Erstmals seit 14 Jahren
Strompreise sollen 2015 sinken

Anfang 2015 senken viele Stromversorger die Preise - nach 14 Jahren Preisanstieg. 35 Euro können Familienhaushalte damit im Jahr sparen. Endlich die Trendwende - oder „zu spät und zu wenig“, wie Kritiker meinen?
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Berlin/DüsseldorfErfreuliche Vorweihnachtspost für viele Stromkunden: Nach 14 Jahren mit - im Bundesschnitt - regelmäßig steigenden Stromrechnungen senken viele deutsche Stromversorger Anfang 2015 erstmals wieder die Preise. „Eine Trendwende“, jubelt die Verbraucherzentrale NRW, gießt aber gleichzeitig viel Wasser in den Wein: Die Mehrzahl der Stromversorger sei noch abgetaucht und gebe ihre eigenen deutlich gesunkenen Einkaufskosten nicht an die Verbraucher weiter.

Nach Angaben des Preisvergleichsportals Verivox haben 205 Unternehmen zum Jahresbeginn Preissenkungen im Schnitt um 2,4 Prozent angekündigt (Stand 19.11.), Konkurrent Check 24 hat 179 Preissenkungen (Stand 20.11.) im selben Umfang erfasst - darunter große Versorger wie die Stadtwerke München, Mainova (Frankfurt/Main) oder der ostdeutsche Großversorger EnviaM.

Der Verbraucherstrompreis liegt aktuell im Bundesschnitt bei knapp über 29 Cent pro Kilowattstunde. 30 bis 35 Euro im Jahr kann ein vierköpfiger Durchschnittshaushalt im Grundversorgungstarif nach Angaben der Tarifportale sparen.

„So eine große Anzahl von Preissenkungen hatten wir noch nie“, sagt eine Check24-Sprecherin. „Trotzdem kommen sie zu spät und fallen im Schnitt zu gering aus, finanzielle Spielräume der Versorger werden anscheinend nicht vollständig an den Verbraucher weitergegeben.“

Mit rund 200 der insgesamt 850 Grundversorger gibt nämlich bisher gerade mal ein Viertel der Branche Preissenkungen von der Strombörse an die Verbraucher weiter. Außerdem halten sich die Marktführer Eon und RWE genauso zurück wie Vattenfall. Von den „Großen Vier“ der Branche beteiligt sich damit bisher nur EnBW am Preissenkungsreigen - und das mit bescheidenen 1,4 Prozent. Die drei anderen winken erst mal ab.

„Wir rechnen noch“, sagt ein RWE-Sprecher auf Nachfrage. „Eon hält den Strompreis stabil“, sagt eine Eon-Sprecherin. „Ist noch nicht entschieden“, heißt es bei Vattenfall. Preisveränderungen müssen den Kunden sechs Wochen vor Inkrafttreten - für Anfang 2015 also bis zum 20. November - mitgeteilt werden.

Die Beschaffungspreise an der Strombörse sind in den vergangenen zwei Jahren deutlich von mehr als 50 auf nur noch 32 Euro (Spotpreis) pro Megawattstunde gefallen. Hinzu kommen stabile oder sogar leicht gesunkene staatliche Abgaben. Die viel gescholtene EEG-Umlage zur Finanzierung der Ökostromreform sinkt zum 1. Januar 2015 sogar geringfügig von 6,24 auf 6,17 Cent pro Kilowattstunde. Auch die Summe aller staatlichen Steuern und Abgaben - inklusive Mehrwert- und Stromsteuer - geht nach Berechnung des Energieberatungsunternehmens ISPEX leicht von 10,17 Cent auf 9,46 Cent zurück.

Die NRW-Verbraucherzentrale hat seit 2010 einen Rückgang allein des Börsenstrompreises um mehr als 2 Cent pro Kilowattstunde errechnet. Um annähernd zwei Cent müssten dann auch die Verbraucherpreise nachgeben, fordert Energieexperte Udo Sieverding.

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Kommentare zu " Erstmals seit 14 Jahren: Strompreise sollen 2015 sinken"

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  • Warum werden die Börsenpreise für Strom nicht in derselben Einheit (EUR/MWh) genannt wie die Kundenpreise (Cent/kWh)? Um zu verschleiern, dass die Stromproduzenten von den fast 30 Cent/kWh nur 3,2 Cent/kWh (=32 EUR/MWh) bekommen? Passt das nicht zur Ideologie, dass die Stromkonzerne böse sind? Von den 3,2 Cent/kWh muss übrigens auch noch der Strom produziert werden....

    Weiter sieht man im Artikel sehr schön, dass die Grünen das Konzept der Marktwirtschaft wirklich nicht verstanden haben. Warum fordern die Grünen nicht Aldi auf, die Preise zu senken?? Weil es in der Marktwirtschaft Konkurrenz gibt! Genauso kann der Stromverbraucher unter Hunderten Anbietern wählen. Aber die Grünen brauchen ein Feindbild - RWE und Co. als atomare Verbrecher eignen sich da sehr gut.....

    Nur bringt das unsere Gesellschaft nicht weiter. Im Gegenteil: Statt die schmutzigsten Dreckschleudern der Welt (Braunkohlekraftwerke) einzumotten, wurden auf Grund der Ideologie der Grünen (fast) CO2-freie Kernkraftwerke in Deutschland abgeschaltet. Und nun wundern wir uns, dass wir unsere Klimaziele nicht erreichen.....

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