Buchkritik
Geld macht doch glücklich!

  • 6

Geld schafft Macht

Im Kapitel „Motivation aus neurologischer Sicht“ (ab Seite 144) erklärt der Psychologe, dass bereits die reine Vorstellung, Geld zu erhalten, das menschliche Belohnungszentrum aktiviert. Der Botenstoff Dopamin wird ausgeschüttet, der den Menschen antreibt (motiviert), etwas Bestimmtes zu wollen. Dabei empfindet der Mensch Geld als Mittel zum Zweck, um übergeordnete Ziele, wie Einfluss, Prestige – und letztlich Macht – zu erlangen.

Dass das Streben nach Macht eine der drei Basis-Motivationsquellen des menschlichen Handelns ist, hat der Leser wiederum in separater Betrachtung einige Kapitel vorher (ab Seite 94) gelernt. Die Theorie der beiden amerikanischen Motivationsforscher Atkinson und McClelland kennt neben dem Wunsch nach Macht, den Wunsch nach Leistung (als Selbstbestätigung) und den Wunsch nach Bindung (als Sicherheit). Doch welches Streben überwiegt?

Das klärt sich wiederum erst später (ab Seite 116). Anhand der Geschichte eines jungen Kroaten, der dem Kriegsdienst entkommen will, zeigt Zeyringer, dass sich das Streben nach Selbstbestimmtheit (und damit Macht) gegenüber dem Streben nach Heimat, Familie (und damit Sicherheit) durchsetzen kann.

Der Leser erfährt, dass der Wunsch nach Geld das Motivationszentrum im Gehirn eher anregt als andere Motive und dass die Fantasie, über Geld Selbstbestimmtheit zu erlangen, jedes Mal das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert. Es sind interessante Rückschlüsse, die der Leser jedoch erst dann einzuordnen vermag, wenn er sich bis zur „Motivation aus neurologischer Sicht“ ab Seite 144 vorgearbeitet hat.

Zwischendurch, auf Seite 124, holt den Leser einmal mehr Meike Winnemuth wieder ein und die vielen Möglichkeiten, die sie mit dem Geld nun hat. Geld schafft Möglichkeiten, Möglichkeiten machen unabhängig und verleihen Macht, argumentiert Zeyringer da einmal mehr. Wirklich neu ist die Information da bereits nicht mehr. Es scheint an der Zeit, zu rekapitulieren:

Geld schafft Möglichkeiten, Möglichkeiten implizieren Entscheidungsfreiheit, Entscheidungsfreiheit bedeutet Selbstbestimmtheit, Selbstbestimmtheit heißt Macht. Ohne Zwischenschritte: Geld ist Mittel zur Macht. Ferner stimuliert die Idee, durch Geld Macht zu haben, das Gehirn. Dopamin fließt und motiviert den Menschen, nach Geld zu streben. Und das Glück? Entsteht (siehe Beispiel Winnemuth) mit den Möglichkeiten, mit der Selbstbestimmtheit. Fast könnte man sagen: Glück ist das Beiprodukt von Macht.

Kommentare zu " Buchkritik: Geld macht doch glücklich!"

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  • Geld gibt dem Besitzer stets die Freiheit, mit den EUROS etwas Sinnvolles anzustellen, dann tritt auch unweigerlich ein Glücksgefühl ein.

    Der Philantrop kann die Künste fördern, der sozial eingestellte Mensch kann z.B. Obdachlose unterstützen und der Arbeitsuchende 55+, den kein Personalbüro mehr nehmen will, kann sich ohne Not in der Selbständigkeit verwirklichen; stets wird auch ein Glücksgefühl resultieren.

    Nur diejenigen Lotterie-Gewinner, die glauben, übertreiben zu müssen (Lotto-Lothar kaufte sich erst einmal einen Lamborghini, dabei hatte er gar keinen Führerschein), werden letztendlich immer scheitern, da viele Neider den jetzt reichen "Freund" belästigen werden.

    Es soll aber (wie letztlich erst geschehen) auch sogar Banken geben, die dem unbedarften Neureichen die Produkte aufschwatzen, welche die meiste Provision abwerfen, aber in keinster Weise dem Neukunden dienlich sind.

  • Hihi, Trolle unter sich. Machts Spaß? Wie niedlich.

  • Geld ist nur ein Medium, welches hilft die Stärken oder meistens die Schwächen des kleinen menschlichen Egos ans Tageslicht zu bringen.
    Mir persönlich gibt Geld einfach mehr Freiheit....

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