Kreditkarten
Finanzriesen entdecken exotische Märkte

Mit der Plastikarte zu bezahlen gehört weltweit zum Lebensalltag der Menschen. Bis auf wenige Ausnahmen. Wenn sich ein Land wie Myanmar öffnet, wollen sich Finanzinstitute einen Stück des Kuchens sichern.
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Vor einem Jahr gab es in Myanmar keinen einzigen Geldautomaten. Kein Restaurant oder Hotel akzeptierte Kreditkarten. Reisende mussten Dollar in großen Mengen mitbringen, um die Ausgaben für ihren Urlaub begleichen zu können. Doch das Land öffnet sich für die Symbole des Kapitalismus: Inzwischen gibt es in Myanmar 450 Geldautomaten – und 2500 Lesegeräte wurden installiert.

Der Wandel kommt nicht von ungefähr: Thein Sein, seit zwei Jahren Präsident von Myanmar, hat die politischen Freiheiten im Land ausgebaut und wirtschaftliche Freiheiten zugelassen. Die USA und die Europäische Union begannen vergangenes Jahr, Sanktionen gegen Myanmar zurückzuschrauben.

Für Touristen wird das Reisen in dem Land einfacher: „Die Notwendigkeit, Taschen voller Bargeld mit sich rumzutragen, nimmt ab”, sagt Matt Davies von der Mission des Internationalen Währungsfonds (IWF) in dem Land. Er reiste im November vergangenen Jahres das erste Mal nach Myanmar, als es noch eine Geldautomaten-Wüste war. Und selbst heute könne er sich nicht ganz auf Plastik verlassen. „Es dauert eine Zeit, bevor Gewohnheiten sich ändern.”

Für die großen Kreditkartengesellschaften wie etwa Visa oder Master ist Myanmar ein zukunftsträchtiger Markt. MasterCard begann im September 2012, Verträge mit lokalen Banken abzuschließen. Bislang wurden Lizenzen an sieben Banken vergeben. Diese haben Lesegeräte für MasterCard-Karten bei 285 Händlern installiert. Hinzu kämen 210 Automaten, bei denen Touristen mit MasterCard Geld ziehen können.

Visa hat mit acht Banken Kooperationen geschlossen: Inzwischen wird die Kreditkarte von 550 Händlern und an über 200 Geldautomaten akzeptiert. Auch chinesische Banken sind mit ihren Kreditkarten vor Ort vertreten. Die Gebühren für die Kartenzahlungen sind allerdings recht hoch. Und Kunden können nicht mehr als 225 Euro abheben.

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