Flüchtlingskrise

Deutsche spenden deutlich mehr

Ein Erdbeben in Nepal und die Flüchtlingsbewegung nach Europa haben die Spendenbereitschaft der Deutschen erhöht. Sie griffen einer Schätzung zufolge tiefer in die Tasche als noch 2014.
Der große Flüchtlingszustrom führte zu einer hohen Spendenbereitschaft in Deutschland. Quelle: Reuters
Flüchtlinge in der Ägäis

Der große Flüchtlingszustrom führte zu einer hohen Spendenbereitschaft in Deutschland.

(Foto: Reuters)

BerlinDie Spendenbereitschaft der Deutschen ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Wie das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) am Donnerstag in Berlin mitteilte, stieg das Volumen privater Geldspenden an gemeinnützige Organisationen im Vergleich zum Vorjahr 2014 noch einmal deutlich um 4,1 Prozent. Der jährlichen Spendenbilanz des Instituts zufolge erreichte es insgesamt 6,73 Milliarden Euro.

Der neuerliche starke Anstieg war demnach maßgeblich, allerdings nicht ausschließlich auf die Spenden wegen der Flüchtlingskrise und des schweren Erdbebens in Nepal im April 2015 zurückzuführen. Auch ohne diese "Sondereffekte" wäre die Spendensumme um immerhin zwei Prozent gestiegen, betonte das DZI. Das Institut erklärte darüber hinaus, dass wohl nicht alle Geldspenden im Zusammenhang mit der Flüchtlingshilfe erfasst seien.

Wofür die Deutschen sparen
Die Deutschen sparen gerne
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In Zeiten von Mini-Inflation und Nullzinspolitik vergeht vielen Deutschen die Lust aufs Sparen. Dennoch legen viele von ihnen weiter Geld beiseite – sei es für die Altersvorsorge, die Kinder oder ein neues Auto. Dabei hat das Sparbuch die Lebensversicherung als beliebteste Sparform nach einer Forsa-Umfrage abgelöst. Doch wofür genau sparen die Deutschen? Die Frühjahrsumfrage des Verbands der Privaten Bausparkassen gibt Antworten.

Platz 6: Notgroschen
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Wenn das Auto zur Reparatur muss oder die Waschmaschine streikt, ist er der Retter in der Not: der Notgroschen. Ein besonders beliebtes Sparmotiv ist die Reserve für schwere Zeiten jedoch nicht. Nur fünf Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig Geld für Unvorhergesehenes beiseite zu legen.

Platz 5: Ausbildung der Kinder
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Fast ebenso unbeliebt ist es für die Ausbildung der Kinder zu sparen: Nur fünf Prozent der Befragten sparen, um ihrem Nachwuchs den Universitätsbesuch oder Auslandsaufenthalte zu ermöglichen.

Platz 4: Kapitalanlage
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Aktien, Anleihen, Fonds – die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank lockt Anleger weg vom Sparbuch und hin zu Wertpapieren. Mehr als jeder vierte Deutsche – oder 28 Prozent der Befragten – spart, um sein Geld in Anlageprodukte investieren zu können. Im Herbst waren es noch 30 Prozent.

Platz 3: Wohneigentum
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Schaffe, schaffe, Häusle baue – viele Deutsche sparen für ein Eigenheim. In der Frühjahrsumfrage der privaten Bausparkasse erreicht dieses Sparmotiv erneut den dritten Platz. Laut der Umfrage haben 43 Prozent der deutschen Sparer das Ziel, für ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu sparen.

Platz 2: Altersvorsorge
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Im Herbst war die Altersvorsorge mit 60 Prozent noch das beliebteste Sparziel der Deutschen – inzwischen belegt diese Form des Sparens nur noch den zweiten Rang. Mit einer Quote von 59 Prozent ist der Anteil der Sparer, die für ihr Alter vorsorgen möchten, trotzdem weiterhin hoch.

Platz 1: Konsum
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Neuer Fernseher, neues Auto, neue Spülmaschine: Für den Konsum sparen die Deutschen inzwischen am liebsten. 61 Prozent der Befragten gaben an, Geld vor allem für langfristige Anschaffungen auf die Seite zu legen.

In vielen Fällen organisierten kleine und spontan gegründete örtliche Initiativen die Hilfe für Flüchtlinge vor Ort, erklärte das DZI. Die Spendensummen für diese seien kaum zuverlässig zu erfassen. Die Gesamtsumme liege vermutlich über jenen 117 Millionen Euro, die das Institut bei den Nachforschungen für seinen Spendenindex bestätigt bekommen habe.

Bei der Spendenbilanz des DZI handelt es sich nach dessen Angaben um eine Schätzung, in die verschiedene Faktoren einfließen. Basis ist eine Hochrechnung des Spendenvolumens der privaten Haushalte für das Jahr 2009, die von Forschungsinstituten aufgestellt worden war.

Deren Ergebnisse werden für die Folgejahre durch das DZI dann über einen eigenen sogenannten Spendenindex fortgeschrieben. Dieser erfasst die Entwicklung der Einnahmen der 30 nach Geldspenden größten deutschen Organisationen mit einem DZI-Spendensiegel.

  • afp
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