Buchkritik Geld macht doch glücklich!

In seiner Sendung macht Günther Jauch Millionäre. Doch was löst ein Geldgewinn bei Menschen aus? In seinem neuen Buch ist Psychologe Jörg Zeyringer der Wirkung des Geldes auf der Spur. Leser müssen allerdings mitdenken.
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Günther Jauch macht Millionäre. Welche Wirkung entfaltet Geld auf Menschen? Quelle: dpa

Günther Jauch macht Millionäre. Welche Wirkung entfaltet Geld auf Menschen?

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DüsseldorfDer ein oder andere mag sich noch an Meike Winnemuth erinnern. Vor vier Jahren schaffte es die freie Journalistin auf den Stuhl bei Günther Jauchs „Wer wird Millionär?“, beantwortete 14 Fragen richtig – und verließ das Studio 500.000 Euro reicher.

Bevor sie in die Sendung kam, hatte Winnemuth in einem Selbstversuch ein Jahr lang das gleiche Kleid getragen. Sie schrieb darüber, wie es sich persönlich anfühlte, jeden Tag zu verzichten. Besonders wohl fühlte sie sich in dieser Zeit nicht. Ganz anders im Anschluss an den Geldgewinn: Der Verzicht war vorbei, Winnemuth ein Jahr lang auf Weltreise. Sie war losgezogen, ihren Traum zu leben. Die Möglichkeit, nun alles tun zu können, was sie wolle, mache sie glücklich, schrieb die die Journalistin.

Es ist das Beispiel von Meike Winnemuth, das der Motivationspsychologe Jörg Zeyringer des Öfteren bemüht, wenn er in seinem neuen Buch über die Wirkung von Geld schreibt. Dabei ist „bemühen“ ein treffendes Verb – denn so viel vorweg: Das Buch überzeugt nicht gerade durch einen stringenten Aufbau. Die Fragen: „Motiviert Geld?“, „Macht Geld glücklich?“, „Nützt Geld?“ sind zweifellos interessant. Doch wer die Zusammenhänge im Buch verstehen will, braucht eine gewisse Ausdauer. Der Leser muss willens sein, selbst mitzudenken – und das impliziert: zurückblättern, innehalten, vergleichen.

Ein Beispiel: Die Geschichte von Meike Winnemuth ist Ausgangspunkt für den Autor, um zu zeigen, dass Geld glücklich macht. Als Begründung liefert der Psychologe zunächst eine intuitive Theorie: Geld, eröffnet seinem Besitzer Möglichkeiten, allerdings nicht in einem linearen Verhältnis, sondern exponentiell. Während ein 100-Euro-Schein rational betrachtet einfach ein Hunderter sei, bedeute er emotional weit mehr. Denn: „Die Möglichkeiten, die sich durch den Besitz des Scheins ergeben, vervielfachen sich.“

Das „Paradoxon des emotionalen Geldwerts“ liest sich gut – allerdings führt Zeyringer es nicht im Kapitel über Meike Winnemuth ein, sondern weiter vorne, in anderem Zusammenhang. Da geht es separat um die Frage, ob der Mensch in Bezug auf Geld rational handelt, ob es den von der Wirtschaftstheorie oft unterstellten „Homo oeconomicus“ wirklich gibt. Bei Meike Winnemuth angekommen, wird der Leser also das erste Mal zurückblättern, sich ein zweites Mal mit dem Homo oeconomicus auseinandersetzen – um sich dann wieder dem Zusammenhang zwischen Geld und Glück zu widmen.   

Nach dem Kapitel weiß er: Die emotionale Komponente des Geldes entfaltet bei Menschen ein Glücksgefühl. Was er noch nicht weiß ist, wie dieses Glückgefühl zustande kommt. Wieso macht es uns glücklich, wenn wir viele Möglichkeiten haben? Man könnte ja auch davon ausgehen, dass zu viele Optionen – im Gegenteil – unglücklich machen, Stress verursachen. Eine wissenschaftliche Antwort darauf liefert Zeyringer – allerdings erst gute 70 Seiten später.

Geld schafft Macht
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6 Kommentare zu "Buchkritik: Geld macht doch glücklich!"

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  • Geld gibt dem Besitzer stets die Freiheit, mit den EUROS etwas Sinnvolles anzustellen, dann tritt auch unweigerlich ein Glücksgefühl ein.

    Der Philantrop kann die Künste fördern, der sozial eingestellte Mensch kann z.B. Obdachlose unterstützen und der Arbeitsuchende 55+, den kein Personalbüro mehr nehmen will, kann sich ohne Not in der Selbständigkeit verwirklichen; stets wird auch ein Glücksgefühl resultieren.

    Nur diejenigen Lotterie-Gewinner, die glauben, übertreiben zu müssen (Lotto-Lothar kaufte sich erst einmal einen Lamborghini, dabei hatte er gar keinen Führerschein), werden letztendlich immer scheitern, da viele Neider den jetzt reichen "Freund" belästigen werden.

    Es soll aber (wie letztlich erst geschehen) auch sogar Banken geben, die dem unbedarften Neureichen die Produkte aufschwatzen, welche die meiste Provision abwerfen, aber in keinster Weise dem Neukunden dienlich sind.

  • Hihi, Trolle unter sich. Machts Spaß? Wie niedlich.

  • Geld ist nur ein Medium, welches hilft die Stärken oder meistens die Schwächen des kleinen menschlichen Egos ans Tageslicht zu bringen.
    Mir persönlich gibt Geld einfach mehr Freiheit....

  • yappy

    Und so hat jeder, was er will. Wir haben das Geld, die (finazielle-) Freiheit und etwas Einfluss und die Habe-nixe fühlen sich gerecht, gut und ehrlich.

  • Klar macht Geld glücklich, denn es gibt Freiheit und Unabhängigkeit.

    Das dies nicht so sein soll, wir den Habenichtsen erzählt, damit die nicht rebellieren.

  • Geld ist ehrlich es ist die ENRGIE dieser Welt.

    Wer damit wirklich Probleme hat, hat mit seinem Leben auch IMMER Probleme. Wer es richtig nutzt, dem gibt Geld Freiheit, das zu machen, was er will und was er (materiell) erreichen will.

    D

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