Finanzurteil
Steuersparrente nicht zulässig

Eine Rente auf Pump beziehen, dadurch ein Minus erwirtschaften und das von anderen Einkünften abziehen - da macht der Fiskus nicht mit. Ein aktuelles Urteil.

Ein 50-Jähriger zahlte 102 000 Euro in eine Rentenversicherung ein und kassierte von da an monatlich eine Grundrente von 446 Euro und eine Bonusrente von 223 Euro. Da er die Einzahlung mit einem Kredit finanziert hatte, gab er anfangs mehr Geld für Zinsen und Bearbeitungsgebühren aus, als an steuerpflichtiger Rente (nur der Zins- und Ertragsanteil) wieder hereinkam. So entstand auf dem Papier ein Minus, das er in der Steuererklärung von seinen übrigen Einkünften abzog.

Doch die Finanzbeamten strichen die Verluste: Es sei angesichts seiner Lebenserwartung davon auszugehen, dass er mit diesem Rentenmodell ohne Berücksichtigung des Steuervorteils niemals ins Plus komme. Damit sei das Steuersparmodell unzulässig.

Richtig, sagte der Bundesfinanzhof (X R 3/06). Anfangsverluste seien nur anzuerkennen, wenn insgesamt höhere zu versteuernde Erträge zu erwarten seien. Dabei sei zu berücksichtigen, dass auch von nicht garantierten Bonusrenten nur der Zins- und Ertragsanteil steuerpflichtig sei. Dieses eigentlich positive Votum senkte in dem Fall die steuerpflichtigen Einnahmen unter die erforderliche Grenze.

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