Gebühr für hohe Einlagen
Commerzbank führt Negativzinsen ein

Die Einschläge kommen näher: Als erste deutsche Großbank führt die Commerzbank Negativzinsen ein. Wer geschäftlich viel Geld anlegt, soll dafür künftig zahlen. Privatkunden und den Mittelstand soll es nicht treffen.
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DüsseldorfDie negativen Einlagezinsen der Europäischen Notenbank (EZB) werden erstmals von einer deutschen Großbank an die Kunden weitergegeben. Die Commerzbank behalte sich eine „Guthabengebühr bei einzelnen großen Firmenkunden mit hohen Guthaben sowie bei Großkonzernen und institutionellen Anlegern“ vor, sagte ein Sprecher am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht des „Wall Street Journal Deutschland“.

Privatkunden seien von dieser Regelung nicht betroffen. Negative Zinsen soll es nur für Geschäftskunden und institutionelle Anleger geben, die große Vermögenswerte bei der Bank geparkt haben. Betont wurde, dass auch der wichtige Mittelstand keinen Strafzins zu befürchten habe.

Einen generellen Prozentsatz möchte das Institut nicht festlegen, vielmehr soll der Negativzins im Einzelfall verhandelt werden. Was einerseits grundsätzliches Entgegenkommen signalisiert dürfte gleichzeitig als Ansporn verstanden werden, auch kurzfristig hohe Einlagen noch umzuschichten bzw. in aktive Posten, etwa direkte Investitionen, umzuwandeln.

„Bei der Erhebung der Guthabengebühren werden wir sorgsam vorgehen und besondere Rücksicht auf Liquiditätsbestände unserer Kunden nehmen, die für den laufenden operativen Geschäftsbetrieb notwendig sind“, erklärte der Commerzbank-Sprecher. „Im Falle kurzfristiger Einlagen zeigen wir unseren Kunden geeignete alternative Anlagemöglichkeiten für ihre überschüssige Liquidität auf.“

Nach der deutschen Skatbank ist die Commerzbank das zweite heimische Institut, was negative Zinsen erhebt. Im Fall der Skatbank werden Guthaben auf dem Tagesgeldkonto ab 500.000 Euro und Giro-Guthaben ab zwei Millionen Euro mit einem Satz von minus 0,25 Prozent verzinst.

Hintergrund der Entwicklung ist das anhaltende niedrige Leitzinsniveau. Die EZB hatte den Banken im Euroraum Strafgebühren auferlegt, um das Investitions- und Kreditvolumen zu stärken. Gerade Unternehmen sollten so leichter und billiger an Geld kommen. Angesichts des Leitzinses von nur 0,05 Prozent sind auch Privatanleger inzwischen gewohnt, dass der Zinsertrag aus eigenen Spareinlagen meist nicht einmal den Verlust durch Inflation ausgleicht.

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Privatbanken ohne Angst vor „Tabubruch“

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  • Dem vernehmen nach berechnen Schweizer Banken in der Schweiz keine Strafzinsen.

    Jetzt sollte die Kapitalflucht der Privaten beginnen. Es geht dann nicht mehr um die "Steuerpflichtigen" sondern um die Spargelder der kleinen Bürger.

    Weshalb ausgerechnet die Schweiz?

    Das Phänomen der Null- bzw. Minuszinsen ist ein Phänomen, dass letztlich von der EZB und damit im Euroraum ausgelöst wurde. Da die Schweiz nicht der EZB oder genauer Herrn Draghi unterliegt, ist die Schweiz der nächste Platz außerhalb deren Einfluss.

    Die Bürger handeln dann tatsächlich alternativlos. Wenn die Bundesregierung jetzt nicht handelt, sollte ihr jede Einflussnahme auf die Kapitalflucht genommen sein.

  • @Franz Veldung


    Lesen Sie einmal http://www.dasinvestment.com/nc/investments/fonds/news/datum/2014/11/19/verstehen-die-kunden-was-geschieht-kommt-es-zum-bank-run/

    (Wird übrigens auch im HB-Artikel "Presseschau:
    Commerzbank bestraft Geschäftskunden
    " verlinkt)

  • In "Zeit online" und "FAZ online" wird ganz offen über die Theorien des Kenneth Roggoff zur Bargeldabschaffung diskutiert (im übrigen sehr neutral).

    Hier findet man nichts dazu.

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