Handelsblatt-Anleger-Akademie
Gute Profis schwatzen nichts auf

Im Durchschnitt besitzt ein deutscher Bürger ein Vermögen von 30 000 Euro. Knapp eine Million Deutsche hat 300 000 Euro und mehr. Ein Heer von Anlageberatern, Finanzverwaltern, Finanzberatern, Bankangestellten und Versicherungsmaklern wollen an diesem Geld verdienen.

DÜSSELDORF. Entsprechend ungeordnet haben viele Anleger eine Reihe von Vermögensposten angesammelt, die vielleicht gar nicht zur ihrem Profil und ihren Lebensplänen passen. Hilfe kommt von Finanzexperten, die die Vermögensanlage maßgeschneidert ordnen. Die besten sorgen nicht nur für eine ansehnliche Rendite, sie sind auch darauf bedacht, dass das Vermögen insgesamt erhalten bleibt und nichts durch riskante Manöver verloren geht. Aber welcher Profi passt zu wem?

Das Vermögen eines Normalverdieners sortiert am besten ein Finanzberater. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Aber nach bestimmten Qualifikationen kann der Kunde fragen. „Die meisten Berater vermitteln nur Produkte, nennen sich aber Berater“, warnt Peter Schaubach von der European Business School in Oestrich-Winkel.

Von den Handelskammern geprüfte Fachberater haben zumindest ein Gütesiegel. Das einfache lautet: „Fachberater für Finanzdienstleistung“. Unter „Fachwirt für Finanzberatung“ sind schon höhere Weihen zu verstehen, die in etwa dem Abschluss eines Bankfachwirts entsprechen. Einen besonders gründlichen Ausbildungsweg schlagen zertifizierte Finanzplaner (Certified Financial Planner) ein. Planung eines Nachlasses, Berechnung der Kosten eines Derivats, auch das lernen diese Experten während des Studiums. Doch je nachdem, für wen sie arbeiten, verdienen auch gut qualifiziert Berater häufig an Provisionen. Sie leben davon, vor allem Produkte zu verkaufen wie etwa bestimmte Fonds einer Bank oder eine Kapitallebensversicherung.

Unabhängige Finanzberater rechnen dagegen beim Kunden ab. Gegen ein Honorar, das in etwa dem eines Steuerberaters entspricht, erstellen sie eine Gesamtübersicht aller individuellen Schuld- und Vermögensposten, suchen nach Einsparmöglichkeiten, einer besseren Streuung und passen die Positionen der jeweiligen Lebenssituation an. Das kann leicht einen vierstelligen Betrag kosten. „Doch meistens sparen die Beratenen ein Mehrfaches davon später ein“, sagt Kapitalrechtsexperte Peter Balzer, der an der European Business School unterrichtet. Berater entwerfen eine Anlagestrategie, die Positionen kauft und verkauft der Anleger selbst.

Ab einem Vermögen von etwa 500 000 Euro kommt der Vermögensverwalter ins Spiel. Er bekommt ein Mandat für die Geldanlage und kann entsprechend den Vorgaben selbstständig über das Depot des Kunden disponieren.

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