Frankreich, Italien und Deutschland besonders aussichtsreiche Märkte
Allianz erwartet starkes Wachstum der Vorsorge

Der Markt für Altersvorsorge in Westeuropa wird sich innerhalb der kommenden zehn Jahre auf 16,4 Bill. Euro mehr als verdoppeln. Das schätzt Allianz Global Investors (AGI) in einer Studie. Demnach werden das verwaltete Vermögen europäischer Versicherer und Asset Manager in Produkten für die betriebliche und private Altersvorsorge und das Vermögen in kapitalgedeckten Fonds staatlicher Rentensysteme jährlich um 7,5 Prozent zulegen.

HB/rez FRANKFURT/M. Deutschland, Frankreich und Italien, die bisherigen Nachzüglern bei Reformen des staatlichen Rentensystems, wachsen nach Einschätzung von Autorin Dorothee Franzen, Pensionsexpertin bei AGI, am stärksten. Auf sie entfallen fast 80 Prozent der erwarteten Nettozuflüsse von 810 Mrd. Euro. Einen "überdurchschnittlich wachsenden Pensionsmarkt in Europa" erwarten auch andere Experten, so etwa Manfred Freisberg, Managing Partner bei der US-Unternehmensberatung Towers Perrin.

Franzen begründet das starke Wachstum erstens damit, dass private Haushalte angesichts der sinkenden Niveaus der Staatsrenten deutlich mehr für das Alter sparen dürften. Zweitens lagern Unternehmen immer stärker Vermögen aus den Bilanzen aus, damit Pensionsverpflichtungen den Firmen-Cash- Flow nicht zu stark belasten. Außerdem erhoffen sich Firmen, über die Auslagerung von Vermögen die künftig durch den demographischen Wandel steigenden Pensionsverpflichtungen erfüllen zu können. Auch die neuen Bilanzierungsregeln (IFRS) fördern die Kapitaldeckung von Betriebsrentenzusagen. Denn nach dieser Bilanzierung, müssen Unternehmen ihre Vermögen und Verpflichtungen nach Marktwerten ausweisen und größere Unterdeckungen abschreiben.

Gerade die Bewertung zu Marktpreisen hat Unternehmen in den Jahren schwankender Aktien- und Anleihekurse unter Druck gebracht. Nach Schätzungen von AGI und Towers Perrin sind die Pensionsvermögen typischer Altersvorsorgeprogramme in den vergangenen Jahren um über 40 Prozent abgeschmolzen und decken nicht mehr die künftigen Verpflichtungen. Für europäische Pensionssysteme geht Towers Perrin von einer Unterdeckung von durchschnittlich mehr als 30 Prozent aus. Steigende Lebenserwartung, schwache Renditen und die neuen Bilanzregeln dürften diese Probleme laut AGI verschärfen.

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