Einlagensicherung

Mein Geld ist sicher - oder nicht?

Viele Deutsche haben sich von hohen Zinsen locken lassen und ihr Geld im Ausland geparkt. Nun fürchten sie, nicht mehr an ihr Erspartes zu kommen, wenn Banken pleitegehen. Sind ihre Sorgen berechtigt?
Update: 06.06.2012 - 08:28 Uhr 33 Kommentare
Bankautomat von Santander: Die Bank versichert, dass sich Kunden keine Sorgen machen müssen. Quelle: Reuters

Bankautomat von Santander: Die Bank versichert, dass sich Kunden keine Sorgen machen müssen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf, FrankfurtDie Sorgen um die europäischen Banken reißen nicht ab. Sogar die Pleite von einzelnen Instituten erscheint nicht mehr ausgeschlossen. Viele Griechen haben ihre Konten bereits leergeräumt – weil sie fürchten, sie könnten Ernstfall nicht mehr an ihr Geld kommen. Auch in Spanien ziehen Investoren ihr Geld ab. Die Angst vor dem „Bank Run“, dem Ansturm auf die Banken, geht um. Und auch in Deutschland bekommt mancher Sparer kalte Füße.

Eine Sprecherin der Santander Consumer Bank, eine 100-prozentige-Tochter der spanischen Santander, beschwichtigte bereits: „Unsere Mutter ist genauso gut aufgestellt wie bisher. Unser Kunden können ganz beruhigt sein: Die Santander Consumer Bank ist eine Bank nach deutschen Recht und gehört der deutschen Einlagensicherung an.“

Die Deutschen haben Geld in den vergangenen Jahren mit Vorliebe bei ausländischen Instituten wie Santander, Bank of Scotland oder NIBC geparkt. Dort gab es für Tagesgeld das Vier- bis Fünffache an Zinsen als bei deutschen Banken. Die als langweilig geltenden deutschen Geldhäuser wie Sparkassen machen für täglich verfügbare Einlagen häufig kaum mehr als ein halbes Prozent locker.

Das Problem: Oftmals sind diejenigen Institute besonders spendabel, deren Mutterhäuser selbst hohe Prämien zahlen müssen, um an Geld zu kommen. Oder anders ausgedrückt: Hohe Zinsen bieten häufig Institute mit schwacher Bonität. Das zeigt ein Vergleich von Tagesgeldsätzen von Banken mit deren Ratings sowie Prämien zur Ausfallversicherung von Bankkrediten, die als Gradmesser für die am Markt aktuell bewertete Sicherheit einer Bank gelten.

Zu den Banken unter den Tagesgeldanbietern mit den höchsten aktuellen sogenannten CDS-Prämien für Kreditausfall gehören die russische VTB Bank, die spanische Santander-Bank, die niederländische NIBC und die Bank of Scotland. Die längerfristige Kreditwürdigkeit der ausländischen Häuser mit hohen Zinsen bewerten Ratingagenturen zwischen schwächer ("Ba3" oder "BB-") bis sehr gut (AA+).

Der neue Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Georg Fahrenschon, warnte kürzlich Sparer, nicht auf bestimmte Angebote "reinzufallen". Er könne sich keinen Reim darauf machen, wenn gescheiterte Manager der Vergangenheit mit neuen Instituten auf ähnliche Weise versuchen, Einlagen zu gewinnen. Namen nannte Fahrenschon nicht. Aber seine Kritik dürfte auf die Direktbank VTB gemünzt sein. Die Geschäfte der VTB in Deutschland führt jetzt der ehemalige Chef der pleitegegangenen Kaupthing Bank.

Böse Erinnerungen an Kaupthing
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33 Kommentare zu "Einlagensicherung: Mein Geld ist sicher - oder nicht?"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.  

  • Werte Redaktion,

    bei den Angaben zur 1822direkt ist Ihnen ein grober Schnitzer unterlaufen. Das Institut ist, wie auf dessen Website nachzulesen, als 100%ige Tochter der Frankfurter Sparkasse Mitglied des Sparkassen-Haftungsverbands und nicht Mitglied des Einlagensicherungsfonds des Bundes deutscher Banken.

  • Leider lässt der Bericht noch einen wichtigen Punkt unberücksichtigt - die Verfügbarkeit der Anlagen.

    Aus unserer täglichen Praxis mit Sparbriefkunden der genannten Banken kennen wir ein weiteres Problem. Denn diese Banken schliessen sehr oft sowohl die Abtretung als auch die Verpfändung der Anlagen aus. Dies hat zur Folge, dass ein Kunde dann über 10 Jahre festgelegt ist und keine Möglichkeit hat, die Anlage über den Zweitmarkt zu veräussern oder auch nur als Kreditsicherheit zu nutzen,

  • 05.06.2012, 18:47 Uhr @ Mitgliedhandrudi

    Wasn das fürn Quatsch, es ist ein Riesenunterschied ob ich 5 Hemden für 400€ in bar oder mit einer Karte bezahle!

    In bar hab ich 260€ bezahlt!

    Seid geraumer Zeit hab ich nur noch das allernötigste Geld auf der Bank und zahle nur noch BAR!
    Mir schlägt Begeisterung bei Barzahlung entgegen…
    Und über die ausgehandelten Rabatte bin ich begeistert!

  • Danke, schöner Tag wenn man was lernt! Gibt es dabei eine Beschränkung für Banken wie die Volksbank/Sparkasse? Oder haben diese wenigstens eine Art "Kodex" es nicht zu tun ? Oder gibt es eine Informationspflicht dabei ?

    Bzw. hast du dazu bitte eine Quelle die ich zitieren kann ? Danke.

  • >Der Einlagesicherungsfonds ist nur ein Trugschluß
    Jein -die EZB kann schon jederzeit beliebig Geld drucken; die BuBa übrigens auch (schimpft sich "ELA" und wird derzeit von den anderen nationalen Notenbanken der PIIGS auch schon fleißigst missbraucht).
    Ist dann halt nur wie in den 20er Jahren, als irgendwann der Heizwert des Papiergeldes höher war als sein Kaufwert für Briketts...

    Beste Anlageform dürfte daher sein:
    - selbstgenutzte eigene Immobilie
    - Gold & Silber, physisch und in kleiner Stückelung
    - Blei, ebenfalls physisch und in kleiner Stückelung (.38 oder .45, für die Nahrungssuche im Wald auch in .308)

    Nur letzteres ist dem Privatmann in DE ja zwischenzeitlich verunmöglicht worden, während unsere Oberen aus Politik & Wirtschaft schon längst aufgerüstet sind -ein Schelm, wer böses dabei denkt..

  • Wie ist es denn nun bei der kombinierten Sicherung? Zb Royal Bank Scotland, da muss ich erst nach England gehen für mein Geld und dann erst (über 100.000) in Deutschland?
    Also wenn ich 50.000 habe, dann streite ich in England und in englisch um/für mein Geld???

  • Das Depot incl Anteile an Investmentfonds ist Sonder-vermögen, das von einer evtl Bankinsolvenz unbeeinträch-tigt bleibt. Im Gegensatz zu Giro-, Spar-, Termingeld, Banksparbriefen und -schuldverschreibungen: hier ist der Sparer Gläubiger der Bank. Ich finde es bodenlos, daß es nach wie vor Schnäppchenjäger gibt, die sich weigern, das Thema "Einlagensicherung" auch nur zur Kenntnis zu nehmen und dann, wenn das Kind erwartungsgemäß im Brunnen liegt, nach dem Staat schreien oder ihren Berater verklagen - wie seinerzeit bei den Lehman-Zertifikaten.

  • Finanzpolitik ist Psychologie in Reinkultur: Solange genügend Menschen an solche Versprechungen à la "Ihr Geld ist sicher!" glaubt, wird es das auch noch sein. Sowie aber eine kritische Masse an Leuten diesen Glauben verliert, wird die Bankenpleite bei Eigenkapitalquoten <5% zur selbsterfüllenden Prophezeihung.
    Hier gilt dasselbe Prinzip wie im Kino: Wenn's brennt und man gleich als erster zum Ausgang stürmt, kommt man noch lebend raus, der große Rest verbrennt elendiglich.
    -Wer jetzt immer noch Geld in Euros hält, dem ist nicht mehr zu helfen. Die Anlageklassen für die nächsten ~10 Jahre sind eindeutig:
    - Beton
    - Gold & Silber
    - Blei

  • Also das Land Deutschland, welches 2 Billionen Euro Schulden hat und in den nächsten 1000 Jahren nicht vor hat, nur einen einzigen Cent an Schulden zurückzuzahlen, garantiert, das die Spareinlagen sicher sind. Aber Deutschland, das Volk, die Bürger, sind wir doch selbst. Also wir haften selbst für die Schulden unserer Regierung, die hoffnungslos überschuldet ist und ein Bankrott somit in der nahen Zukunft unausweichlich ist. Wer sein Vermögen auf einer Bank hat braucht sich also nicht zu wundern, wenn es bei den in Kürze kommenden Bankenpleiten weg ist. Und wer jetzt nicht genug Barreserve abholt, braucht sich nicht zu wundern, wenn kein Geld mehr da ist, da der Bankenrun europaweit bereits begonnen hat. Dagegen helfen auch keine weiteren Lügen unserer Politiker. Nach meiner Meinung sollte man sich Schweizer Franken, Gold, Silber an die Seite legen. Nur keinen einzigen Cent einer Bank anvertrauen!!!!

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