Interview Kaido Saar
„Bessere Konditionen braucht es gar nicht“

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Keine Sorge um die Einlagen

Klingt, als müssten sich deutsche Kunden, die Geld bei Ihnen anlegen, nicht um Ihre Einlagen sorgen?
Die Bigbank steht finanziell solide da. Estnische Banken haben generell mit die höchsten Kernkapitalquoten in Europa. Unsere Kernkapitalquote liegt sogar weit über dem estnischen Durchschnitt. Zusätzlich garantiert der estnische Staat gemäß der europäischen Einlagensicherung für Einlagen bis 100.000 Euro. Die Staatsverschuldung Estlands liegt mit nur etwa zehn Prozent der Wirtschaftsleistung aber weit unter der anderer Staaten in Europa.

Haben Sie Angst, dass die Spannungen zwischen Russland und Europa die Konsumfreude hierzulande eindämmen könnten; Angst, dass Ihr Geschäftsmodell auf dem Spiel steht?
Bislang sehen wir keine Anzeichen, dass sich die politischen Spannungen negativ auf die Konsumfreude ausgewirkt hätten. Die Menschen fühlen sich immer noch sicher. Dies könnte sich erst dann ändern, wenn die EU und Russland jeweils mehr Sanktionen beschließen würden – dann käme es wohl darauf an, wie stark der Handel zwischen den einzelnen Staaten und Russland in Mitleidenschaft gezogen würde. Jedoch macht Russland in der Handelsbilanz von Estland nur 5 bis 10 Prozent aus – das ist nicht besonders viel. Insofern würde sich eine Veränderung der Situation wahrscheinlich auch nicht dramatisch auf das Handelsvolumen auswirken.

Ihre Bank hat derzeit kein Rating. Warum?
Wir hatten vor Jahren ein Moody’s-Rating. Das brauchten wir, solange wir uns über den internationalen Anleihenmarkt finanzierten. Heute finanzieren wir uns selbst über Festgeldeinlagen. Für dieses Produktangebot brauchen wir kein Rating mehr.

Die Sparer vertrauen Ihnen also auch so. Was ist denn die größte Herausforderung für die Bigbank, um erfolgreich weiter zu machen?
Genügend Kreditnehmer zu finden. Wir vergeben ja nur Kredite je nach Land zwischen 1.500 und 5.000 Euro. Um hier auf ein anständiges Geschäftsvolumen zu kommen, reicht es nicht, ein paar Hundert Kredite zu vergeben – da brauchen Sie schon viele.

Wo sehen Sie die Bigbank denn in fünf Jahren?
In fünf Jahren wollen wir in mehr Ländern präsent sein, allerdings bleiben wir beim bewährten Geschäft mit Einlagen und Konsumkrediten. Unternehmensfinanzierung oder Baudarlehen – das würde uns nur den Fokus rauben.

Herr Saar, vielen Dank für das Gespräch.

Sara Zinnecker
Sara Zinnecker
Handelsblatt online / Redakteurin

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