Japan
Konsumfreudige Kundschaft im Blick

Roboter helfen in allen Lebenslagen, "Universal Design" statt "für Senioren": Japanische Unternehmen lassen sich für ihre älteren Kunden einiges einfallen.

Sie sind fit, schlank, aktiv und wohlhabend. Nippons Senioren sind eine Macht im Lande - und das nicht nur, weil Konfuzius lehrte, das Alter zu ehren. Im Land der aufgehenden Sonne ist heute jeder fünfte der rund 127 Millionen Einwohner über 65 Jahre alt, Tendenz steigend. 2015 wird jeder vierte, 2050 sogar jeder dritte Rentner sein: Japan hat die höchste Lebenserwartung der Welt und führt wegen der geringen Geburtenrate auch beim weltweiten Trend der rapide alternden Gesellschaften. Anders als etwa in Deutschland ist das Pensionsalter aber eher eine akademische Größe, weil fast jeder Japaner auch nach Ende des ersten Berufslebens weiter arbeitet - notfalls indem er sich selbstständig macht oder eine Stelle als Teilzeitkraft, Putzhilfe oder Wachmann annimmt. Die wenigsten verlassen sich auf die auch hier klammen Rentenkassen, Privatvorsorge ist seit Langem eine Selbstverständlichkeit.

Japanische Senioren sind deshalb finanziell recht gut abgesichert. Die Privatwirtschaft betrachtet sie als attraktive, weil wachsende Zielgruppe und bewirbt sie entsprechend. Allein den so genannten Silbermarkt für Pflege-, Gesundheits- und Hilfsprodukte schätzt das Wirtschaftsministerium in Tokio auf über 30 Milliarden Euro. "Für die kommenden zehn Jahre wirkt sich die japanische Demografie vorteilhaft für das Wirtschaftswachstum aus", heißt es in einer Analyse der Investmentbank J.P. Morgan. Der Grund: Japans Senioren geben mehr aus als andere Bevölkerungsschichten und sind damit eine Stütze der Konjunktur.

Vor allem Reisebranche und Vermögensverwalter reißen sich um die Pensionäre. Das Reiseunternehmen Kintetsu International etwa bietet 200 Interessenclubs an, mit denen gleichgesinnte Gleichaltrige durch die Welt jetten. Und die Finanzinstitute schalten aufwendige Werbespots, die sich an diese Klientel richten und auf sie zugeschnittene Dienstleistungen anbieten.

Nippons Mobilfunkgesellschaften haben witzige Handys mit größeren Tasten im Angebot, die einfacher zu bedienen sind als die High-Tech-Turboversionen für die spielverrückte Jugend. Japans größter Sanitärhersteller Toto entwickelt ständig neue Toiletten und Badezimmereinrichtungen für ältere Kunden, die im reinlichkeitsbedachten Japan aber auch von Jüngeren geschätzt werden. Zum Beispiel ein Klo, dass sich von allein öffnet und selbsttätig reinigt - auf Wunsch auch mit allerlei Stützfunktionen für pflegebedürftige Menschen.

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