Die Schufa im Test (Teil I)
Der große Schufa-Selbsttest

Zehn Auskünfte, fünf Fehler: Ein Selbstversuch von Handelsblatt Online zeigt, wo es bei den Bonitätswächtern der Schufa hapert. Worauf Sie jetzt aufpassen müssen.
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DüsseldorfWas taugt die Schufa? Diese Frage betrifft 66,3 Millionen Privatpersonen über die der Datenriese Informationen speichert. Ein Schufa-Eintrag oder ein schlechter Score, also die Bonitätsbewertung für Verbraucher, kann üble Folgen haben. Gebrandmarkte Kunden erhalten oft keinen Kredit, keinen Handyvertrag, kein Girokonto oder sogar keine Wohnung.

Damit nicht genug. Die Frage, wie gut die Schufa ist, betrifft mindestens ebenso sehr die 8.500 Vertragspartner der Auskunftei, darunter Banken, Telekomunternehmen, Versorger, Inkassounternehmen oder Verbraucher. Sie sind abhängig von verlässlichen Informationen zur Bonität ihrer Kunden. Wer zu oft an zahlungsunfähige Kunden verkauft, kann schnell selbst in Schieflage geraten.

Handelsblatt Online hat die Probe aufs Exempel gemacht: Zehn Mitarbeiter bestellten ihre Schufa-Auskünfte und überprüften die Angaben. Achtung: Dieser Selbsttest ist natürlich keine repräsentative Untersuchung. Trotzdem zeigt er eindrucksvoll wie der Datenriese in der Praxis arbeitet und liefert überraschende Erkenntnisse. Lesen Sie in der erste Folge der dreiteiligen Serie über die Schufa, welche Fehler die Handelsblatt-Tester in ihren Selbstauskünften fanden.

Eins vorweg: Es lohnt sich immer, die Schufa-Daten regelmäßig zu prüfen. Denn die Selbstauskünfte zeigen, dass manche von der Schufa gespeicherten Daten mit der Realität nicht übereinstimmten. Ein Beispiel: Eine Kollegin soll laut Selbstauskunft der Schufa eine Kreditkarte beim Bonussystem Payback besitzen. Die BW Bank hat die Schufa in diesem Zusammenhang über die „Einrichtung eines Dauerkontos des Handels“ informiert. Nach Angaben in der Selbstauskunft besteht die Geschäftsbeziehung noch immer. „Ich hatte niemals eine Paybackkarte mit Zahlungsfunktion“, versichert die Redakteurin. Wie konnte dieser Fehler passieren? Ohne eine Prüfung der konkreten Details möchte die Schufa dazu keine Stellungnahme abgeben.

Was in diesem Fall zu viel gespeichert wurde, fehlt bei einem anderen. Bei dem 44-jährigen Mitarbeiter sind zwar alle Konten und Kredite korrekt aufgeführt. „Ich vermisse allerdings die Meldung zu meiner Visa-Kreditkarte bei der Berliner Bank“, sagt der Redakteur. Die Schufa verweist darauf, dass nur Kunden der Schufa Daten überweisen. Fehlende Daten seien kein Fehler.

Kommentare zu " Die Schufa im Test (Teil I): Der große Schufa-Selbsttest"

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  • an Herrn Thomas Melber,
    Sie haben Recht, Kreditgefährdung ist eine Straftat, muss aber innerhalb von 3 Monaten angezeigt werden. Ich kenne Staatsanwälte, die den Begriff Kreditgefährdung nicht kennen, auch nicht die Verjährungsfrist, aber als Laie muss man das Alles Wissen. MfG

  • Wenn das doch so einfach wäre.Die Schufa ist im Dienste der Banken tätig,ist praktisch eine Selbsthilfeorganisation des Bankensektors, sagte kürzlich ein Fachmann im TV. Das sagt alles. Die Schufa prüft die Angaben ihrer Kunden nicht, verwertet alles, berechnet daraus den Bankenscore. So war es bei uns. Keinerlei Negativeinträge, keine Mahnverfahren, gute Einkommen, Mieteinnahmen und trotzdem über Nacht als Kreditunwürdig geführt. Eine Bank hatte unerlaubte Einmeldungen veranlasst. Fast ein Jahr haben wir gebraucht, um das überhaupt zu erfahren. Die zuständige Datenschutzbehörde NRW hat geprüft und die Bank aufgefordert, zu löschen und zu berichtigen. Von 5 gesetzeswidrigen Einträgen wurden nur 2 gelöscht mit der Ausrede, dass die anderen 3 schon automatisch gelöscht wurden. Aber so wurde das schlechte Bankenscoring nicht berichtigt, die zuständige Datenschutzbehörde hätte kontrollieren und darauf bestehen müssen. Was sie nicht getan hat. Wir haben es damals nicht gewusst und nach und nach alles verloren, unser Geld, unsere Gesundheit, unsere Würde. Mein Mann ist im letzten Jahr verstorben, er hatte keine Kraft mehr und die Bank, die das alles verursacht hat, pfändet mir jetzt die Rente, mein Haus steht zur Zwangsversteigerung. Erzählt mir jetzt nicht, dass Deutschland ein Rechtsstaat ist und die Schufa halb so schlimm. Auch die jährliche Schufaasukunft hätte uns nicht geholfen, die Manipulation war so nicht in der Schufaasukunft zu erkennen. MfG

  • Ich mag diese Äußerung von Frau Monika Eichner weil dumm einfach nur dumm ist!

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