Kredite der Banken: Rot-grünes Bündnis gegen Wucherzinsen

Kredite der Banken
Rot-grünes Bündnis gegen Wucherzinsen

Die Banken sollen ihre Zinsen auf Girokonten deutlich senken. Das fordern Verbraucherschützer schon lange. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und die Grünen unterstützen nun die Kritik. Ein Deckel soll her.
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DüsseldorfSPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will überhöhte Zinsen für Überziehungskredite bei Banken gesetzlich verhindern. „Obwohl sich die Banken bei der Europäischen Zentralbank derzeit für nur 0,75 Prozent so günstig Geld leihen können wie nie, verlangen sie bis zu 15 Prozent Zinsen für einen einfachen Überziehungskredit“, sagte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück der „Bild“-Zeitung. „Das ist Wucher.“

Der SPD-Kanzlerkandidat hat offenbar keine Hoffnung, dass die Banken freiwillig ihre Kreditzinsen auf dem Girokonto senken. Er will nun einen Deckel einführen. „Erlaubt wäre dann nur noch ein Aufschlag von maximal acht Prozentpunkten auf den Basiszinssatz der Bundesbank“, heißt es in dem Zeitungsbericht.

Die Obergrenze könnte an den Leitzins der EZB gekoppelt werden. Dieser liegt mit minus 0,13 Prozent derzeit sogar im negativen Bereich. Nach diesem Modell wäre die Zinshöhe für Dispo-Kredite momentan auf 7,87 Prozent beschränkt. Im Ergebnis würden dadurch die Überziehungszinsen nahezu halbiert.

Hintergrund: Wenn das Girokonto im Minus ist, wird es mitunter richtig teuer. Spitzenzinssätze von mehr als 14 Prozent gibt es nach wie vor in der Branche. Im Schnitt liegt der Zinssatz zwischen 10 und 11 Prozent. „Unterm Strich sind die Dispozinsen 2012 leicht gesunken, das Niveau ist aber immer noch deutlich zu hoch“, urteilt Bankexpertin Stephanie Pallasch von der Stiftung Warentest.

Verbraucherschützer fordern schon länger eine gesetzliche Deckelung. Neben Steinbrück sind auch die Grünen neuerdings dafür. Es müsse in Deutschland ein Rechtsanspruch auf ein Girokonto eingeführt werden, forderte die Fraktionsvorsitzende Renate Künast jüngst in Weimar zum Abschluss der Klausurtagung der Bundestagsfraktion.

Ein Girokonto gehöre in vielen Lebensbereichen heute zur gesellschaftlichen Teilhabe dazu. Außerdem wolle ihre Partei, „dass die Menschen bei den Dispozinsen nicht weiter abgezockt werden“. Die Dispozinsen dürften nur knapp über dem Leitzins liegen. „Jetzt liegen sie im Unermesslichen und machen die Menschen noch ärmer.“

Kommentare zu "Rot-grünes Bündnis gegen Wucherzinsen"

Alle Kommentare
  • Verehrte Foristen, ihr regt euch, irgendwie auch zu recht, über den populistischen Schwachsinn von Rot-Grün auf, der Aufreger schlechthin ist meiner Meinung nach, dass die Redaktion des HB, sollten ja Wirtschaftsfachleute sein, diesen Unfug übernehmen und sich nicht zu blöd sind, sich vor den Karren der Gutmenschen und Volksbeglücker zu spannen und unendgeltlich(???) Wahlwerbung für diese zumachen!

  • Ihre Aufzählung ist beeindruckend, nichtsdestotrotz möchte ich noch ein Beispiel beitragen:
    Die Bundestagsverwaltung wurde beschuldigt und verurteilt ca 70 Scheinselbständige zu beschäftigen.

  • Wollen sich nun die rot-grünen Volksbevormunder auch in die Geschäftsmodelle der Banken einmischen?

    Das ist doch alles populistischer Unsinn?

    Was kommt eigentlich dabei raus, wenn rote Farbe mit grüner Farbe gemischt wird - irgentwas bräunliches?

  • Wie schön für SPD und Grünen, dass man nun endlich ein Thema für den Wahlkampf gefunden hat, nachdem alle krampfhaft versuchten Themen niemanden interesierten.Nur, wen interesiert dieses Thema? Diejenigen die ihre Konten dauerhaft in den Mießen halten ? Nur,schon vergessen, dass die SPD mit ihrer Politik in den vergangenen 20 Jahren dafür sorgte, dass die Menschen in Armut und Präkariat absanken, die dann zu immer mehr Verschuldung der betroffenen führen und führten. Ich höre von der SPD und deren Kanditaten nichts, was sie künftig politisch besser machen wollen.
    Themen die für die Menschen vor Ort wichtig sind, werden überhaupt nicht aufgenommen.Statt dessen werden uns immer wieder aufs neue nur Platte Slogens präsentiert. Es ist wie in der Werbung aus dem Fernseher, man hört, dass jemand lavert, aber keiner hört mehr hin.Nein, liebe Genossen, da muss schon ein bischen mehr kommen.gez.walterwerner.fineartprint.de

  • Der Dispo hat normalerweise keine Sicherheiten im Hintergrund und deshalb zahlen alle Dispokunden gemeinsam das Ausfallrisiko.Wenn tatsächlich ein "Deckel" eingeführt wird, werden vermutlich nur noch die Kunden einen Dispo bekommen, die eine niedrige Ausfallwahrscheinlichkeit haben. Es wir immer von der großen Zinsdifferenz zwischen Bundesbankzins und Dispozins geschrieben. Außer dem was die Bank an die Bundesbank für das "billige" Geld zu zahlen hat, kostet der Dispo ja sonst nichts oder? Der Mechanismus Kredit ist leider nicht ganz so trivial, wie manche selbsternannte Erperten zu glauben wissen. Vielleicht schauen die mal nach, was alles so im KWG, der SolvV, der LiqV und sonstigen bankaufsichtsrechlichen Vorschriften steht.

  • ich denke, dass ist - mal von den verschiedenen zinsberechnungsmethoden abgesehen, soweit korrekt ;-)

  • @pro-D: Genaus so ist es, volle Zustimmung. Ich bin für die Kappung von Redevergütungen im Klüngelkreisen des SPD (und natürlich auch der anderen Parteien), bezahlt duch öffentliche Institutionen (bspw. Landesbanken oder städtische Versorger). Denn der Wissensgewinn hierdurch beträgt Zero. Der soziale Anstrich, den sich die SPD geben will, ist einfach nur noch lächerlich. Wenn diese Partei es mit diesem Kandidaten an die Macht schafft, ist man nur noch von leisterungsverweigernden Torfnasen umgeben. Goldne Wasserhähne nur für die Parteiführung der Sozen.... nein danke. Ubi bene, ibi patria.

  • @Banker

    Sehr schön zusammengefasst. Aktuell brechen den Banken nämlich die Zinsmargen weg. Gleichzeitig müssen Banken dank Regulierungen (WpHG etc.) immer mehr Leute im Backoffice einsetzen. Leute also, die Kosten, aber keine Erträge bringen.
    Zwangsläufig wird es also zu Entlassungen kommen.
    Steinbrücks Lieblinge, die Grossbanken, werden das durch Zockerei auszugleichen versuchen. Sparkassen und Genobanken müssen Filialen schliessen und Leute vor die Türe setzen.
    Wann verstehen die enthirnten Deutschen eigentlich, dass sie sich selbst entsorgen bzw. viel mehr von ihren selbst gewählten Politikern systematisch entsorgt werden ?????

  • Lieber Banker,
    Sie sind intellektuell schon sehr limitiert, wenn Sie die offizielle Sprachregelung zur Verteidigung hoher Dispo-Zinsen noch nicht einmal fehlerfrei abschreiben können!!

  • Genau,
    jeder der einen Dispo hat nutzt diesen ja 360 Tage im Jahr bis zur Grenze aus. Diese paar Leute die das wirklich machen sind doch selber schuld wenn sie nicht auf einen Ratenkredit umschulden.

    Der Normalbürger hat seinen Dispo doch nur um mal kurzfristig ein paar Tage zu überziehen bis das nächste Gehalt kommt.

    Wenn jemand im Jahr sein Konto bei 15 % Zinsen 20 Tage im Jahr mit 1.000 € überzieht kostet ihm das 8,33 €. (Ich hoffe ich habe richtig gerechnet)

    Wahnsinnsgewinn für die Banken.

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