Deutsche Pfandbriefbank
HRE-Krisenbank macht sich an Sparer ran

Erst die IKB, jetzt die Deutsche Pfandbriefbank: Fest- und Tagesgeldkonten werden für angeschlagene Geldhäuser attraktiv. Die aus der Hypo Real Estate hervorgegangene Bank will aber noch ein Gutachten abwarten.
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FrankfurtImmer mehr Krisenbanken entdecken Tages- und Festgeldkonten als relativ günstige Möglichkeit zur Refinanzierung. Die Deutsche Pfandbriefbank (PBB), die aus der in der Finanzkrise vom Staat aufgefangenen Hypo Real Estate (HRE) hervorgegangen war, steht kurz davor, ins Einlagengeschäft mit Privatkunden einzusteigen. "Das Einlagengeschäft ist zur Verbreitung der Refinanzierungsbasis interessant, kann aber nur eine Ergänzung sein", sagte ein Sprecher der PBB am Montag in München. "Wir prüfen mit unserem Eigentümer permanent alternative Refinanzierungsquellen." Ähnlich hatte sich Vorstandschefin Manuela Better bereits im Sommer geäußert.

Die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB hat innerhalb von eineinhalb Jahren bereits mehr als drei Milliarden Euro mit Festgeld- und Tagesgeldangeboten eingesammelt. Vor allem mit dieser Hilfe hat sie sich seit dem Frühjahr vorzeitig von einem Großteil der teuren Staatsgarantien befreit. Von fünf Milliarden Euro an Garantien sind nur noch 850 Millionen Euro übrig. Die Einlagen sind durch den Einlagensicherungsfonds der privaten Banken abgesichert.

Vor einer endgültigen Entscheidung, es ihr gleichzutun, will die pbb aber auf ein Gutachten der Unternehmensberatung Roland Berger und der Bank HSBC warten, das der staatliche Bankenrettungsfonds SoFFin im Frühjahr in Auftrag gegeben hatte. Dabei soll es um Wege gehen, wann und wie die verstaatlichte PBB und ihre Schwester Depfa privatisiert werden können. Derzeit refinanziert sich die PBB vor allem über Pfandbriefe; im ersten Halbjahr musste sie insgesamt 3,7 Milliarden Euro vor allem für das Neugeschäft aufbringen. Doch kann auch sie nicht alle Kredite in Pfandbriefe verpacken und braucht auch unbesicherte Refinanzierungsmöglichkeiten.

Bei den auf Privatkunden ausgerichteten Volksbanken und Sparkassen sorgen die Tagesgeldangebote von Banken wie der IKB oder von ausländischen Direktbanken regelmäßig für Unmut. Denn deren Zinssätze übersteigen meist deutlich, was die regionalen Institute offerieren können, deren Kundeneinlagen meistens das Volumen der ausgereichten Kredite übersteigen. So bietet die IKBdirect für Tagesgeld derzeit 1,5 Prozent, für dreijährige Festgeld-Anlagen sogar 2,7 Prozent Zinsen. Die niederländische Rabodirect zahlt sogar 2,2 Prozent auf Tagesgeldkonten.

Der Präsident des Genossenschaftsbanken-Verbandes BVR, Uwe Fröhlich, bezweifelt in der "Financial Times Deutschland", dass die Pläne der pbb letztlich von Erfolg gekrönt würden: "Die HRE gehört schließlich zu den Hauptverursachern der Finanzkrise in Deutschland, das hat der deutsche Sparer bestimmt nicht vergessen."

Kommentare zu "HRE-Krisenbank macht sich an Sparer ran"

Alle Kommentare
  • geschädigte Kunden werden sie nie wieder einfangen.

  • Jetzt soll der Bürger wieder zu der Pleitebank wechseln, damit man ihn wieder abzocken kann, wie die Aktionäre. Dieser Pleitebank kann man ja wirklich nichts anvertrauen, da hilft auch eine Namensänderung nichts.

  • Leider muss ich Herrn Fröhlich widersprechen, der deutsche Sparer denkt und hinterfrägt bei der Geldanlage nicht, er vergleicht nur die Zinssätze der verschiedenen Banken.

    Das muss er auch nicht, da immer wenn die Rechnung für den Privaten nicht aufgeht, die verblödete Gesellschaft für ihn einspringt. So erzieht man "Anleger" zu unvernüftigen Verhaten das gegen die Gesellschaft gerichtet ist.

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