Geldanlage
Falsche Prioritäten

"Das ist eine Anlage fürs Leben, das Thema habe ich jetzt für Jahre vom Tisch" – oder: Die 08/15-Vermögensplanung

Der Fall der Hamburger Innenarchitektin Katharina Lütz (Name geändert) ist typisch: Sie hat nach dem Studium eine begehrte, aber schlecht bezahlte Stelle bei einem renommierten Ladenbauer angenommen. "Als Berufsstarterin hatte ich wenig Geld über und habe es in eine klassische, steuerfreundliche Lebensversicherung fürs Alter angelegt." Den spärlichen Rest von ihrem Gehalt investierte sie im Börsenboom. Drei Jahre später begleitete sie ihren Ehemann, einen Banker, für zwei Jahre nach London. Sie fand dort keine Stelle, das Leben in England war viel teurer als gedacht, ihre Lebensversicherung ließ sie ruhen. Als das Paar an die Alster zurückkehrte, suchte Lütz fast ein Jahr, bis sie eine Festanstellung fand. Inzwischen haben die beiden einen kleinen Sohn, und Lütz arbeitet wieder als freie Mitarbeiterin für ihren alten Arbeitgeber - so er sie braucht.

Heide Härtel-Herrmann, Mitgründerin des bundesweiten Arbeitskreises der Finanzfachfrauen, begegnen solche Fälle bei ihrer Beratung immer wieder : "Den größten Teil der Vorsorge in Lebensversicherungen zu stecken, ist zu riskant. In Notlagen muss der Vertrag ruhen oder schlimmstenfalls storniert werden - das ist in beiden Fällen nur ein gutes Geschäft für die Versicherungen." Ihr Rat: "Frauen sollten ihr Geld aufteilen: Ein Teil fließt in eine private Rentenversicherung mit Entnahme und Aufstockungsmöglichkeit - das ist inzwischen auch steuerlich sinnvoller als eine Lebensversicherung - und der andere Teil nach Gelegenheit oder über einen monatlichen Sparplan in Investmentfonds. So profitieren sie von den langfristig steigenden Börsen ohne das Risiko einzelner Aktienengagements."

Der entscheidende Vorteil der Mischung: "Wird das Geld knapp, kann man bei den Fondseinzahlungen pausieren und die Rentenversicherung ohne Verluste weiterführen."

Können Banken und Versicherungen nicht rechnen? Warum sonst lassen so viele von ihnen eine lukrative Zielgruppe links liegen? Würde etwa jede Frau nur für 300 Euro zusätzliche Rente privat vorsorgen, wäre das ein Anlagevolumen von vier Milliarden Euro, flöße allein daraus ein Mehrertrag von 40 Millionen Euro. Katrin Lumma, verantwortlich für das Privatkundengeschäft der Unternehmensberatung zeb/sales.com jedenfalls wundert sich: "Schwer verständlich, denn Frauen sparen mehr, während Männer mehr konsumieren." Und: "Männer sichern sich vor allem für Alter, Tod und gegen Berufsunfähigkeit ab, Frauen sorgen für die Kinder und ihre Ausbildung vor, erst dann kommen oft die eigenen Interessen."

Sie bekommen auch besonders oft Ratschläge von gestern, so Bernd Nolte, Geschäftsführer der 4P Consulting, die über 1 000 Bankberatungen auswertete. Nolte: "Da sitzt eine 30-jährige Apothekerin in der Sparkasse, um sich wegen einer längerfristigen Geldanlage beraten zu lassen, und hört von dem Berater: Dieses und jenes brauchen Sie nicht - Sie bleiben ja eh nach dem zweiten Kind daheim."

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