Global Wealth Report 2014
Aktien sorgen für Geldregen

Das persönliche Aktienvermögen ist in vielen Ländern der Haupttreiber des privaten Wohlstands. Das zeigt der Wohlstandsreport der Boston Consulting Group. Die Reichen werden immer reicher – und Piketty hat Recht.
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DüsseldorfGlaubt man dem französischen Ökonomen Thomas Piketty, verteilt sich der Wohlstand in der Welt immer ungerechter: In seinem neuen Bestseller „Kapital im 21. Jahrhundert“ will er anhand historischer Datenreihen nachgewiesen haben, dass diejenigen, die ihr Kapital für sich arbeiten lassen, schneller reich werden als jene, die brav jeden Tag zur Arbeit gehen – und über ihr Gehalt vom Wirtschaftswachstum profitieren. Anders gesagt: Kapitalvermögen wachsen schneller als Einkommen. Dadurch würde die Schere der Ungleichheit zwischen Unternehmern, Aktionären und Immobilienbesitzern auf der einen und Arbeitern auf der anderen Seite immer größer.

Für seine Analyse musste Piketty bereits viel Kritik einstecken. Gestützt wird seine These nun jedoch durch den aktuellen Wohlstandsreport (Global Wealth Report 2014), den die Boston Consulting Group (BCG) am Montag in Washington vorstellte. Die zentralen Ergebnisse der Berater: Ein ausgezeichnetes Wirtschaftswachstum führt nicht zwangsläufig zu größerem Privatvermögen. Auch dort, wo das Wirtschaftswachstum vergleichsweise gering ausfällt, gibt es Vermögenszuwächse im zweistelligen Bereich – dank Aktienanlagen.


Global betrachtet ist das private Vermögen 2013 insgesamt um 14,6 Prozent auf 152 Billionen Dollar (etwa 112 Billionen Euro) gestiegen. Im Vorjahr war nur ein Plus von 8,7 Prozent erreicht worden. Das Gros des Anstiegs ist den Renditen aus bereits bestehenden Investitionen zu verdanken – vor allem das Aktienvermögen stieg dank der weltweiten Hausse an, insgesamt um 28 Prozent. Doch auch Anleihen warfen im Durchschnitt noch 4,1 Prozent Rendite ab. Spareinlagen verzinsten sich weltweit mit durchschnittlich 8,8 Prozent. Anleger in US-Dollar profitierten zudem von einer Währung, die im Jahresverlauf gegenüber den meisten Lokalwährungen an Wert gewonnen hat.

Auch in bereits hochentwickelten Wirtschaftsregionen, die traditionell weniger stark wachsen als die Schwellenländer, konnten Investoren 2013 zweistellige Renditen erzielen – vor allem in Nordamerika. Dort stieg das Privatvermögen innerhalb eines Jahres um rund 15,6 Prozent auf nunmehr 50,3 Billionen Dollar. Das Bruttoinlandsprodukt war nur um moderate 3,5 Prozent gewachsen, beim Aktienvermögen war jedoch ein starker Anstieg um 29 Prozent zu verzeichnen.

Nordamerika ist derzeit die vermögendste Region der Welt, gefolgt von Westeuropa, wo das private Vermögen bei 37,9 Billionen Dollar liegt. Seinen zweiten Platz in der Vermögensstatistik könnte der alte Kontinent allerdings schon im nächsten Jahr an die Region Asien-Pazifik verlieren. Und bis 2018 könnte sich die Region mit 61 Billionen Dollar Vermögen sogar an die Spitze des Rankings schieben, Nordamerika könnte dann mit 59,1 und Westeuropa mit 44,6 Billionen Dollar folgen.

2013 zeigte sich Westeuropa immer noch gebeutelt von der Staatsschuldenkrise und einer schwachen Wirtschaftsleistung der südeuropäischen Staaten. Das Vermögen wuchs dennoch um immerhin 5,2 Prozent, nach fünf Prozent im Vorjahr. Auch innerhalb Europas zeigt sich die positive Auswirkung einer hohen Aktienquote – insbesondere in der Schweiz (Aktienquote von 38,4 Prozent und Vermögenswachstum von 10,4 Prozent) und Großbritannien (Aktienquote von 49,3 Prozent und Vermögenswachstum von 8,1 Prozent).

In Asien dagegen trieben – anders als in den hochentwickelten Wirtschaftsregionen – sowohl das vergleichsweise starke Wachstum Chinas und Indiens als auch die hohen Sparraten die Privatvermögen um mehr als 30 Prozent in die Höhe – nach rund 16 Prozent in 2012. In der Region lagert damit ein Vermögen von 37 Billionen Dollar.

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  • Dafür brauche ich aber keinen Forscher, dass kann man, wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht täglich sehen. Aber sei es drum, wer hätte gedacht, dass das Handelsblatt dem derzeit heiß diskutierten Ungleichheitsforscher zustimmen würde und im Untertitel schreibt: “Die Reichen werden immer reicher – und Piketty hat Recht.” Denn schon längst findet in den Mainstreammedien eine Gegenbewegung statt – siehe FAZ oder Sinn, Homburg in der FAZ, SZ oder jüngst die Financial Times. Unsere Leitmedien lassen dabei die üblichen Verdächtigen zu Wort kommen.

  • Dafür brauche ich aber keinen Forscher, dass kann man, wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht täglich sehen. Aber sei es drum, wer hätte gedacht, dass das Handelsblatt dem derzeit heiß diskutierten Ungleichheitsforscher zustimmen würde und im Untertitel schreibt: “Die Reichen werden immer reicher – und Piketty hat Recht.” Denn schon längst findet in den Mainstreammedien eine Gegenbewegung statt – siehe FAZ oder Sinn, Homburg in der FAZ, SZ oder jüngst die Financial Times. Unsere Leitmedien lassen dabei die üblichen Verdächtigen zu Wort kommen.

  • @mondahu

    Hier stimmt´s auch nicht mit der Logik. Nach deiner Behauptung wachen die Milchmädchen dieses mal noch vor den institutionellen Anlegern und den risikoscheuen Kleinanlegern auf?? Vor so einer Hausse fürchte ich mich eher weniger.

    Ausserdem schlafen die Milchmädchen alle noch den Schlaf der Gerechten. Hat dich denn bereits ein Taxifahrer angesprochen, dass du unbedingt bei der Alibaba-IPO dabei sein musst? Hat du Überschriften in der Bildzeitung gesehen "DAX 10.000 - JETZT KANN JEDER REICH WERDEN!!!"

    Ich nicht.

    Das ganze Blasengeschwätz ist Müll. Der DAX und die deutschen Immobilien haben lediglich die versäumten letzten 20 Jahre aufgeholt. Beim DAX mussten sogar die Dividenden eingerechnet werden um diesen bescheidenen Erfolg feiern zu dürfen.

    Der DAX ist unterwegs nach 20.000 - Alles andere wäre ja auch ein Witz in Anbetracht von Draghis Geldregen. Wer jetzt noch bei quasi 4-ziffrigem DAX-Stand einsteigt, kann sich in ein paar Jahren ob seiner Weitsicht bewundern lassen.

    Ja Freunde, so sehe ich die Dinge: DAX 10.000 - Jetzt kann jeder reich werden. Und weder die Milchmädchen noch die Bildzeitung haben zur Zeit noch den blassesten Schimmer. Vielleicht wachen sie ja bei 20.000 auf. Dann wäre es langsam an der Zeit, Positionen zurück zu nehmen.

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