Dispokredite

Andere langen nicht so zu wie die Deutschen

Deutsche Banken knöpfen ihren Kunden deutlich mehr Dispo-Zinsen ab als ihre europäischen Nachbarn. Allerdings gibt es noch einen weiteren, nicht ganz unwichtigen Unterschied.
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Für Überziehungskredite gibt es vor allem für die Banken Bares. Quelle: dapd

Für Überziehungskredite gibt es vor allem für die Banken Bares.

(Foto: dapd)

Der Vorwurf an die deutschen Banken, überteuerte Dispo-Zinsen zu verlangen, lässt sich auch durch einen Vergleich mit dem übrigen Europa untermauern. In den meisten europäischen Ländern sind Kontoüberziehungen deutlich günstiger als in Deutschland, ergaben Recherchen des Handelsblatts. Nur für Iren und Griechen ist es noch teurer als für die Deutschen, ihr Konto zu überziehen. Selbst in Italien ist der Dispo-Kredit mit 7,57 Prozent Zins günstiger. In Deutschland müssen alle Bankkunden für ihre Dispo-Zinsen mit durchschnittlich mehr als zehn Prozent tief in ihre Tasche greifen. Und dies, obwohl die Leitzinsen aktuell so niedrig wie noch nie zuvor sind. Sowohl Verbraucherschützer als auch Politiker werfen Finanzinstituten folglich Abzocke vor.

Italienische Kunden werden von ihrer Bank genau geprüft

Wie das Bundesfinanzministerium Anfang des Jahres mitteilte, lagen die Dispo-Zinsen in der Euro-Zone bei 8,84 Prozent. Allerdings ist die Situation nicht immer ganz vergleichbar. In Italien etwa ist der Dispo-Kredit längst nicht so verbreitet wie in Deutschland, da es in dem Mittelmeerland gar nicht so leicht ist, überhaupt einen zu erhalten. Erst wenn das Institut den Kunden länger kennt oder dieser Garantien oder ein festes Einkommen über einen längeren Zeitraum vorweisen kann, wird der sogenannte "Fido bancario" eingeräumt.

Gerade bei vielen jungen Italienern, die sich von einem befristeten Arbeitsvertrag zum nächsten hangeln, stellen sich die Banken quer. Manchmal müssen Verwandte bürgen, damit die Banken dem Sohn oder der Tochter doch noch einen Überziehungskredit geben. Und selbst, wenn der "Fido" im Schnitt günstiger als sein deutsches Pendant ist: In der Spitze verlangen manche Institute auch über 19 Prozent, wie die Website "Economy Online" aufzeigte. Ebenso italienische Verbraucherschützer wettern deswegen seit Jahren gegen die Banken.

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6 Kommentare zu "Dispokredite: Andere langen nicht so zu wie die Deutschen"

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  • Die wenigsten kommen auf die Idee, über die Höhe des Zinssatzes eines eingeräumten Dispositionskredits mit der Bank zu reden. Sowas geht nämlich.
    Genauso, wie man bedenken sollte, dass es sich bei einem Dispositionskredit um die generelle und bei der Inanspruchnahme zeitunlimitierte Zuverfügungstellung handelt. Weshalb der Zinssatz also vergleichsweise hoch angesetzt wirkt, darüber wäre ggf. auch zu berichten.

    Andererseits wirken MA von Instituten mitunter dermaßen hochnäsig, dass ein Gespräch kaum möglich scheint: Zeit das Institut zu wechseln. Mitunter fährt man damit sogar besser, als man glauben könnte.

  • Was für ein geistiger Schwachsinn: Also wenn Gier zur Straftat wird, da könnten wir um Deutschland eine Mauer ziehen, alle paar Meter ein Wachturm dazu!
    Außerdem besteht in Deutschland kein Vertragszwang, keiner muss einen Dispokredit abschließen! Einfach die Finanzen im Griff haben und schon kann man ohne Dispo leben!

  • gieriges Abzocken ohne passende Gegenleistung


    Es ist die Verfilzung von Politik und Bankenwesen, dass z.B. die Dispozinsenabzocke in Deutschland ungeniert weiter geht.

    Lächerlich wenn von 10% Zinsen - als vertretbarem Wert gesprochen wird. Wo liegt denn die Arbeitsleistung, der Banken?
    Es wird immer verbreiteter - und Politiker leben es z.B. in Aufsichtsräten, Geschäftsvermittlungen ala Mappus usw. vor - dass Kohle gescheffelt wird ohne einen erkennbaren Handschlag dafür erbracht zu haben.

    Die verherrende Botschaft auch an die nachwachsende Generation ist:
    Wer schlau ist wird reich durch Nichtstun. Nur die Dummen arbeiten noch redlich.

    Unser Politikbetrieb unternimmt bis heute nichts gegen diese rasant zunehmende korrupte Wirtschafts- und Verdienstkultur.

    Sportler, Funktionäre, Manager, Nachrichtensprecher, Entertainer und Unternehmensvorstände etc. beanspruchen heute Gehälter die nicht mehr in Relation zu der tatsächlich erbrachten Leistung und Arbeit steht.

    Da wird das Gehalt zur Imageangelegenheit. Mit realer Wirtschaftsleistung hat dies nichts mehr zu tun. Kein Wunder wenn unser Wirtschaftssystem immer mehr an den Abgrund wandert.
    Raffgier muss ein Straftatbestand werden. Es ist zu fordern, dass jedes Gehalt - egal für wen - in Relation zu der tatsächlichen Arbeitsleistung des Empfängers steht. Dies gehört ins Strafgesetzbuch und wir werden eine Wende erleben.

    Alles andere ist ein Verbrechen am Gemeinwesen.

    Uneinsichtige können dann im Knast ihr Bewusstsein auf eine neue Grundlage stellen, wenn sie heute vor lauter (All-) Macht und Wohlstand keine Einsicht mehr entwickeln können.

  • Wer Geld zu 1% von der EZB bekommt und es zu 10 bis 14% an Dispo-Kunden weiter verleiht, begeht gemäß § 291 Abs. 1 Ziffer 2 StGB Wucher. Eine Bank kann dafür, da sie die Tat ja gewerbsmäßig begeht, gemäß § 291 Abs. 2 Ziffer 2 StGB mit 6 Monaten bis zu 10 Jahren Gefängnis bestraft werden.
    Der scheinheilige Einwand, dass hiermit die löchrigen Kapitaldecken im Hinblick auf schärfere Eigenkapitalvorschriften aufgepolstert werden sollen, ist nur ein Rechtsanwaltstrick zur Umgehung der geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Übrigens sind auch empfindliche Geldstrafen möglich. Es bedarf somit keiner zusätzlichen Maßnahmen wie Zinsdeckelung, Zinsobergrenzen oder weiterer neuer Gesetze.

  • Die größte Unverschämtheit der Kreditinstitute ist es, Leute mit Sicherheiten, die nachweislich auch den Kredit zurückzahlen können, durch diese überhöhten Zinsen, zu knebeln und schließlich auch noch länger an sich zu binden!

  • Es wäre sinnvoller ihre Tagesgeldkonditionen (welche Sie -warum auch immer- in Ihren Artikel mit Dispozinsen eingebaut haben) mal zu überarbeiten, Sie führen dort z.B. noch die Bank of Scotland mit 2,7% Zinsen. Diese Konditionen sind veraltet, die BoS hat zwischenzeitlich den Tagesgeldzins schon zweimal gesenkt, von 2,7% auf 2,4% und aktuell nochmals um -0,15% auf 2,25%.

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