Gesundheitsfonds
Rentenkasse warnt vor mittlerer Katastrophe

Der geplante Gesundheitsfonds stößt auch bei den gesetzlichen Rentenversicherungen auf massive Bedenken.

HB BERLIN. Er mache sich "Sorge", weil der Fonds auch die Beiträge der Alterskassen einziehen müsse, sagte Herbert Rische, der Präsident der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Angesichts monatlicher Zahlungsströme von fast 16 Mrd. Euro käme jede minimale Verzögerung einer "mittleren Katastrophe" gleich, warnte Rische. Mit der Gesundheitsreform will die große Koalition den Einzug der Krankenkassenbeiträge von den Kassen auf einen neuen Gesundheitsfonds übertragen. Dagegen laufen AOK, Barmer & Co. seit Tagen Sturm. Doch die Krankenkassen ziehen derzeit auch den Rentenbeitrag ein. Er wird zum drittletzten Arbeitstag eines Monats bei den Arbeitgebern fällig und muss bis zum zweitletzten Tag auf die Rentenversicherungsträger verteilt sein. Am letzten Arbeitstag muss bis 12 Uhr die Rente ausgezahlt werden.

"Wir sind auf einen stundengenauen Einzug angewiesen", sagte Rische. Das bisherige System funktioniere "reibungslos". Ähnlich wie die Krankenkassen könne er daher den Sinn einer neuen "Großbehörde" nicht erkennen. Meldungen, die Rentenkassen selbst würden gerne den Beitragseinzug übernehmen, dementierte der DRV-Chef: Dies würde angesichts der noch laufenden Organisationsreform "zu Friktionen führen". Auf jeden Fall müssten die Sozialbeiträge aber weiter innerhalb der Sozialversicherung eingezogen werden. Dies einem Dritten zu überlassen, halte er "nicht für richtig".

Nur in einem Detail räumte Rische "eine gewisse Verwaltungsvereinfachung" durch den Fonds ein. Die Rentenkassen müssen nämlich wie ein Arbeitgeber den hälftigen Krankenversicherungsbeitrag für die Senioren an die Krankenkassen zahlen. Wenn dies nur noch eine Stelle wäre, werde es einfacher. Da die Überweisung allerdings weitgehend maschinell ablaufe, würden sich die Einsparungen "in engen Grenzen" halten, schränkte Rische ein.

Bereits im nächsten Jahr dürfte zudem der Betrag, den die Rentenversicherung für den Gesundheitsschutz der Ruheständler aufwenden muss, deutlich steigen. Die Bundesregierung erwartet einen Anstieg der Krankenkassenbeiträge um 0,5 Prozentpunkte. Die Kassen halten gar bis zu 1,0 Punkte für realistisch. Bei der Rentenversicherung würde dies zu Mehrausgaben von 500 Millionen bis einer Mrd. Euro führen.

Seite 1:

Rentenkasse warnt vor mittlerer Katastrophe

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%