Dispokredite
Kunden begehren auf

Trotz historischem Zinstief verlangen Banken für Dispokredite fast zehn Prozent. Nach einer Umfrage möchten die Kreditnehmer jetzt gesetzliche Obergrenzen. Die Regierung will nur mehr Transparenz.
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Das historische Zinstief kommt bei den Dispo-Kunden nur zögerlich an. Gut 9,8 Prozent verlangen die Banken derzeit im Schnitt für den Dispo. Das sind knapp 0,6 Prozentpunkte weniger als noch vor einem Jahr.

Einer Umfrage des Marktforschers Ipsos im Auftrag der Direktbank ING-DiBa zufolge möchten sich immer weniger Kunden mit den hohen Zinsen für die Kontoüberziehung abfinden. Knapp zwei Drittel der Deutschen fordern demnach eine gesetzliche Deckelung der Dispo-Zinssätze. Lediglich zehn Prozent sprechen sich dagegen aus.

„Die Mehrheit der Kunden möchte auch von ihrer Bank gewarnt werden, wenn sie einen Dispo in Anspruch nehmen“, erklärt ein Sprecher der Bank. „Das befürworten insbesondere Verbraucher, die zum Umfragezeitpunkt keinen Kredit in Anspruch nahmen“.

Nach der Analyse beanspruchen 43 Prozent der Befragten ihren Dispokredit, meist aber nur wenige Male im Jahr. 17 Prozent nutzen den Dispo dagegen regelmäßig. Vor allem bei kleineren Beträge bis zu 500 Euro ist die teure aber bequeme Kreditart beliebt. Drei von zehn Dispo-Nutzer gaben an, ihren Kreditrahmen auch über 500 Euro hinaus auszuschöpfen.

„Es gibt aber Kreditinstitute, die es ausnutzen, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher gar nicht wissen, wie hoch die Zinsen sind“, erklärte der Bundesjustizminister Heiko Maas im Herbst vergangenen Jahres. „Deshalb wollen wir hier auch ansetzen und die Transparenz bei Dispo-Zinsen erhöhen“.

Nach dem Referentenentwurf aus seinem Ministerium sollen Banken und Sparkassen künftig gesetzlich verpflichtet sein, die Dispo-Zinssätze deutlich auf ihrer Homepage zu veröffentlichen. Zudem will Maas die Kreditinstitute per Gesetz zwingen, Kunden über Alternativen zum Dispo zu informieren, wenn diese den Dispo länger als drei Monate in Anspruch nehmen oder das Konto mit einem Betrag überziehen, der den durchschnittlichen monatlichen Geldeingang übersteigt. Eine klaren Kreditobergrenze, den die SPD noch im Wahlkampf forderte, wird es aber nicht geben.


Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das BMJV schreibt:
    Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie - Ermittlung und Darstellung des Erfüllungsaufwandes
    E.2 Wirtschaft
    Durch die Umsetzung der Richtlinie über Wohnimmobilienkreditverträge für Verbraucher entsteht ein einmaliger Umstellungsaufwand für die Wirtschaft in Höhe von rd. 1,4 Mio. Euro. Der jährliche Mehraufwand beträgt rd. 48,7 Mio. Euro für die betroffenen Unternehmen. Dieser teilt sich in rd. 12 Mio. Euro Sachaufwand und rd. 36,5 Mio. Bürokratiekosten aus neu(e)n Informationspflichten auf.

    Die Beratungspflichten beim Dispo gehören zu den obigen Bürokratiekosten, da hier die neuen Regeln zum Dispo stehen. Jedes betroffene Unternehmen wird versuchen diese Kosten so gering wie möglich halten. Ich sehe die Gefahr, dass insbesondere die kleineren Dispokredite unter den Tisch fallen - In der Produktion zu teuer.

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