Hintergrund ist der so genannte Nachhaltigkeitsfaktor
Studie: Renten werden deutlich sinken

Künftige Rentner müssen sich nach einer Studie der Dresdner Bank im Schnitt mit rund 15 Prozent weniger Einnahmen aus der gesetzlichen Rentenkasse abfinden. Dies sei unter anderem das Ergebnis der Rentenreform der Bundesregierung, die zum 1. Januar in Kraft getreten ist.

HB FRANKFURT. Die Bürger hätten bisher keine Möglichkeit, den Unterschied zwischen dem heutigen und dem gesetzlichen Rentenniveau etwa im Jahr 2050 zu beziffern, um dann entsprechend privat vorzusorgen. „Niemand sagt einem, was die Rentenreform netto wirklich bedeutet“, betont Jürgen Stanowsky, Volkswirt bei der Dresdner Bank und dem Mutterkonzern Allianz.

Laut der Studie würde zum Beispiel ein Koch, der heute in Rente geht und bei einem durchschnittlichen Brutto-Einkommen von 2000 Euro 40 Jahre lang Beiträge eingezahlt hat, nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung eine Rente von 775 Euro monatlich beziehen. Ein Koch, der in diesem Jahr anfängt zu arbeiten und dann ebenso lange in die Rentenkasse einzahlt, komme später nur noch auf 659 Euro. Bei einem Dolmetscher mit 4000 Euro Monatseinkommen stehe dem derzeitigen Rentenniveau von 1549 Euro ein künftiges von 1318 Euro gegenüber.

Hintergrund für den deutlichen Rückgang ist der so genannte Nachhaltigkeitsfaktor, der die Berechnung der Rentenerhöhungen auch von der demographischen Entwicklung abhängig macht. Die Dresdner Bank hat in ihrer Untersuchung eine Inflationsrate von 1,5 Prozent berücksichtigt - die Euro-Beträge sind gemessen an der Kaufkraft also direkt vergleichbar. Nicht einbezogen ist die ebenfalls per 1. Januar geänderte Besteuerung der Renten, weil sie vom individuellen Steuersatz abhängig sei. Ob sich dieser Effekt netto ebenfalls negativ auswirke, könne daher nur schwer vorausgesagt werden. „Er hängt zum Beispiel auch von der Entwicklung der Freibeträge ab“, erläutert Stanowsky.

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