Geldanlage
Die Zinsen fallen, die Gefahr für Sparer steigt

Die Banken senken die Zinsen für Sparguthaben immer weiter. Die Inflationsraten dagegen steigen. Ein gefährliches Umfeld für Anleger. Wer sein Geld schützen will, muss lange nach den richtigen Produkten suchen.
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Frankfurt, DüsseldorfFür Sparer wird es immer schwieriger, ihre Guthaben vor der Inflation zu schützen. Die Banken starten derzeit eine neue Runde und senken die Sparzinsen. Seit Anfang Oktober haben bereits 16 Institute ihre Anlagezinsen meist deutlich gesenkt oder schlechtere Konditionen angekündigt, wie ein Marktüberblick des Online-Finanzportals Biallo zeigt. Das betrifft insbesondere Festgeldangebote, bei denen die Zinsen um bis zu 0,6 Prozentpunkte gesenkt wurden. Dennoch sind noch attraktive Angebote am Markt zu finden.

"Die Banken schwimmen derzeit im Geld und haben es nicht nötig, den Sparern viel zu bieten", sagt Max Herbst von der unabhängigen Frankfurter Finanzberatung FMH. Mehrere Institute, die mit Top-Zinsen auf den Markt gekommen seien, hätten ihren Neukundenbedarf gedeckt und die Konditionen gesenkt. Gründe dafür, dass die Anlagezinsen immer mehr unter Druck geraten, sind laut Herbst die Liquiditätsspritze der Europäischen Zentralbank (EZB) von über einer Billion Euro an die Banken der Eurozone und der niedrige EZB-Leitzins von 0,75 Prozent.

Dadurch sei der durchschnittliche Tagesgeldzins seit April von 1,51 Prozent auf aktuell 1,16 Prozent gesunken. Bei dreijährigen Sparbriefen gab es sogar einen Rückgang von 2,07 Prozentpunkten auf 1,45 Prozent.

Ungeachtet dessen setzen Sparer weiterhin auf sichere Zinsanlagen. 29 Prozent der Privatanleger wollen künftig noch mehr als bislang Tages- und Festgeldangebote nutzen, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage für die Deutsche Wertpapierservice Bank ergab. Wer die Inflationsrate von aktuell 2,0 Prozent ausgleichen möchte, der benötigt wegen der fälligen Abgeltungssteuer einen Zins von rund 2,7 Prozent.

Das gelingt allerdings nur noch bei längerfristigen Anlagen, wie der FMH-Vergleich zeigt. Die besten Konditionen bei zweijährigem Festgeld bieten demnach die Bank 11 mit 2,75 Prozent und die Oyak Anker Bank (2,65 Prozent). Spitzenreiter bei drei Jahren Anlagedauer ist die VTB Direktbank mit 3,1 Prozent, gefolgt von der Bigbank AS und der Oyak Anker Bank mit jeweils 2,95 Prozent. Deutlich mehr gibt es lediglich für zehnjährige Sparbriefe, bei denen die Oyak Anker Bank mit 4,0 Prozent derzeit am meisten bietet.

Allerdings dürften auch die aktuellen Spitzenangebote möglicherweise nicht mehr lange Bestand haben. "Es ist zu erwarten, dass die Banken die Zinsen weiter senken. Allerdings nur in kleinen Schritten, um Sparer nicht zu verschrecken und sie an die Konkurrenz zu verlieren", sagt Herbst.

Das Problem mit den sicheren, aber niedrig verzinsten Produkten: In vielen Fällen reicht die Rendite nicht aus, um die Inflationsrate auszugleichen. Die Statistikbehörden haben zuletzt für den Euro-Raum eine Inflationsrate von rund zwei Prozent gemessen. Die Zahl allein ist zwar noch nicht sonderlich furchteinflößend; die Deutschen sind - das hat die Geschichte gelehrt - ganz andere Werte gewohnt. Zu Zeiten der Weimarer Republik etwa, zwischen Oktober 1922 und Dezember 1923, betrug die Inflationsrate 50 Prozent - pro Woche, wohlgemerkt.

Trotzdem entfalten auch geringere Werte langfristig eine verheerende Wirkung, weil die Kapitalmarktzinsen derzeit so niedrig sind und den Anstieg der Inflation nicht ausgleichen. Angenommen, die Inflationsraten liegen in den kommenden fünf Jahren nur leicht über den Zielvorgaben der Europäischen Zentralbank (EZB), also etwa bei 2,5 Prozent, dann führt das, den Zinseszinseffekt berücksichtigt, zu einem Kaufkraftverlust von mehr als zehn Prozent. Die Notenbanker der EZB betonen zwar, dass das schwache Wachstum in der Euro-Zone die Teuerung mittelfristig dämpfen werde. Dennoch: Gerade die Deutschen fürchten sich vor einer Geldentwertung.

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  • Im Artikel wurde hartnäckig der Hinweis auf die Abgeltungs-steuer + Soli verschwiegen, der von den Magerzinsen noch mal fast 1/3 abzwackt. In den Kommentaren hier wird Falsches behauptet: einen Gold-ETF (unterlegt mit physischem Gold) kann man über seine Bank kaufen, da braucht man kein teures Broker-Konto. Selbst Goldbarren kaufen und ins Schließfach wuchten, kostet jährliche Gebühren und vor allem MWSt. Vor allem sollte sich der Anleger rasch überlegen, was er will, damit er noch investieren kann, bevor die Finanztransaktionssteuer jegliches Geschäft nochmals verteuert und die Rendite schmälert. Die Kopfkissenidee ist nicht gut: zum einen Einbrecher, zum anderen bei Inflation Kaufkraftverluste - in 10 Jahren sind bei 2% p.a. mehr als 1/5 einfach weg. Da hilft dem mittel- bis langfristigen Anleger nur,endlich ins kalte Wasser zu springen und sich für dividendenstarke Aktien weltweit zu begeistern.

  • Unsere Rettungseuropäer (Merkel, Schäuble & Co) haben sich in der sogenannten Eurorettung in eine ausweglose Lage gebracht und brauchen jetzt in immer kürzerer Folge immer mehr Geld. 50Mrd waren einmal viel Geld, aber aus der Perspektive des Euroretters sind sie Peanuts. Die Inflation ist eine bequeme Möglichkeit, die dadurch schnell wachsenden Schulden unauffällig auf alle zu verteilen. Aus Sicht unserer Regierung kann sie gar nicht schnell genug kommen. Draghi und seine Ex-Kollegen von Goldmann Sachs werden es schon hinbekommen. Noch ist viel Vermögen da, bis über die nächste Wahl reicht es mit Sicherheit. Deutscher Michel, ruhe sanft!

  • Leute holt euer Geld vom Sparbuch, dann können wenigstens auch die Banken nichts mehr damit anfangen. Da es wegen der Inflation eh keine Verzinsung gibt, kann man es auch in der Blechdose zu Hause aufbewahren.

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