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Wohnungsgenossenschaften sind Renditebringer

Geldanlage
Wohnungsgenossenschaften sind Renditebringer

Geld bei der Bank zu leihen ist Wohnungsgenossenschaften zu teuer. Um neue Immobilien zu finanzieren, pumpen sie lieber ihre Mitglieder an – und die können von teils verlockenden Konditionen profitieren.
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DüsseldorfIn Zeiten niedriger Zinsen hat der klassische Sparplan ausgedient. Zu gering sind die Renditen, die sich durch risikolose Anlage am Kapitalmarkt erzielen lassen. Ein besonderer Sparplan allerdings hat überlebt – mehr als drei Prozent Zinsen schreiben einige Wohnungsgenossenschaften ihren Mitglieder jährlich gut, wenn sie der Genossenschaft für einige Jahre Kapital überlassen.

Herauszufinden, welche Genossenschaft wie viel bietet, ist jedoch mühsam. Der Branchenverband GdW stellt keine Übersicht über aktuelle Zinsangebote zur Verfügung. Auf seiner Internetseite finden sich jedoch Links zu vielen der insgesamt 1883 Wohnungsgenossenschaften, die sich dem Verband angeschlossen haben.

Spitzenreiter im Zinswettstreit ist die Braunschweiger Baugenossenschaft. Ein Ratensparvertrag über sechs Jahre bringt dort 3,75 Prozent Zinsen ein; monatlich dürfen maximal 500 Euro eingezahlt werden. Der Bauverein Breisgau bietet einen Wachstumssparplan ab 3.000 Euro, der im vierten Jahr 1,75 Prozent Zinsen abwirft.

Der Lübecker Bauverein hält bis zu 2,5 Prozent jährliche Zinsen im sechsten Jahr Wachstumssparen bereit. Die Berliner Bau- und Wohngenossenschaft zahlt Mitgliedern, die mindestens 5.000 Euro anlegen, je nach Laufzeit jährlich bis zu drei Prozent Zinsen.

Die Wohnungsgenossenschaften brauchen Geld, um Immobilien in Stand zu halten, zu modernisieren oder ganz neu zu bauen. Würden sich die Genossenschaften dieses Geld klassisch bei der Bank leihen, müssten sie nicht nur die aktuell gültigen Hypothekenzinsen zahlen, sondern den Kredit unter Umständen auch absichern.

Die Bank könnte etwa das Pfandrecht auf das Grundstück per Grundbucheintrag fordern, sagt Max Herbst von der FMH Finanzberatung Frankfurt. Bitten die Genossenschaften dagegen ihre Mitglieder um Geld, fallen diese Regularien weg.

Ohne Haftung geht es natürlich nicht. Doch ähnlich wie Volks- und Raiffeisenbanken gilt für die Wohngenossenschaften das Prinzip der Verbundhaftung. "Jeder bürgt für den anderen", sagt Herbst. Praktisch zahlen alle Wohnungsgenossenschaften, die eine sogenannte Spareinrichtung anbieten, jedes Jahr in einen Selbsthilfefonds ein.

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Kommentare zu "Wohnungsgenossenschaften sind Renditebringer"

Alle Kommentare
  • Aha - Nachschusspflicht ist lediglich ein "theoretisches Risiko"... Wo habe ich das nur schon mal gehört??

  • Fakt ist wohl: Die meisten Wohnungsbaugenossenschaften finanzieren sich sehr wohl wenn es um Renovierungen etc. geht über die Hausbank (bzw. über zinsgünstige KFW-Darlehen, welche über die Hausbank weitergeleitet werden, Bsp. KFW Energieeffizient sanieren); Fakt ist auch: Der Autor kann offensichtlich den Charakter von Eigen- und Fremdkapital nicht unterscheiden: bei den angesprochenen Anlagemöglichkeiten handelt es sich (genau wie bei Geschäftsanteilen von Raiffeisen- und Volksbanken) um Genossenschaftsanteile, also das Eigenkapital (bzw. einen Teil davon) der Wohnungsbaugenossenschaften (=mit Nachschusspflicht gem. jeweiliger Satzung); eine ausreichende EK-Basis ist jedoch (Mit-)entscheidend für eine anderweitige Kreditvergabe (Fremdkapital) durch die Hausbank. Da das Risiko eines Eigenkapitalgebers naturgemäß unweigerlich höher ist als das des Fremdkapitalgebers ist dessen Renditeanspruch natürlich ebenfalls höher. Ob es sich um ein gutes Angebot handelt (Stichwort Chance-Risikoverhältnis) muss jeder Anleger selbst entscheiden.

    Und noch etwas:
    "Die Bank könnte etwa das Pfandrecht auf das Grundstück per Grundbucheintrag fordern": Das eine Bank im Gegenzug für eine Darlehensvergabe eine entsprechende Grundpfandrechtliche Besicherung verlangt(=Grundschuld z.G. der Bank) - ich vermute das will der nicht gerade fachlich korrekt schreibende Autor hiermit ausdrücken- ist nicht ungewöhnlich, jeder Häuslebauer kann das gleiche berichten. Jedoch sinkt aufgrund der Besicherung eben auch das Verlustrisiko einer Bank (LGD=Verlust bei Ausfall des Kreditnehmers) im Falle eines Kreditereignisses (=Pleite der Wohnungsbaugenossenschaft) - was die Kreditvergabe aufgrund eines dann niedrigeren Risikoaufschlages auch für die Wohnungsbaugenossenschaft verbilligt.

  • Die Sicherungsfonds der Wohnungsgenossenschaften werden in der Regel im Krisenfall nur gegenüber der Genossenschaft tätig, die Einlage ist somit nur indirekt gesichert.

  • Das mit der Nachschusspflich ist nicht zu vernachlässigen da im erstfall auch der Anteil von zahlungsunfähigen Mitglieder auf die anderen Verteilt wird daher auch eine zusätzliches Risiko entsteht.

    Dennoch sind Genossenschaften immer noch die geschäftsform mit den geringsten Insolvensen.

    http://www.sozialinvestieren.de/blog/insolvenzsicherste-rechtsform-genossenschaften-bleiben-unangefochten-sieger/

  • Können Sie mir das genauer erklären?

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