Dispozins Bloß nicht in die Miesen rutschen

Die Sparzinsen sind im Keller, die Dispozinsen dagegen noch immer in schwindelerregenden Höhen. Doch nicht nur die Zinssätze stehen in der Kritik, sondern auch die mangelnde Transparenz der Geldinstitute.
Update: 16.09.2014 - 16:10 Uhr 13 Kommentare

Endlich runter mit dem Dispozins

DüsseldorfDie Banken kommen immer günstiger an Geld – EZB-Präsident Mario Draghi und dem historisch niedrigen Leitzins sei Dank. Inzwischen verlangt die Europäische Zentralbank für ihre Leihgabe gerade mal 0,05 Prozent Zinsen. Die Bankkunden profitieren davon aber kaum. Wenn sie ihr Konto überziehen, müssen sie noch immer hohe Dispozinsen von bis zu 14,25 Prozent zahlen. Nach Ansicht von Verbraucherschützern eine unbefriedigende Situation.

Leichte Verbesserungen gibt es zwar. So haben laut einer Analyse der Zeitschrift „Finanztest“ in den vergangenen Monaten knapp 250 von insgesamt 1504 untersuchten Banken ihren Dispozins um mindestens einen Prozentpunkt gesenkt. Auch die Zahl der Banken, die auf einen Überziehungs- oder Strafzins verzichten, wächst demnach. Der Überziehungszins wird fällig, wenn das Konto über den eingeräumten Dispozins hinaus überzogen wird.

„Hartnäckige Testarbeit und die permanente Kritik in den Medien an den überhöhten Dispozinsen zeigen allmählich Wirkung“, sagt Hubertus Primus, Vorstand der Stiftung Warentest. Im Durchschnitt liegt der Dispo zum Stichtag 1. August aber immer noch bei 10,65 Prozent, im Vorjahr waren es 11,31 Prozent. In der Spitze werden sogar 14,25 Prozent verlangt. „Bewegt haben sich vor allem die Institute, die im vergangenen Jahr besonders dreist zugegriffen hatten“, sagt Primus. Von den mehr als 100 Banken, die Dispozinsen von 13 Prozent und mehr verlangten, sind noch 35 übrig geblieben. „Das sind allerdings genau 35 zu viel“, so der Verbraucherschützer.

Zu viele Banken würden den Dispozins nutzen, um ihre Kunden zu schröpfen. „Jeder Prozentpunkt mehr spült – grob über alle Institute gerechnet – knapp 380 Millionen Euro in ihre Kassen“, erklärt Primus. Für die Banken sei das ein Riesengeschäft, denn laut einer Umfrage der ING-DiBa sind rund 20 Prozent aller Girokonteninhaber jeden Monat im Dispo. Ein fairer Zins müsste nach Einschätzung der Tester deutlich unter zehn Prozent liegen.

Doch je nach Bank oder Sparkasse sind die Zinsunterschiede enorm. Den günstigsten Dispozins verlangt die Deutsche Skatbank mit 4,90 Prozent. Auch viele PSD Banken haben mit Zinssätzen von gut fünf bis sieben Prozent sehr gute Konditionen. 14,25 Prozent zahlen hingegen Kunden mit schlechter Bonität bei der Volksbank Westenholz und der Raiffeisenbank Weil und Umgebung. Das ist für die Verbraucherschützer weiter Anlass für Kritik.

„Einige Banken haben nach diesem Stichtag ihre Konditionen noch ein wenig nach unten angepasst oder angekündigt, dies zu tun“, sagt Stephanie Pallasch, Projektleiterin „Geldanlage, Altersvorsorge, Kredite und Steuern“ bei Finanztest. Dazu gehören große Institute wie die Deutsche Bank, Postbank, Commerzbank und die ING-Diba. Die weitere Absenkung steht wohl in Zusammenhang mit der neuerlichen Leitzinssenkung der EZB.

Justizminister unterstreicht die Kritik

Die Bundesländer und die Zahlungsmoral
ALPHORNBLAESER
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Platz 1: Bayern

Den kleinsten Privatverschuldungsindex (PVI) hat ist im Bundeslandvergleich das Land Bayern. Deutschlandweit liegt der Privatverschuldungsindex für das laufende Jahr bei 1047 Punkten. Die Schufa verzeichnet unter anderem Zahlungsstörungen bei Krediten, Telekommunikations- und Handelsrechnungen, aber auch Unregelmäßigkeiten bei Leasingverträgen oder Girokonten.

PVI 2014: 755 Punkte

Stuttgart 21 - Protest
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Platz 2: Baden-Württemberg

Auffällig ist, dass die südlicheren Bundesländer weit unter dem Bundesdurchschnitt liegen, was den Anteil der gelisteten Schuldner betrifft.

PVI 2014: 768 Punkte

Banken in Frankfurt
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Platz 3: Hessen

Im Bundesland der Bankenstadt Frankfurt am Main hat es der PVI deutlich unter den Bundesdurchschnitt geschafft. Vor allem die südlicheren Regionen des Landes gehören zu den wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands und gehören auch zu den am dichtesten besiedelten Gebieten im Bundesgebiet.

PVI 2014: 927

Forschungsschiff «Meteor» bricht nach Island auf
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Platz 4: Hamburg

Die Hansestadt, die zugleich Stadtstaat ist, kann wie Hessen einen unterdurchschnittlichen PVI vorweisen. In den vergangenen zwei Jahren konnte sich der Index klar positiv entwickeln.

PVI 2014: 927 Punkte

Kurt Beck nach Rücktritt vom Amt des SPD-Bundesvorsitzenden
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Platz 5: Rheinland-Pfalz

Die Exportquote von Rheinland-Pfalz liegt bei circa 46 Prozent, was das Land zu einem der Spitzenreiter in der Außenwirtschaft macht. Der Mittelstand bildet einen der wichtigsten Grundpfeiler der Landeswirtschaft. Auch in Rheinland-Pfalz konnte der PVI eine positive Entwicklung nehmen.

PVI 2014: 967 Punkte

Dampfer vor Frauenkirche
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Platz 6: Sachsen

Der Anteil der Menschen mit Zahlungsschwierigkeiten liegt in Sachsen deutlich unter dem Durchschnitt.

PVI 2014: 991 Punkte

Innenstadt von Jena
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Platz 7: Thüringen

Mit 2,2 Millionen Einwohnern gehört Thüringen zu den kleineren Bundesländern. Einige Orte des Bundeslandes beanspruchen der geographische Mittelpunkt Deutschlands zu sein. Der Schuldneranteil liegt hier leicht über dem Bundesdurchschnitt.

PVI 2014: 1048 Punkte

Dennoch sind die Verbraucherschützer weiter kritisch. Denn auch ein Konto mit niedrigem Dispo ist nicht automatisch ein gutes Angebot. So versuchen einige Banken beim Dispo besser auszusehen als sie sind. Sie bieten laut Finanztest günstige Dispozinsen nur für Girokonten mit hoher Kontoführungsgebühr an. Andere Banken haben sogenannte Premium- oder Exklusiv-Konten eingeführt. Diese bieten Extras wie einen reduzierten Dispozins, sind aber meist nur Kunden mit höherem Einkommen zugänglich.

Hinzu kommt noch: Sehr viele Banken veröffentlichen den Dispozins nach wie vor nicht im Internet, so dass für Kunden kaum ein Vergleich möglich ist. Auch ein Preisaushang vor Ort war nach Angabe der Tester nicht immer auffindbar, obwohl die Banken gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihn in der Filiale auszuhängen. „Nach wie vor völlig unzureichend ist die Informationspolitik vieler Banken. Transparenz scheint unerwünscht zu sein“, sagt Primus.

Auch Bundesjustizminister Heiko Maas sieht angesichts der Testergebnisse Handlungsbedarf. Der SPD-Politiker will Banken dazu verpflichten, ihre Kunden über günstige Alternativen zu den vergleichsweise teuren Dispo-Krediten aufzuklären. Es müsse eine Pflicht der Banken geben, ihre Kunden im Fall einer längerfristigen Überziehung des eigenen Kontos auf preisgünstigere Kredite hinzuweisen. Maas forderte weiter, Banken sollten ihre Zinssätze veröffentlichen: „Verbraucher könnten sich so leichter für eine Bank entscheiden, die angemessene Zinsen verlangt.“

Am 24. September 2014 wird sich der Bundestagsausschuss für Recht und Verbraucherschutz in einer Anhörung dem Dispozins erneut widmen. Zu Grunde liegen zwei Anträge der Grünen- und der Linksfraktion zur Begrenzung der Zinssätze für Dispo- und Überziehungskredite.

„Dreh- und Angelpunkt der gesetzlichen Maßnahmen muss die Einführung eines Zinsdeckels sein, der an die Marktzinsen gekoppelt ist. Nur so kann man der Weigerung der Banken, das niedrige Zinsniveau an ihre Kunden weiterzugeben, entgegentreten“, sagt Dorothea Mohn, Leiterin des Teams Finanzen beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Im Rahmen der Finanztest-Auswertung wurden die Banken und Sparkassen per E-Mail um Auskunft über den aktuellen Zins gebeten. Dieser Bitte sei jedoch gerade mal ein Drittel der Institute nachgekommen. Alternativ haben die Tester versucht, die Zinssätze über die Homepage zu erfahren. „Zu den verbleibenden 518 Instituten haben wir Tester geschickt, die die Daten für uns vor Ort erheben sollten“, berichtet Stephanie Pallasch.

Nicht immer hätten die Tester einen Aushang in den Filialen gefunden. Mal wurden die Informationen nur im Beratungsgespräch preisgegeben und mal fanden die Institute für ihr Schweigen geradezu abenteuerliche Ausreden: „Die Volksbank Langendernbach ging sogar so weit zu sagen, dass zu Zinsen keine Auskunft erteilt wird, da diese sich ja ständig ändern und dann nicht mehr stimmen würden, wenn tatsächlich ein Konto eröffnet würde“, so Pallasch. Oft seien es teure Banken, die den Kunden die Höhe des Zinses für die Überziehung ihres Kontos verschweigen.

Tester erlebten auch Kurioses

Deutsche haben keine Ahnung
Reform der Verbraucherinsolvenz
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Geldanlagen werden nicht hinterfragt

Obwohl die Zinsen aktuell auf extrem niedrigen Niveau herumkrebsen, hinterfragt die Mehrzahl der deutschen Anleger ihre bestehenden Geldanlagen nicht (69 Prozent). Lediglich 31 Prozent nehmen das Niedrigzinsumfeld zum Anlass, ihre Anlageformen zu überprüfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Union Investment. Analysten der Bank haben das Anlageverhalten der Deutschen im zweiten Quartal des laufenden Jahres untersucht.

Projekt Schule - Bundestagsbesucher
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Desinteresse und mangelnde Kenntnisse

Die allgemeine Zurückhaltung beruht zum einen auf Desinteresse und zum anderen auf mangelnden Kenntnissen. Nur 19 Prozent der Befragten setzen sich aus eigenem Antrieb mit Finanzangelegenheiten auseinander. Rund 53 Prozent setzen sich überhaupt nicht mit Finanzfragen auseinander. Nur jeder Fünfte glaubt sich mit Geldanlagen gut auszukennen. Satte 39 Prozent halten ihre Finanzkenntnisse für unzureichend.

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Junge Erwachsene schätzen Kenntnisse am schlechtesten ein

Besonders schlecht um den Wissensstand in Sachen Geldanlagen steht es bei den jungen Erwachsenen. In der Altersgruppe der 20- bis 29-jährigen glauben lediglich 14 Prozent über gute Finanzkenntnisse zu verfügen. 59 Prozent halten ihr Wissen für nicht ausreichend. In der höheren Altersgruppe der 40- bis 49-jährigen sieht die Lage nicht viel besser aus. Hier sind nur 16 Prozent davon überzeugt gute Kenntnisse in Finanzfragen zu besitzen. Bei den Menschen im Alter zwischen 50 und 59 Jahren sind es immerhin 24 Prozent, die glauben, ausreichendes Wissen über Geldanlagen zu haben.

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Je höher das Einkommen, desto mehr Finanzwissen ist laut eigener Einschätzung vorhanden

Befragte mit einem monatlichen Einkommen unter 1300 Euro schätzen ihr Finanzwissen besonders schlecht ein. Hier glauben nur drei Prozent über ausreichende Kenntnisse zu verfügen. In der Einkommensklasse über 2300 bis 3100 Euro steigt dieser Wert auf 14 Prozent, bei Menschen mit einem Einkommen über 4100 Euro liegt die Schätzung bei 34 Prozent, „Das Ergebnis der Studie zeigt, wie groß der Nachholbedarf bei diesem wichtigen Thema ist. Selbst unter den lebenserfahrenen älteren Menschen und denjenigen mit höheren Einkommen fühlt sich nur eine Minderheit in Finanzangelegenheiten sattelfest“, sagt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment.

Kundenberatung bei Sparkasse
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Nur wenige Selbstentscheider

Die fehlenden Finanzkenntnisse sorgen für einen hohen Bedarf an Finanzberatung. 40 Prozent der Deutschen sind laut eigener Aussage bei ihren Anlageentscheidungen auf konkrete Empfehlungen ihres Bankberaters angewiesen. Besonders großen Wert auf die Beratung legen die 20- bis 29-jährigen (47 Prozent). Selbstentscheider hingegen gibt es nur wenige. Nur 33 Prozent der Haushalte investieren genügend Zeit, um eine möglichst treffende Anlageentscheidung zu treffen.

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Bauchgefühl

In erster Linie wollen sich die Deutschen mit ihren Finanzentscheidung wohlfühlen. 71 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen ein gutes Bauchgefühl dabei wichtig ist. „Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Bankberatern im Kundengespräch eine bedeutende Aufgabe zukommt. Sie müssen ihren Kunden die Vorteile einer breit gestreuten Geldanlage aufzeigen und Brücken zu chancenreicheren Investments bauen. Nur wer sein Vermögen ausgewogen strukturiert und einschätzbare Risiken eingeht, kann bei langfristig niedrigen Zinsen auskömmliche Erträge erzielen“, erläutert Gay.

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Starke Sicherheitsorientierung

Im Vordergrund jeder Entscheidung steht die Sicherheitsorientierung. 63 Prozent der Befragten steht der Aspekt der Sicherheit an erster Stelle. Rund 25 Prozent legen Wert auf größtmögliche Flexibilität der Geldanlage. Nur jeder Zehnte hat hohe Gewinnziele im Blick.

Bei ihrer Untersuchung haben die Tester auch Kurioses erlebt: „Bei der Raiffeisenbank Emtmannsberg in Oberfranken mussten wir sogar aufgeben“, sagt die Expertin. Ein erster Tester habe erfahren, dass der Mitarbeiter die Zinssätze auch nicht wisse und eine Visitenkarte der Chefin bekommen. Ein zweiter Tester habe erfahren, dass man die Konditionen so pauschal nicht sagen könne, die müssten vereinbart werden, wenn ein Gehalt auf dem Konto eingegangen sei.

Im Vorjahr gehörte die Raiffeisenbank bei der Untersuchung zu den teuersten im Test mit einem Zinssatz von damals 13 Prozent. „Bei der Suche nach den Konditionen der Banken wurden zwei unserer Tester sogar verdächtigt, die Filialen für einen Banküberfall auszuspionieren“, berichtet Pallasch und fügt an: „Selbstverständlich wollten wir mit unserer Erhebung nicht die Bankmitarbeiter in Angst und Schrecken versetzen.“

Das Fazit der Tester fällt durchwachsen aus: Viele Banken haben auf die Kritik an der Höhe der Zinsen reagiert und ihre Konditionen auf ein marktübliches Niveau angepasst. Bei anderen stünden die überhöhten Dispozinssätzen aber noch immer in keinem Verhältnis zu den sonstigen Konditionen, etwa den extrem niedrigen Sparzinsen. „Sind die Konditionen der eigenen Bank schlecht, sollte der Kunde seinen Bankberater darauf ansprechen. Oft können durch Verhandlungen günstigere Kondition erreicht werden“, empfiehlt Pallasch.

Ebenso wie Finanztest empfiehlt auch die Deutsche Kreditwirtschaft, dass Verbraucher bei der Entscheidung für eine Kontoverbindung neben der Höhe des Dispositionskreditzinses vor allem das Gesamtpaket rund um das Girokonto betrachten sollten. „Verbraucher können aus einer Vielzahl von Angeboten im Markt wählen“, so der Verband, der zugleich anmerkt, dass der von Finanztest ermittelte Durchschnittszins für Dispokredite erheblich von jenem Wert abweiche, den die Deutsche Bundesbank für solche Kredite aktuell veröffentlicht hat. Dieser betrage lediglich 9,21 Prozent.

Zudem rechtfertigt der Verband die Zinsen so: „Die Vorhaltung und Überwachung von Dispositionskrediten ist für die Kreditinstitute aufwändiger als bei anderen Kreditarten, bei denen eine planmäßige Inanspruchnahme und Tilgung zugrunde liegt.“ Wesentliche Zinsbestandteile seien neben den eigentlichen Refinanzierungskosten insbesondere Eigenkapital- und Risikokosten, Kosten für die Bereithaltung von Liquidität für eventuelle nicht planbare Kreditinanspruchnahmen sowie die Kosten des operativen Geschäfts.

Aber egal, wie der Zins zustande kommt, für Verbraucher gilt: Grundsätzlich sollte ein Dispositionskredit weiterhin nur für kurzfristige Überziehungen gewählt werden. Langfristigen Kreditbedarf können Verbraucher günstiger mit einem Raten- oder Abrufkredit decken. Die Konditionen aller Banken können auf test.de/dispo abgerufen werden.

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13 Kommentare zu "Dispozins: Bloß nicht in die Miesen rutschen"

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  • @ Herr Mr. Objektiv:

    Herr Peter Gramm sollte aber auch daran denken, dass der Fahrradhändler, bei dem er sich das Rad kauft, ein Abzocker ist. Denn dieser wird vermutlich Geld für das Rad verlangen...

  • Was ich immer noch nicht verstehe und wohl auch nie verstehen werde: Warum sind Banken Abzocker? Weil sie ihre Dienstleistungen bepreisen? Dann ist jedes Wirtschaftsunternehmen Abzocker!
    Zum Thema Bargeldversorgung: Ich zahle für mein Konto (online Variante) 2,- Euro monatlich. Das ist alles an Gebühren. Keine Buchungsposten, nichts weiter. Deutschlandweit kann ich kostenlos Bargeld abheben, mit Karte zahlen, etc
    Dazu kommen 60,- Euro jährlich für die goldene Kreditkarte (die habe ich freiwillig dazu gebucht). Die rechnet sich über die enthaltenen Versicherungspakete für Auslandskrankenschutz, Reiserücktrittsversicherung etc(in den 60 Euro enthalten)bei einer einzigen Urlaubsreise im Jahr. Will sagen: Die Versicherungsprämien, die ich für die besagten Leistungen im Reisebüro nicht zaheln muss übersteigen die 60 Euro bei weitem.
    Ansonsten kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen.

  • Rechtzeitig nach den Sommerferien wird das Thema Dispokredit wieder aufgegriffen, als ob es nicht wichtigeres auf der Welt gibt.

    Rund 20 Prozent der Girokonto-Kunden sind jeden Monat im Dispo, viele von ihnen zwischen 500 und 1500 Euro....
    Laut Stiftung Warentest liegt die Ausfallwahrscheinlichkeit allerdings nur bei 0 bis 3,81 Prozent...
    Quelle: Bild

    Gehen wir mal davon aus das 20% der Kunden keinen Kredit bekommen können, 20% den Dispo nutzen, dann haben 60% einen Dispo, der nicht benutzt wird. Für die Bank ist jedoch der nicht genutzte Kredit der teuerste Kredit, da den Verwaltungskosten (z.B. für aufsichtsrechtlich vorgeschriebene Frühwarnsysteme zur Bonitätsüberwachung) keine Einnahmen gegenüber stehen. Lösung des Problems heute: Mischkalkulation --> es zahlen die, die den Dispokredit nutzen --> Folge hoher Dispozins
    Alternativer Ansatz: Die Verwaltungskosten werden über einen Bereitstellungspreis (wie bei den Stromversorgern) abgerechnet und die Kreditnutzung über einen niedrigeren Zins (= Arbeitspreis Stromversorger). Bei diesem Modell sind Zinssätze weit unter 10% möglich.

    Damit es alle verstehen:

    5000 Dispo, wenn ganzjährig nicht genutzt 0,5% p.a. Bereitstellungpreis = 12,50 EUR
    5000 Dispo, bei ganzjähriger Nutzung 5% Zinssatz = 250 EUR

    Auch bei diesem Modell werden die Verbraucherschützer ein Haar in der Suppe finden und weiterhin Abzocker schreien.

    Nur noch eine abschließende Bemerkung:
    Sobald ein Wirtschaftsunternehmen nichts mehr verdient, wird die Leistung nicht mehr angeboten. Der Einzelhandel wird Umsatzrückgänge verzeichnen.

  • peter gramm: vorsicht vor bänkern, politikern und geistlichen. ALLE umweht ein gschmäckle...

    ....wenn jemand ein girokonto hat (und dies hat fast jeder) ist er in der hand der bankabzocker. entweder er hat ein guthaben, dann nimmt es die bank zum nulltarif, oder er hat verbindlichkeiten, dann raubt ihn die bank mit horrorzinsen aus...

    Ich persönlich halte nichts von Verallgemeinerung. Vielmehr finde ich sie respektlos und diskriminierend dem einzelnen Menschen gegenüber (Im Mittelalter wurden rothaarige Frauen verfolgt, weil sie ALLE Hexen waren...). Gerade beim Themen Banken finde ich es besonders wichtig zu differenzieren.
    Wissen Sie was Ironie ist? Es gibt Menschen, die regen sich über Zockerbanken auf, die vom Staat gestützt werden. Legen aber ein paar Monate später ihr Erspartes bei eben solchen Banken an, da es dort für drei Monate 0,15% p.a. mehr aufs Tagesgeld gibt...
    Herr Gramm, wenn ich Sie richtig verstehe haben Sie aktuell kein Konto, richtig? Sie holen ihr Geld direkt von Ihrem Arbeitgeber ab und fahren durch die Republik um ihre Ebay-Einkäufe vor Ort zu bezahlen... Sie heben demnach auch kein Geld ab und sie bezahlen beim Einkaufen auch nicht per Karte... Dann ist doch alles gut.
    Wenn Sie aber gerade verbal um sich schlagen... Dann hauen sie doch mal kräftig auf das jeweilige Rechenzentrum ein. Die erlauben sich frecherweise Leitungs- und Buchungspostengebühren von den Banken zu nehmen. Für Sie scheint es nur eine Lösung zu geben: Kein Konto, keine Kosten. Fahren Sie aber mit dem Fahrrad zu ihren Gläubigern, ansonsten knöpft Ihnen die Tankstelle,- sorry, ALLE Tankstellen- Ihr Geld ab.

  • @Herr Bankmensch Insider - die sogen. kostenlose bargeldversorgung können sie alle drei monate an ihrem kontoabschluß erkennen. kosten für lastschrift, barabhebung ihres eigenen guthabens am schalter,kosten für die gutschriften, der basispreis, kontoführung, überweisungskosten, auszugsgebühr usw usf.. ihr argument geht fehl. wenn jemand ein girokonto hat (und dies hat fast jeder) ist er in der hand der bankabzocker. entweder er hat ein guthaben, dann nimmt es die bank zum nulltarif, oder er hat verbindlichkeiten, dann raubt ihn die bank mit horrorzinsen aus. die leute, die sich mitr dem bankunwesen beschäftigen oder beschäftigt haben, werden ihren positivismus hinsichtlich bankenunwesen sicherlich nicht teilen können, da die realitäten andere sind.

  • Also, weder für die Inflation noch für die Niedrigzinsphase kann der Bänker etwas.
    Guthaben auf Girokonten sind schon sehr lange unverzinst, weil das Girokonto der Zahlungsabwicklung dient und nicht der Geldanlage. Da aber jeder selbst entscheiden kann (und nicht gezwungen wird), ob er Geld auf dem Konto parkt oder nicht, kann von Raubrittertum keine Rede sein. Die Leistung des Girokontos: Kostenlose Bargeldversorgung, Teilnahme am Zahlunsgverkehr, ... um nur einige zu nennen.
    Ob der Kunde/ Bürger sich für Dinge interessiert, die ablaufen - da ist jeder selbst gefordert. Aber über das neue iPhone oder den neuen sky Tarif weiss jeder Bescheid. Nur, wenn es um die Finanzen geht Geldanlage oder Kredit), dann wird immer sofort nach dem Staat geschrien. Allerdings:
    1. befinden wir uns in einer Marktwirtschaft, in die der Staat nicht eingreifen sollte
    2. Dummheit udn Desinteresse können nicht durch Regulierung ausgemerzt werden

  • @Herr Bankmensch Insider- banken nehmen das geld von kunden ohne gegenleistung. (guthaben auf den girokonten). das sind raubrittermethoden. dass bei banken etwas nicht stimmt hat die vergangenheit doch wohl eindeutig gezeigt. warum sonst konnte nur noch der staat eingreifen. da hat dann wohl die bankenaufsicht und alle sonst so wichtigen aufsichtsgremien versagt. (ich sprech jetzt nicht von voba's und sparkassen). bei den landesbanken war aber alles drunter und drüber. dass die voba's und sparkassen aber wiederum an den landesbanken beteiligt sind, sind sie bewi der sanierung mitbetroffen. vielleicht ein grund für die enormen dispozinsen. wie, von wem und zu welchem zweck heute dem bürger in die tasche gegriffen wird, kann der betroffene kaum noch nachvollziehen. im übrigen, wie bankbilanzen heute ganz legal frisiert werden dürfen ist hinlänglich bekannt. (fair value!!!!) kommt auch aus amerika. verluste ausw wertpapieren bleiben unberücksichtigt (anschaffungskosten werden gebucht, auslagerung in sogen. zweckgesellschaften uswusf.), hingegen kurssteigerungen sehr wohl berücksichtigt werden. wie im tollhaus bei unseren bänkern. das grundübel daran ist, dass sich der bürger gar nicht mehr dafür interessiert. die pleiten, ob westlb, bayernlb, sachsenlb, bawülb, hessenlb, hshnordbank usw usf. nimmt er nur noch staunend zur kenntnis. bis jetzt ging ja noch alles gut. die rechnung dafür wird ihm (dem gutgläubigen) jetzt schon mal ganz langsam präsentiert. niedrigzinsphase unterhalb der inflationsrate und damit vermögensvernichtung. die zeche für unfähigkeit zahlt immer der kleine. egal was uns die wohlversorgten und gepamperten erzählen.

  • Im Übrigen: Wie oben bereits durch meine Vorredner erwähnt: Niemand wird gezwungen, den Dispo in Anspruch zu nehmen. Vielleicht erst rechnen, ob man sich das vodafone-Abo, den Sky-Vertrag, ... leisten kann und dann kaufen. Selbst Null-Prozent-Dispokredite würden die Kunden nicht vor Überschuldung schützen. Man sollte eher die 0% -Finanzierung im Mediamarkt und sonstigen VErbrecherläden verbieten als den Banken in ihre Preispolitik reinreden. Der Preis für das Heft der Stiftzung Warentest übrigens ist 50% zu teuer. Deutlich weniger wäre angemessen und vollkommen ausreichend. Schließlich bieten die seit Jahren nur populistische Artikel an und werden obendrein durch Steuermittel finanziert.

  • @Herr peter gramm: Warum Vorsicht vor Bänkern? Weil sie eine Leistung bepreisen? Seltsam finde ich, dass jeder Bänker ein "Abzocker" sein soll, weil für die Dienstleistung Geld genommen wird. Selbstverständlich zahlen die Banken/ Sparkassen weniger Sparzinsen als sie an Kreditzinsen verlangen! So funktioniert das Geschäft! Jeder Schuhhändler kauft die Schuhe günstiger ein, als er sie verkauft. Und bitte einfach mal den Kommentar oben von Herrn Ray Muller lesen! Dem ist nichts hinzuzufügen. Zudem müssen Banken bei Krediten - insbesondere bei unbesicherten Dispokrediten - das Ausfallrisiko einpreisen.
    Schön, dass Stiftung Finanztest zu glauben weiß, wie hoch die Zinsen sein dürfen. Vom Bankgeschäft haben die allerdings keine bis wenig Kenne, wie man an deren Artikeln unschwer erkennen kann.

  • Vielleicht möchten viele Banken nicht an solchen Umfragen teilnehmen, weil von vornherein klar ist das mit diesen Daten nur Stimmung gegen sie gemacht wird. Sie vergleichen hier nicht einmal Äpfel mit Birnen, sondern 1a-Obst mit Fallobst. Es ist nicht so das Banken eine Mail an die EZB senden "Heute nehmen wir 100 Millionen von euch ...", sondern sie müssen hierfür Wertpapiere mit hoher Bonität als Sicherheit hinterlegen. Ich möchte mich nicht gegen eine Berichterstattung über überhöhte Dispozinsen beschweren, aber über die einseitige Art und Weiße der Berichterstattung! Bei uns Bankangestellten verlangt jeder Kunde eine faire und transparente Beratung. Aber mit so einer Herangehensweise könnte eine Zeitung wohl deutlich weniger Auflage verkaufen …

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