Bürokratie-Dschungel: Mit dem Umzugsunternehmen vorab die Haftung klären

Bürokratie-Dschungel
Wie man beim Umzug den Überblick behält

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Mit dem Umzugsunternehmen vorab die Haftung klären

Wer seinen Umzug plant, sollte sich auch sehr früh schon überlegen, ob er sich alleine um das Kistenpacken und das Möbelschleppen kümmern oder eine Spedition engagieren möchte. Bei der Suche nach einem seriösen Unternehmen könne beispielsweise der Verband der Möbelspeditionen helfen, sagt Juristin Dunja Richter. In jedem Fall sollten Verbraucher jedoch mehrere Angebote einholen und diese vergleichen. „Bei guten Anbietern kommt vor dem Umzug ein Mitarbeiter vorbei, der sich die Möbel anschaut und daraufhin schätzt, wie groß der Umzugswagen sein muss und wie viele Mitarbeiter die Möbel tragen müssen“, so Richter.

Manche Unternehmen bieten für den Umzug Festpreise an. Das kann Vor- und Nachteile haben. Der Kunde profitiert, wenn der Umzug doch aufwendiger wird als gedacht, denn er muss dann keine zusätzlichen Gebühren zahlen. Auf der anderen Seite bekommt der Kunde aber auch nichts zurück, falls der Umzug schneller geht.

Besonders wichtig ist die Frage, wer haftet, falls während des Umzugs etwas kaputt geht. So tritt die Spedition nur für solche Schäden ein, die sie selbst verursacht hat. Wer seine teure Vase selbst einpackt, muss auch selbst haften, falls sie zu Bruch geht. „Ansonsten kann sich das Umzugsunternehmen auch darauf berufen, dass die Vase nicht gut genug geschützt war“, sagt Richter.

Wer nach dem Umzug Mängel entdeckt, die das Umzugsunternehmen verschuldet hat, sollte diese umgehend anzeigen. „Leider ist der Auftraggeber in der Beweispflicht, dass der Schaden tatsächlich während des Umzugs entstanden ist“, so die Verbraucherschützerin.

Mit der Kündigung von alten Verträgen und der logistischen Organisation des Umzugs ist es aber nicht getan. Am neuen Wohnort braucht man wieder neue Verträge – beispielsweise sollte man sich frühzeitig um einen neuen Stromanbieter kümmern.

„Wer zum Zeitpunkt des Einzugs noch keinen neuen Vertrag geschlossen hat, muss sich unverzüglich beim Grundversorger oder einem anderen Stromanbieter anmelden“, sagt Jürgen Schröder, Experte für Energierecht bei der Verbraucherzentrale NRW. Allerdings seien die Regeln gelockert worden, so könne sich der Verbraucher auch nach dem Umzug noch bei einem Stromanbieter anmelden, der nicht der Grundversorger ist. Die Stromlieferung für die ersten sechs Wochen werde dann trotzdem von dem selbst gewählten Anbieter abgerechnet und nicht vom Grundversorger.

Der Grundtarif ist meist teuer. Doch der Verbraucher kann den Vertrag mit einem Vorlauf von 14 Tagen zu jedem beliebigen Werktag kündigen. „Der Wechsel kann etwa drei bis vier Wochen dauern“, so Schröder. Am besten suchen sich Verbraucher zuerst einen neuen Stromanbieter und beauftragen ihn mit der Kündigung des alten Vertrags.

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