„Faire Umverteilung“: Maschmeyer will die Luxussteuer

„Faire Umverteilung“
Maschmeyer will die Luxussteuer

Er ist einer der schillerndsten Unternehmer in Deutschland mit besten Kontakten in Politik und Gesellschaft. Jetzt erklärt sich Carsten Maschmeyer zum Steuersystem - und zur Kritik von Anlegerschützern.
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Er galt als Glamourstar unter den Vertretern und rühmte sich bester Kontakte zu Politik und schönen Frauen. In den vergangenen Monaten ist es aber ruhig geworden um den Unternehmer Carsten Maschmeyer. Jetzt meldet sich Maschmeyer eindrucksvoll zurück.

In einem Interview mit dem Handelsblatt fordert er eine Luxussteuer als Aufschlag auf die Mehrwertsteuer beim Kauf von Luxusartikeln wie Yachten oder Kaviar. „Auf Luxusgüter sollte man eine hohe Sondersteuer einführen, denn das wäre eine faire Umverteilung und träfe die Richtigen“, sagte Maschmeyer.

Der 53-Jährige zählt zu den reichsten Menschen in Deutschland. Allein für den Verkauf seines früheren Finanzdienstleisters AWD hatte er mehr als 600 Millionen Euro vom Versicherer Swiss Life bekommen.

Der AWD stand lange in der Kritik von Anlegern, die ihm vorwarfen, durch falsche Beratung Geld verloren zu haben. „Die Kunden haben das Geld den Herstellern anvertraut, nicht dem AWD“, sagte Maschmeyer dazu. „Ich bedaure jeden Fall, bei dem die Hersteller nicht ihre prognostizierten Versprechen eingehalten haben.“

Der AWD habe lediglich die Produkte vermittelt, die damals auch in den Medien als besonders lukrativ gepriesen worden seien und habe dabei seine Aufklärungspflichten voll erfüllt. Zuletzt machte Maschmeyer als Buchautor von sich reden. Gegen einen ARD-Film „Der Drückerkönig und die Politik“ wehrte er sich im vergangenen Jahr leidenschaftlich.

Das vollständige Interview aus der Freitag-Ausgabe des Handelsblatts können Sie im Handelsblatt-Shop herunterladen.

Kommentare zu " „Faire Umverteilung“: Maschmeyer will die Luxussteuer"

Alle Kommentare
  • Es geht nicht darum eine Palnwirtschaft / einen zweiten Sozialismus zu etablieren. Das machen die Politiker und Bürokraten schon selbst.

    Wichtig ist die reichlich vorhandenen Gewinne, die unsere Marktwirtschaft produziert gerechter zu verteilen. Und das macht man in der Regel über Steuern und Abgaben (nicht Zuschüsse).

  • Nachdem Maschmeyer sich die Taschen vollgestopft hat, will er sein Gewissen erleichtern und setzt sich für eine Luxussteuer ein. Welche Partei unterstützt er nun mit diesem Vorschlag und beeinflusst indirekt die Wähler?

    Es wäre uns Wählern viel mehr geholfen, gut bezahlte Arbeitsplätze – ohne Sozialzuschüsse etc. zum Überlegen der Arbeiter- zu schaffen.

    Warum investiert Maschmeyer nicht mal 50 % seines Vermögens in die Errichtung einer Produktionsfirma, damit die Bürger die Gelegenheit haben, ihr Geld selbst zu verdienen. Wenn er selbst nicht in der Lage ist, ein funktionierendes Unternehmen zu gründen, dann sollte er sich Gesellschafter suchen die hierzu in der Lage sind und für ihn die Arbeit machen.

  • Maschmeyer wird nie los werden, dass er gewusst hat oder gewusst haben musste welche abenteuerlichen und hoch provisionierten Produkte seine "Berater" verkauft haben.

    Er kommt von ganz unten, und das ist das Wichtige, dass in Deutschland nicht nur der Geldadel im Rampenlicht steht, sondern auch Leute die Anderes kennen.

    Zum Thema:
    Deutschland ist ein Paradies für Reiche. Niergends sonst auf der Welt kann man so billig auf solch hohem Niveau Reichtum leben. Im Kern hat Maschmeyer recht. Es geht darum den Trend des immer weiter ungestört steigenden Reichtums des Geldadels (max. 25% Kapitalertragsteuer) gegenüber dem arbeitenden Mittelstand (max. 45% Einkommensteuer zzgl. Sozialabgaben Höchstsätze zzgl. Soli) umzukehren.

    Es kann nicht angehen, dass Leute, die von leistungslosem Einkommen einen feudalen Lebenswandel in Deutschland führen, sich nicht gemäß ihrer Leistungsfähigkeit an den Gemeinschaftsaufgaben angemessen beteiligen. Zumal sie ja die Segnungen, wie Stabilität, Infrastruktur, kulturelles Angebot etc. gerne konsumieren.

    Ich würde sogar soweit gehen, Seuerhinterzieher und Steuervermeider ab einer gewissen Grenze auszubürgern und/oder als unerwünschte Personen in Deutschland zu erklären. Dann sollen sie halt auf den Cayman-Inseln, in Zypern oder Russland leben wo sie ihr Geld haben - viel Spaß dabei!

    Entweder in Deutschland im Luxus leben und nach Leistungsfähigkeit Steuern zahlen oder abhauen.

  • Immer wieder Mascheyer und Rürup. Es reicht.
    Hb fliegt ab sofort aus den Bookmarks.
    Dies ist mein letzter Beitrag.

  • Manchmal fehlen mir wirklich die Worte. Carsten Maschmeyer "meldet sich EINDRUCKSVOLL zurück."

    Aha. Hat er seine Millionen in ein spannendes Projekt investiert? Hat er ein neues Unternehmen gegründet? Oder hat er etwa seine Lebensabschnittspartnerin gewechselt?

    Nein. Er hat dem Handelsblatt ein "EXKLUSIV"-Interview gegeben (sind Interviews nicht meistens "exklusiv"?). Und er fordert eine Reichensteuer. Das kann man nun wirklich mit Fug und Recht als spektakuläres Comeback bezeichnen.

    Alle danach folgenden Fragen sind geprägt von dem permanenten Bemühen dem Interviewten eine möglichst breite Plattform für, sagen wir es freundlich, mutige PR-Aussagen zu bereiten. Beispiele gefällig?

    - Bei einigen internationalen Finanzkonzernen geht es um mögliche Straftaten. Beim AWD GAB es Kritik an einem NEUARTIGEN Vertriebssystem.
    - Am häufigsten wird mein Name mit ZIELSREBIGKEIT, EMPATHIE oder einem guten
    Gespür für Geldanlagen verbunden.
    - Ich habe mich hochgearbeitet, lebe mit einer erfolgreichen Schauspielerin zusammen, unter meinen Freunden sind Spitzenpolitiker und Wirtschaftslenker - für manche ist das zu viel des Guten.
    - Als Grund für den AWD-Verkauf: Ich musste aus Pflichtgefühl viele Dinge machen, die weder meinem Wesen noch meiner Passion entsprachen. Und dann kam der Tag, da beschloss ich, mein Leben zu ändern.
    Nein, lieber Herr Maschmeyer, den AWD haben Sie verkauft, weil Sie früher als jeder anderer wussten, dass das Unternehmen keine Zukunft hat.
    ...

    Ein derartiges Interview - frei von irgendeiner Neuigkeit - kann eigentlich nur zustande kommen, wenn man als Redaktion dem Interviewten einen Gefallen tun muss. Villeicht ist alles ja aber auch ganz harmlos und Bert Rürup, ganz zufällig Präsident des neugegründeten Handelsblatt Research Instituts, hat sich in der Chefredaktion ein wenig für seinen Geschäftspartner und Duz-Freund stark gemacht. In jedem Fall: PEINLICH.

  • Ein Grund, das Handelsblatt heute nicht zu kaufen.

    Wenn jemand ein Unternehmen aufgebaut hat, dessen Ruf so schlecht ist, dass der Käufer dieses Unternehmens gezwungen ist, den Namen zu ändern (von "AWD" in "Swiss Life Select" (jemand hat einmal dazu geschrieben, dass man bei diesem neuen Namen auch an eine Samenbank in der Schweiz denken kann)), warum bekommt der im HB eine "Bühne" (um es einmal im Maschi-Jargon zu sagen)?

  • Halbseiden wäre noch geschmeichelt.

  • Noch einmal die halbe Wahrheit. Wie erklärt sich in Detail, dass er derartig hohe Gewinne für sich erzielte, während seine Kunden hohe Verluste. Wer wagt hier die Wahrheit offen darzulegen? "Die Kunden haben das Geld den Herstellern anvertraut, nicht dem AWD“, sagte er! Für die Beratung tragen die Hersteller die Verantwortung. Man fragt sich womit hat er soviel geld verdient?

  • ER HAT PRODUKTE VERMITTELN LASSEN , VON DENEN ER WUSSTE DASS SIE ALS ALTERSVORSORGE NICHT GEEIGNET SIND , ALLES ANDERE IST GELOGEN. GESCHLOSSENE IMMOBILIENFONDS FÜR KLEINANLEGER , SCHIFSSBETEILIGUNGEN MIT TOTALVERLUST. DAFÜR ABER HOHE PROVISIONEN KASSIERT. WARUM KEINE TÄTIGE REUE MIT EINER ANGEMESSENEN ENTSCHÄDIGUNG ? BEDAUERN - LÄCHERLICH.
    WIE KANN MAN EINENM SOLCHEN PROLETEN IM HB EIN FORUM BIETEN. DAS INTELEKTUELLE NIVEAU PASST EIGENTLICH MEHR ZUM DSCHUNGELCAMP

  • Warum berichtet das Handelsblatt eigentlich überhaupt darüber was der will? Der ist doch wirklich völlig irrelevant! Tut uns allen einen Gefallen und kümmert Euch nicht um die Aussagen solcher Typen!

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