Einlagensicherung: So schützen Sparer ihr Geld

Einlagensicherung
So schützen Sparer ihr Geld

Zypern ist vorerst gerettet, doch der Schock nach tagelangen Kontosperrungen und der Enteignung von Bankkunden sitzt tief. Was verunsicherte deutsche Sparer jetzt tun sollten, wenn sie wieder besser schlafen wollen.
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Nach der langen Nacht der Zypern-Rettung sind wir europäischen Sparer in einer völlig veränderten Welt aufgewacht. Die neue Realität ist der kalte Stern der Gewissheit, dass jeder Euro auf unserem Bankkonto nur so sicher ist wie das Kreditinstitut, dem wir das Geld anvertrauen. Die Spareinlagen haben wir mit eigener Arbeit verdient oder mit unserem Vermögen erwirtschaftet und betrachten sie daher mit Recht als unser Eigentum.

Doch wenn unserer Bank das Geld ausgeht oder ihr die Schulden über den Kopf wachsen, kann sich dieses Eigentum schnell in Luft auflösen. Das Guthaben auf dem Konto ist kein verlässlicher Wert, sondern ein mehr oder weniger riskanter Kredit an die Bank – vergütet mit derzeit meist lächerlich niedrigen Zinsen. Hartgesottene Ökonomen erklären diese Erkenntnis zur Selbstverständlichkeit, was sie eigentlich auch ist und schon immer war. Aber nach dem Debakel in Zypern stellen sich viele die Frage, ob Banken den von uns Kunden gewährten Kredit wirklich jederzeit und in voller Höhe zurückzahlen können.

Besonders viel können deutsche Bankkunden übrigens nicht tun, um ihr Geld besser abzusichern. Aber dank ein paar ganz einfacher Handgriffe sollten sie angesichts der nagenden Gewissheit um den Kreditcharakter ihrer Ersparnisse wieder etwas leichter Schlaf zu finden. Stark Verunsicherte können Bargeld für den Notfall bunkern, ihre Konten auf Banken unterschiedlicher Institutsgruppen verteilen und sollten vor allem den verlockend hohen Tages- und Festgeldzinsen bei Angeboten von meist wackligen Kreditinstituten widerstehen.

Einem Alptraum glichen die Bilder der Schlangen vor zyprischen Geldautomaten, die lange nur winzige Beträge ausspuckten oder die Nachrichten vom gesperrten Onlinebanking. Erst am Donnerstag vor Ostern öffneten Zyperns Banken nach elf Tagen wieder. Verbraucher mussten sich also beeilen, um vor den Feiertagen schnell noch ihre Ostereinkäufe zu erledigen und die zur Neige gegangenen Vorräte aufzustocken.

Solche Szenarien sind derzeit in Deutschland zum Glück unwahrscheinlich. Wer sich dennoch für den Fall tagelang geschlossener Banken und gesperrter Konten wappnen will, kann sich einen Bargeldvorrat in möglichst kleinen Scheinen und ein paar Münzen zurechtlegen. Das Risiko, die eiserne Reserve bei einem Wohnungseinbruch in der Urlaubszeit zu verlieren, muss man dabei wohl oder übel in Kauf nehmen.

Wer die Notgroschen stattdessen in einem Bankschließfach deponiert, muss Kosten einkalkulieren und sollte darauf achten, dass der Zugang zu seinem Minitresor auch garantiert ist, wenn die betroffene Bank auf Weisung der Finanzaufsicht schließen müsste. Neben Banken gibt es aber in vielen Städten auch freie Anbieter von Schließfächern.

Kommentare zu " Einlagensicherung: So schützen Sparer ihr Geld"

Alle Kommentare
  • Das setzt voraus, der Staat bzw die Steuerzahler können und wollen dafür dauerhaft gerade stehen! Da hätte ich Zweifel! Warten wir mal ab, wie lange due Politik noch bereit ist, die Misserfolgsserie der Coba zu beobachten ohne zu handeln! So etwas kann man den Wählern eigentlich kaum erklären!

  • Was gesagt werden muß ist allerdings auch, daß das Wahlkrampf-Gejammere der Neidgeneratoren über "die Schere zwischen Arm & Reich" ... bla fasel sülz ... eine naturgegebene Ursache hat:

    Arm und Reich gibt es nicht nur weil es charakterliche Missbildungen gibt, sondern hauptsächlich weil es zwei andere Eigenschaftspaare gibt.

    Nämlich fleissig und faul sowie klug und dumm.
    Das erwähnt aber niemand.

    Wer aber sich etwas sparen will -
    -für eigene Projekte
    -als Sicherheit gegen Krankheiten
    -als Lebensgrundlage für die Zulunft ....
    der sollte das auch können dürfen.

    Wer nur auf die Politiker vertraut die den Staat gestalten, kann gleich einpacken. Schließlich hat unserer Staat ganz erhebliche Schwachstellen. Und zwar alle drei Säulen auf denen er steht ist stark baufällig: Legeslative, Executive und Rechtsprechung. Jede dieser Säulen bröckelt und wenn letztlich nur eine Säule zusammensackt, kippt alles.

    Die Fähigkeiten der Rechsprechung werden am Fall Mollath für jeden
    sichtbar.

    Die Fähigkeiten der Executive sieht man ja an der überbordenden Bürokratie. Beispiele gefällig? Um eine Würstchenbude zu eröffnen müssen müssen weit über 200 Rechtsverordnungen und Gesetze beachtet werden!

    Oder die Legeslative: Ein Bürger darf nur alle 4 Jahre einen Kandidaten und ein Paket von angeblich verdienten Parteimitgliedern ankreuzen. Danach ist er wieder entmündigt. Minderheiten werden durch zahlreiche Vorschriften (u.a. die 5%-Klausel) jede Mitwirkung verweigert, abwählen darf man auch niemand, Koalitionen bedürfen keines Plebizites (was Hitler ausnutzte!), die Nichtwählerplätze im Parlament sind die (für Steuerzahler teuere) Beute von Blockparteien usw...

  • Wenn das Pfund Sterling von 1700 bis 1913 200 Jahre lang eine Teuerung von praktisch NULL aufzuweisen hatte, seit 1914 aber 98 % an Wert verloren hat, ähnlich Dollar und andere Papiergeldversprechen, dann liegt der Schluss nahe, dass sich auch in den letzten 10 Jahren in den Gütern keine Wertveränderung ergeben hat, sondern ausschließlich im Papiergeld.
    http://www.parliament.uk/documents/commons/lib/research/rp99/rp99-020.pdf

    90 % Kaufkraftverlust allein seit 1971:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Pound_sterling#Value

    Bankenpleiten sind ein ernsthaftes Thema, aber auch ohne diese findet die totale Enteignung statt.

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