Griechenland
Schuldscheine statt Euro-Noten

In Kalifornien kamen sie schon zum Einsatz, auch in Venezuela oder Kuba: Schuldscheine, mit denen Staaten etwa ihre Angestellten bezahlt haben. In Griechenland könnte eine solche Parallelwährung zum Einsatz kommen.
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ParisDie Regierung ist bankrott, pleite, sitzt auf dem Trockenen. Trotzdem zahlt sie noch Löhne und Renten und ihre Rechnungen - nämlich indem sie Schuldscheine ausgibt. Auf solche sogenannten IOU (engl.: „I owe you“ = „Ich schulde Ihnen“) als Ersatz für harte Euro könnte auch die griechische Regierung zurückgreifen, etwa wenn die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Notkredite einstellt und die griechische Regierung, die Banken und die Griechen keine Euro mehr haben.

So ein Schuldschein - auf Papier oder als elektronisches Dokument - ist das Versprechen eines Schuldners auf Zahlung. Der Staat könnte solche Scheine ausgeben, um die Löhne seiner Beamten und Angestellten zu begleichen, die Renten zu überweisen und Lieferungen zu zahlen: eine Art Staatsanleihe, aber ohne Zinsen.

So könnte die Regierung die Zeit überbrücken, die es dauert, bis sie wieder Euro zur Verfügung oder gar eine eigene Währung eingeführt hat. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn etwa schlug am Montag nach dem Nein beim Referendum die Rückkehr zur Drachme vor. Sie solle als virtuelle Währung eingeführt werden und zwar parallel zum Euro, der weiterhin für Bargeschäfte der Bürger genutzt würde. Sinn rechnet mit einem „kräftigen Wirtschaftsaufschwung“, weil die virtuelle Drachme schnell abwerten würde.

So optimistisch ist Holger Schmieding von der Berenberg Bank nicht. In seinem Schuldschein-Szenario liefe es folgendermaßen: Die Regierung zahlt in der Parallelwährung IOU. Ein Rentner, der bislang 500 Euro im Monat bekommt, erhielte dann zwar auf dem Papier 500 IOU. Beim Einkaufen allerdings dürfte er für dieses Papier nur Waren im Gegenwert von 100 oder 150 Euro bekommen. Geld nämlich basiere auf Vertrauen, betont Schmieding. Und in eine von der jetzigen Regierung ausgegebenen Parallelwährung hätten die Menschen seiner Meinung nach "überhaupt kein Vertrauen".

Schmieding verweist auf das Beispiel Venezuela oder Kuba, wo die heimische Währung immer weiter abwertet und stattdessen der US-Dollar Wünsche erfüllt. Wer keine Dollar habe, der müsse viel mehr für Importwaren zahlen. Die einfachen Leute zahlten hier für die Ideologie ihrer Regierung, so das vernichtende Urteil.

Ein weiteres historisches Beispiel liefert Kalifornien. Als dem US-Bundesstaat im Jahr 2009 das Geld ausging, zahlte er Gehälter und Rechnungen in Schuldscheinen und verzinste sie mit 3,75 Prozent. Zunächst erlaubten die lokalen Banken den Tausch der Papiere in Bargeld, dann weigerten sie sich. Nach zwei Monaten einigte sich die Politik auf einen neuen Haushalt – und Kaliforniens Regierung löste die Schuldscheine ein.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Schuldscheine statt Euro-Noten
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    Griechenland gehen die Euros aus.
    Die Geldautomaten sind leer, die Banken bleiben geschlossen.
    Die Beamten und Pensionäre werden mit wertlosen Schuldscheinen bezahlt.
    Die Geschäfte sind leergeräumt und akzeptieren nur noch Bargeld.
    An der Tanke gibt es nur noch Sprit gegen bares!
    Die Reichen haben ihr Vermögen schon lange in Sicherheit gebracht, die Armen durchwühlen Mülltonnen nach essbaren.

  • Das erinnert dann doch an die DDR - offiziell Ostmark, aber im Intershop und für Gefälligkeiten DM.

  • Nachtrag:

    Währung ist das, was die Bürger als solche akzeptieren ; nicht das was die Oberen verordnen.

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