Kunde trägt das Anlagerisiko
Fonds-Policen waren 2004 der Renner

Die Versicherer haben 2004 so viele fondsgebundene Lebensversicherungen (FLV) verkauft wie nie zuvor. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Tillinghast waren es im Jahr vor der Kappung des Steuerprivilegs Policen für insgesamt 2,4 Mrd. Euro an Beiträgen, was einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für dieses Jahr rechnet Tillinghast jedoch mit einem deutlichen Einbruch, der teilweise durch den Absatz von Rentenpolicen kompensiert werden dürfte.

HB/rl DÜSSELDORF. Im Unterschied zu klassischen Lebensversicherungen trägt bei der FLV der Kunde selbst und nicht die Versicherungsgesellschaft das Anlagerisiko. Eine Ausnahme bilden Fondspolicen mit Garantie, die heute gut die Hälfte des Geschäfts ausmachen. "Garantien kosten langfristig Performance und sind oft nur wenig flexibel", sagt Mohammad Majidi, der Autor der Studie. "Dies wird Kunden mittlerweile auch beim Kauf traditioneller Lebensversicherungen kommuniziert."

Immerhin ging 2004 fast jeder vierte Kunde bei seiner Altersvorsorge mehr Risiko ein. Die Kunden hätten das Vertrauen in die Aktienanlage zurückgewonnen, meint Tillinghast. Den Versicherern kann diese Entwicklung nur gelegen kommen. Sie halten sich seit der Börsenkrise vor drei Jahren mit Aktienanlagen zurück. Angesichts des niedrigen Zinsniveaus haben sie ohnehin Mühe die den Kunden ursprünglich versprochenen Verzinsungen auf Dauer zu erwirtschaften. Derzeit werden die Garantien in der Branche recht kontrovers diskutiert.

Tillinghast begrüßt die Förderung der privaten Altersvorsorge, wenngleich die Experten bei der neuen Rürup-Rente ähnliche Akzeptanzprobleme erwarten wir bisher bei der Riester-Rente. Die demographische Entwicklung stelle jedoch auch die private Assekuranz vor Herausforderungen. "Das Geschäftsmodell der Lebensversicherung ist auf Neugeschäft angewiesen."

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