Falschgeld in Deutschland
So viele Euro-Blüten im Umlauf wie nie

Sind diese 20 Euro wirklich echt? Laut Bundesbank sind in Deutschland aktuell mehr Euro-Blüten im Umlauf als je zuvor. Wie Sie Falschgeld erkennen und was Sie tun sollten, falls es in Ihrem Geldbeutel landen sollte.
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DüsseldorfGeldfälscher haben im ersten Halbjahr 2015 so viele Blüten in Deutschland in Umlauf gebracht wie noch nie seit der Euro-Einführung. Von Januar bis Juni zogen Banken, Handel und Polizei rund 50.500 falsche Euro-Banknoten aus dem Verkehr und damit doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum und 31 Prozent mehr als in der zweiten Hälfte 2014, wie die Bundesbank am Freitag in Frankfurt mitteilte.

„Das Falschgeldaufkommen bleibt in Deutschland trotz des Anstiegs auf einem niedrigen Niveau“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. Der Schaden stieg von 1,8 Millionen Euro im vorangegangenen Halbjahr auf 2,2 Millionen Euro. Dabei setzten Kriminelle vor allem auf falsche Fünfziger: Mit fast 24.400 Scheinen war fast jede zweite Fälschung (48 Prozent) eine 50-Euro-Blüte.

Wie Falschgeld erkannt werden kann

Wie lassen sich Blüten erkennen?
Die Bundesbank empfiehlt, Banknoten nach dem Prinzip "Fühlen-Sehen-Kippen" zu prüfen. Verbraucher sollten nicht nur auf den Gesamteindruck schauen, sondern gezielt auf bestimmte Sicherheitsmerkmale achten: Auf der Vorderseite der Geldscheine sind zum Beispiel Teile des Druckbildes zu fühlen. Die Hologrammelemente verändern sich beim Kippen der Scheine, und das Wasserzeichen ist nur in der Durchsicht zu sehen.


Gibt es Ersatz für Falschgeld?
Nein. Wer sich eine Blüte unterschieben lässt, bleibt auf ihr sitzen. Die Weitergabe von Falschgeld ist genau wie die Herstellung strafbar.

Was tun, wenn Falschgeld im Geldbeutel gelandet ist?
Grundsätzlich sollten Verbraucher bei falschen Banknoten die Polizei informieren. Bei gefälschten Münzen bittet die Bundesbank, sie in der zuständigen Filiale der Zentralbank einzureichen. Weitere Informationen dazu gibt die Bundesbank.

Quelle: Bundesbank /


Welche Sicherheitsmerkmale hat die neue Scheinserie?
Auf den neuen Noten findet sich ein Hologramm mit dem Porträt der Europa. Dieses Porträt erscheint im silbernen Streifen der Banknoten, wenn sie gekippt werden. Außerdem erscheinen in dem Streifen ein Symbol und der Nennwert der Scheine. Das Porträt der Europa erscheint ebenfalls als Wasserzeichen der Geldscheine. Zudem gibt es eine sogenannte Smaragdzahl, auf der sich beim Kippen ein Lichtbalken auf und ab bewegt. Die Zahl verändert ihre Farbe von Smaragdgrün zu Tiefblau. Der neue 20-Euro-Schein enthält zudem ein weiteres Sicherheitsmerkmal: Im Hologramm befindet sich ein sogenanntes Porträt-Fenster. Wird der Geldschein gegen das Licht gehalten, wird das Fenster durchsichtig. Das Europa-Porträt wird von beiden Seiten des Geldscheins aus sichtbar.

Werden noch weitere Banknoten überarbeitet?
Ja. Nach den Fünf-, Zehn und 20-Euro-Scheinen folgen schrittweise die Banknoten mit höheren Nennwerten, und zwar aufsteigend: 50, 100, 200 sowie 500 Euro. Zunächst sind alte und neue Noten parallel in Umlauf. Dann wollen EZB und nationale Notenbanken die alten Scheine Schritt für Schritt aus dem Verkehr ziehen. Die alten Noten behalten ihren Wert, verlieren aber den Status als gesetzliches Zahlungsmittel. Wann dies geschieht, will die EZB noch bekanntgeben. Bei nationalen Notenbanken wie der Bundesbank können alte Noten aber jederzeit umgetauscht werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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