Kreditfinanzierte Bankrenten
Das Ende eines Steuersparmodells

Einst galten sie als "genial", nun entpuppen sie sich als kompliziertes Geflecht aus unsicheren Annahmen: Kreditfinanzierte Bankrenten fallen derzeit besonders durch hohe Verluste auf. Die Börsenprognosen der Vergangenheit sind nicht aufgegangen. Und bald fällt auch noch der Steuerabzug.

FRANKFURT. Eine Rente mit einem Kredit in Schweizer Franken oder japanischen Yen - das kann eigentlich nicht auf Dauer gut gehen. Doch noch um die Jahrtausendwende wurde eine solche Altersvorsorge als "genial" beschrieben: "Wer sich eine fremdfinanzierte Rente zulegt, braucht kein Eigenkapital, sondern leiht sich Geld bei der Bank, steckt es in eine private Rentenversicherung und setzt die Kreditzinsen von der Steuer ab. Ist das Darlehen getilgt, kann der Kunde sich mit seinen lebenslangen Rentenzahlungen beruhigt auf sein Altenteil zurückziehen." Soweit die Theorie, die insbesondere bei Spitzenverdienern großen Anklang fand.

Der Zusatznutzen: Die erzielbare Rendite sollte mit dem Einsatz von fremdem Geld weit höher liegen als mit Eigenkapital. Bei genauerem Hinsehen war das Konstrukt jedoch ein kompliziertes Geflecht aus unsicheren Annahmen. Schon nach der großen Aktienbaisse in den Jahren 2000 bis 2002 legte sich die Begeisterung. Inzwischen sind viele fremdfinanzierte Renten Sanierungsfälle geworden. Denn das seit Anfang der 90er Jahre als Steuermodell für Spitzenverdiener gepriesene Modell hat sich oft zum Verlustbringer entwickelt. "In vielen Fällen ist eine Sanierung notwendig, um die Verluste in Grenzen zu halten", sagt Hans-Peter Friedebach von der Wizard Financial Consulting GmbH.

Damit das Steuersparmodell überhaupt funktioniert, ist es wichtig, dass die prognostizierten Renditen eintreffen und die Darlehenszinsen als Werbungskosten steuerlich absetzbar sind. Doch all das funktioniert häufig nicht mehr.

Damit fehlt das fest eingeplante Geld, um das Darlehen zu tilgen. Zudem verlangen die Banken oft zusätzliche Sicherheiten, weil die Vermögenswerte dahingeschmolzen sind. Hinzu kommt, dass mit Einführung der Abgeltungsteuer ab 2009 die Darlehenszinsen nicht mehr steuerlich absetzbar sind. Das langfristig ausgelegte Konzept rechnet sich nicht mehr - im Gegenteil, die Verluste summieren sich.

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