EU-Einlagensicherung: Deutsches Geld für spanische Sparer

EU-Einlagensicherung
Deutsches Geld für spanische Sparer

Müssen deutsche Sparer demnächst für ausländische Banken einspringen? In Brüssel kursiert eine neue Idee, um mit ihrem Geld Südeuropa zu retten. Die deutschen Banken wehren sich heftig dagegen.
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Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, BrüsselWenn es nach den Plänen geht, die in Brüssel kursieren, dann müssen deutsche Sparer bald für Banken in Südeuropa haften. EU-Kommissionschef José Manuel Barroso macht sich dafür ebenso stark wie der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi.


Das Konzept der sogenannten "Bankenunion" sieht unter anderem eine europaweite Einlagensicherung vor. Bisher hat jedes Land seine eigene Einlagensicherung. Für deutsche Privatbanken übernimmt die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) die Haftung. In diesem Sicherungsfonds lagern Milliarden, mit denen die Einlagen deutscher Sparer abgesichert werden. Die Mittel werden durch Beiträge der Institute aufgebracht. Rechtlich handelt es sich dabei um ein Sondervermögen des Bundes bei der KfW. Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben unabhängig davon ein eigenes Sicherungssystem aufgebaut.


Künftig könnten davon auch Spanier, Italiener und Franzosen profitieren. Konkret heißt das: Die deutschen Einlagensicherungsfonds sollen in eine gesamteuropäische Einlagensicherung aufgehen. Diese könnte für die Spargelder der südlichen Banken garantieren.

Nachdem die deutschen Steuerzahler bereits mit bis zu 280 Milliarden Euro für die Rettung Griechenlands sowie die Rettungsschirme bürgen, käme jetzt eine neue Dimension hinzu: Nun wären auch die deutschen Sparer in die Rettungsaktionen der Politik einbezogen.


Zwar garantiert die EU bereits heute Einlagen in der EU bis zu 100.000 Euro. Da aber der jeweilige Staat für die Spargelder haftet, trauen die Sparer den überschuldeten Ländern die Einlösung dieser Garantie nicht mehr zu. Um welche Dimensionen es dabei geht, zeigt ein Blick in die Statistik. Die Deutschen besitzen Spar- und Termineinlagen von 1,8 Billionen Euro. Das ist fast so viel, wie die Bürger der vier Krisenstaaten Italien, Spanien, Irland und Portugal zusammen gespart haben.

Die Zahlen signalisieren, wer im Falle einer Bankenpleite die größte Verantwortung für die Rettung der betroffenen Sparguthaben übernehmen müsste: die deutschen Sparer über ihre Einlagensicherung. Denn die Deutschen haben aktuell, sowohl als Steuerzahler als auch als Sparer, das größte Potenzial.

Kommentare zu " EU-Einlagensicherung: Deutsches Geld für spanische Sparer"

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  • Wir reden nur alle, wann folgen Taten? Habe heute beim Finanzministerium in Berlin angerufen und wollte meinen Unmut äußern, aber von den Nichtskönnern wird man einfach abgewürgt. Arrogantes Pack- wird auch noch von uns gezahlt. Wann gehen wir auf die Straße ? Hier hilft nur noch der Widerstand der Bevölkerung! Wir müssen uns wehren. Die nehmen uns aus- und die hohlen Politker machen da noch mit.

  • Wir hier in Griechenland haben es Euch zu Danken ,dass ihr nun die Spanier im Mund habt, endlich koennen wir unsere Sonne geniessen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • Als die Spanier sich berufen fühlten südamerikanische Länder ausplündern zu dürfen hat das Inka-Gold dem Land nur wirtschaftlichen Niedergang gebracht. Im Interesse Spaniens sollten wir es verhindern, dass es nun europäische Länder ausnimmt.

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