Bereits 2013 und 2014 gab es der „SZ“ zufolge Betrugsserien mit dem System, doch die Mobilfunkanbieter und Banken bekamen es in den Griff.

Damals gelangten Betrüger an Handy-Daten, gaben sich dann bei den Mobilfunkgesellschaften als Kunden aus und beantragten eine neue Sim-Karte. Damit wiederum fingen die Täter SMS mit der Tan ab und konnten dann Zahlungen im Onlinebanking zu eigenen Gunsten auslösen. Die Telekom aber auch der Konkurrent Telefónica wurden damals getäuscht und reagierten mit einer Verschärfung der Kundenauthentifizierung. Seither muss der Kunde auch ein Passwort angeben, wenn er eine neue Sim-Karte bestellt.

„Die Täter haben ihre Methoden zum Betrug mit mTAN weiter verfeinert“, zitierte die Zeitung eine Sprecherin der Telekom. Der Angriff auf die Telekom-Kunden erfolgte dem Bericht zufolge in zwei Schritten: Zunächst hackten sich die Betrüger mit einer Spähsoftware in die Computer der Kunden und spähten den Zugang zum Onlinebanking-Konto aus. Gleichzeitig beschafften sie sich die Mobilfunknummer der Kunden.

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