Geldanlegen im Team
Im Verein macht die Börse Spaß

Die Geldanlage im Team feiert in turbulenten Börsenzeiten ihr Comeback. Gründe, sich einem Investmentclub anzuschließen, gibt es viele.

HAMBURG / KÖLN. Endlich mal die Fragen stellen, die einem beim Blick auf das Börsengeschehen schon lange auf der Zunge brennen - ohne Angst, sich zu blamieren. Endlich mal mit anderen Anlegern auf die heimlichen Favoriten setzten – mit mehr Kapital und breiter Streuung. Gemeinsam die Entwicklung des eigenen Depots beobachten und Erfolg wie Misserfolg teilen. Das sind Gründe, sich einem Investmentclub anzuschließen. Je volatiler und spannender die Finanzmärkte sind, umso größer wird das Interesse privater Anleger, gemeinsam zu handeln und umso sinnvoller ist es auch.

Mehr als 7 000 Aktienclubs gibt es in Deutschland. Die meisten haben weniger als 40 Mitglieder. Bei der Mehrheit gilt: Jeder engagiert sich und entscheidet mit über die Investitionen. „Wir schätzen, dass sich bei zehn bis fünfzehn Prozent aller Clubs zwei oder drei Leute um die Aktien kümmern und die anderen Mitglieder nur zuschauen“, sagt Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Er ist aber überzeugt: „Ein Aktienclub lebt vom Engagement aller.“

Wie erfolgreich die kleinen Anlegergemeinschaften sind, darüber gibt es kaum Erkenntnisse. Der Vorteil, mit einem relativ geringen Kapitaleinsatz ein breit gestreutes Portfolio aufzubauen, sei aber unstrittig, sagen Börsenkenner. Außerdem sparen größere Transaktionen und Depotvolumina erheblich Gebühren. Nicht zu unterschätzen: der Lerneffekt. Clubmitglieder müssen sich so intensiv mit ihren Investments auseinander setzen, dass sie Stellung beziehen und argumentieren können. Zumindest gilt das für den Non Olet (Geld stinkt nicht) Investmentclub, einen der ältesten in Deutschland. „Es gibt Aktien-Patenschaften. Derjenige, auf dessen Vorschlag hin eine Aktie gekauft wird, muss diesen Titel stetig analysieren und ihn so lange beobachten, wie wir ihn im Depot halten“, sagt Geschäftsführer Christian Will.

In der Regel zahlt bei Investmentclubs jedes Mitglied einen monatlichen Beitrag, der je nach Satzung für alle gleich ist oder variiert. Damit soll das Depot erst wachsen und dann diversifiziert werden. Je nach Risikoeinstellung und Anlageschwerpunkt entscheidet die Gemeinschaft dann, wo investiert wird. Wichtig ist, dass genau feststeht, wer für die Umsetzung verantwortlich ist und wie der Handel ablaufen soll. Grundsätzlich arbeiten die Clubmitglieder ehrenamtlich. Werden sie für die Umsetzung der Anlageentscheidungen bezahlt, wird der Club erlaubnispflichtig und fällt unter die Kontrolle der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Gleiches gilt, wenn der Aktienclub mehr als 50 Mitglieder hat oder das eingezahlte, nominale Kapital 500 000 € übersteigt.

Seite 1:

Im Verein macht die Börse Spaß

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%