Daten zur Überschuldung
Warum Deutsche ihrer Schulden nicht Herr werden

Es sind Schicksalsschläge, die Bundesbürger in die Schuldenfalle treiben. Der häufigste Auslöser ist Statistikern zufolge Arbeitslosigkeit. Vor allem zwei Gesellschaftsgruppen suchen Hilfe bei Schuldnerberatungsstellen.

BerlinDer Verlust des Arbeitsplatzes ist die Hauptursache für die Überschuldung von privaten Personen. Zu diesem Schluss kommt das Statistische Bundesamt nach der Analyse von Daten der Schuldnerberatungsstellen. Fast jeder fünfte der 113.000 Hilfesuchenden begründete seine Lage mit dem Arbeitsplatzverlust.

In 15 Prozent der Fälle waren gesundheitliche Probleme die Ursache, 14 Prozent der Personen gaben als Grund die Trennung vom Partner an oder dessen Tod. Nur in gut jedem zehnten Fall ist unangemessenes Konsumverhalten der Grund für die Überschuldung. Überproportional stark suchten alleinlebende Männer und alleinerziehende Frauen die Hilfe von Beratungsstellen.

„Es fällt auf, dass in der Regel unplanbare und gravierende Änderungen der Lebensumstände als Hauptauslöser genannt werden, die außerhalb der unmittelbaren Kontrolle der Überschuldeten liegen“, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Dieter Sarreither, bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin. Von Überschuldung spricht man, wenn der Schuldner nicht mehr in der Lage ist, seinen finanziellen Verpflichtungen nach zu kommen.

Auf den ersten Blick überraschen die Zahlen. Schließlich reißen die positiven Nachrichten nicht ab. Die Arbeitslosigkeit ist auf den niedrigsten Stand seit 25 Jahren gefallen, die Reallöhne sind kräftig gestiegen, der Mindestlohn wurde eingeführt. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, so Sarreither, dass im abgelaufenen Jahr 78.500 Menschen einen Antrag auf Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens gestellt haben. Im Jahr 2014, neuere Angaben liegen noch nicht vor, wurden zudem gut 350.000 Haushalten der Strom abgestellt.

Nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Creditreform gelten 6,7 Millionen Bürger über 18 Jahre in Deutschland als überschuldet, weisen also nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Knapp vier Millionen Personen sieht Creditreform in einer „dauerhaften Schuldenspirale“.

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