Investmentfonds
Altersvorsorge-Fonds setzen sich nicht durch

Die Kategorie der Altersvorsorge-Fonds – kurz AS-Fonds – feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Grund zum Feiern dürfte es beim Branchenverband BVI jedoch nicht geben, denn die als Baustein zur Altersvorsorge gedachte Fondsgruppe hat sich nicht bei den Anlegern etablieren können.

HB HAMBURG. In den 22 Produkten dieser Kategorie werden gerade einmal 1,7 Mrd. Euro verwaltet. Relativ gut hat sich der Geno AS:1 von Union Investment verkauft, mit einem Volumen von knapp 200 Mio. Euro gehört er zu den größten Angeboten. Vergleichsweise respektabel fällt auch die jüngste Wertentwicklung aus: Union-Manager Boris Schakowski konnte die Verluste von März 2007 bis März 2008 auf 0,89 Prozent begrenzen und erzielte damit das beste Ergebnis, während die Kategorie im Schnitt 5,44 Prozent verlor (siehe Tabelle).

Schakowski nutzt die gesetzlichen Vorgaben für AS-Fonds zugunsten einer relativ aggressiven Strategie aus: So variiert er die Aktienquote innerhalb einer Bandbreite von 65 bis 75 Prozent. „Der Geno AS:1 verfolgt langfristigen Vermögensaufbau, dementsprechend halten wir eine hohe Aktienquote für einen solchen Anlagehorizont für unverzichtbar“, so der Fondsmanager. Derzeit beträgt der Aktienanteil 65 Prozent, den er weltweit streut. Auf der Rentenseite positioniert sich Schakowski generell eher konservativ und investiert fast nur in Staatsanleihen bester Bonität. „Wenn wir Risiken eingehen wollen, tun wir dies auf der Aktienseite“, sagt er. Wie die Renten gewichtet er auch den Immobilienfondsanteil innerhalb eines Korridors von zwölf und 16 Prozent. Dabei setzt der Union-Manager derzeit ausschließlich auf die hauseigenen Produkte Uni Immo Europa und Uni Immo Deutschland. Prinzipiell kann er aber auch auf Fremdfonds zurückgreifen.

Auch Michael Wirtz setzt mit dem auf Rang fünf liegenden und 322 Mio. Euro schweren Deka-Privatvorsorge AS aktuell ausschließlich auf konzerneigene Immobilienfonds, die mit sieben Prozent aber nur halb so hoch gewichtet sind wie im Geno AS:1. Insgesamt verfolgt der Deka-Manager eine zurückhaltendere Strategie und kann den Aktienanteil auf 51 Prozent herunterfahren. Diese Möglichkeit schöpft er derzeit aber nicht aus und gewichtet Aktien mit 68 Prozent. „Acht Prozent davon sind allerdings über Derivate abgesichert“, so Wirtz, der ausschließlich in der Euro-Zone investiert.

Sowohl der Deka-Manager als auch Schakowski bewerten die Einführung der Abgeltungsteuer für ihre Fonds als positiv: „Steueraspekte stehen für uns zwar nicht im Vordergrund, aber aufgrund des vermögensverwaltenden Charakters sollten AS-Fonds von dieser neuen Gesetzeslage profitieren“, sagt Wirtz.

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