Einlagensicherung: Mein Geld ist sicher - oder nicht?

Einlagensicherung
Mein Geld ist sicher - oder nicht?

Viele Deutsche haben sich von hohen Zinsen locken lassen und ihr Geld im Ausland geparkt. Nun fürchten sie, nicht mehr an ihr Erspartes zu kommen, wenn Banken pleitegehen. Sind ihre Sorgen berechtigt?
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Düsseldorf, FrankfurtDie Sorgen um die europäischen Banken reißen nicht ab. Sogar die Pleite von einzelnen Instituten erscheint nicht mehr ausgeschlossen. Viele Griechen haben ihre Konten bereits leergeräumt – weil sie fürchten, sie könnten Ernstfall nicht mehr an ihr Geld kommen. Auch in Spanien ziehen Investoren ihr Geld ab. Die Angst vor dem „Bank Run“, dem Ansturm auf die Banken, geht um. Und auch in Deutschland bekommt mancher Sparer kalte Füße.

Eine Sprecherin der Santander Consumer Bank, eine 100-prozentige-Tochter der spanischen Santander, beschwichtigte bereits: „Unsere Mutter ist genauso gut aufgestellt wie bisher. Unser Kunden können ganz beruhigt sein: Die Santander Consumer Bank ist eine Bank nach deutschen Recht und gehört der deutschen Einlagensicherung an.“

Die Deutschen haben Geld in den vergangenen Jahren mit Vorliebe bei ausländischen Instituten wie Santander, Bank of Scotland oder NIBC geparkt. Dort gab es für Tagesgeld das Vier- bis Fünffache an Zinsen als bei deutschen Banken. Die als langweilig geltenden deutschen Geldhäuser wie Sparkassen machen für täglich verfügbare Einlagen häufig kaum mehr als ein halbes Prozent locker.

Das Problem: Oftmals sind diejenigen Institute besonders spendabel, deren Mutterhäuser selbst hohe Prämien zahlen müssen, um an Geld zu kommen. Oder anders ausgedrückt: Hohe Zinsen bieten häufig Institute mit schwacher Bonität. Das zeigt ein Vergleich von Tagesgeldsätzen von Banken mit deren Ratings sowie Prämien zur Ausfallversicherung von Bankkrediten, die als Gradmesser für die am Markt aktuell bewertete Sicherheit einer Bank gelten.

Zu den Banken unter den Tagesgeldanbietern mit den höchsten aktuellen sogenannten CDS-Prämien für Kreditausfall gehören die russische VTB Bank, die spanische Santander-Bank, die niederländische NIBC und die Bank of Scotland. Die längerfristige Kreditwürdigkeit der ausländischen Häuser mit hohen Zinsen bewerten Ratingagenturen zwischen schwächer ("Ba3" oder "BB-") bis sehr gut (AA+).

Der neue Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Georg Fahrenschon, warnte kürzlich Sparer, nicht auf bestimmte Angebote "reinzufallen". Er könne sich keinen Reim darauf machen, wenn gescheiterte Manager der Vergangenheit mit neuen Instituten auf ähnliche Weise versuchen, Einlagen zu gewinnen. Namen nannte Fahrenschon nicht. Aber seine Kritik dürfte auf die Direktbank VTB gemünzt sein. Die Geschäfte der VTB in Deutschland führt jetzt der ehemalige Chef der pleitegegangenen Kaupthing Bank.

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.  

  • Werte Redaktion,

    bei den Angaben zur 1822direkt ist Ihnen ein grober Schnitzer unterlaufen. Das Institut ist, wie auf dessen Website nachzulesen, als 100%ige Tochter der Frankfurter Sparkasse Mitglied des Sparkassen-Haftungsverbands und nicht Mitglied des Einlagensicherungsfonds des Bundes deutscher Banken.

  • Leider lässt der Bericht noch einen wichtigen Punkt unberücksichtigt - die Verfügbarkeit der Anlagen.

    Aus unserer täglichen Praxis mit Sparbriefkunden der genannten Banken kennen wir ein weiteres Problem. Denn diese Banken schliessen sehr oft sowohl die Abtretung als auch die Verpfändung der Anlagen aus. Dies hat zur Folge, dass ein Kunde dann über 10 Jahre festgelegt ist und keine Möglichkeit hat, die Anlage über den Zweitmarkt zu veräussern oder auch nur als Kreditsicherheit zu nutzen,

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