Langfrist-Sparen
Private Altersvorsorge wird teurer

Aktien gelten langfristig als wertstarkes Investment. Doch die Abgeltungsteuer benachteiligt Vorsorgesparer. Lobbyisten bemühen sich um Nachbesserung - Ausgang ungewiss. Anleger sollten daher frühzeitig die Möglichkeiten für begünstigtes Sparen ausschöpfen.

HB FRANKFURT. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ob die geplante Abgeltungsteuer noch vor ihrem Start am 1. Januar 2009 nachjustiert wird und ob diese möglichen Änderungen das private Sparen für das Alter eher wieder fördern oder noch stärker hemmen, steht in den Sternen. Klar ist, dass die neue Steuer wegen bislang fehlender Ausnahmeregelungen die private Altersvorsorge mit Aktien bremsen dürfte. Das stimmt die Lobbyisten der Finanzbranche kämpferisch.

Unter den Verbänden macht sich vor allem der deutsche Fondsverband BVI hartnäckig stark für eine Ausnahmeregelung für die private Altersvorsorge. Denn die beschlossenen 25 Prozent Abgeltungsteuer werden vor allem Aktien- und Aktienfondssparer bremsen, für die die Steuerfreiheit der Kursgewinne nach einem Jahr bislang Standard ist.

Die Fonds-Lobbyisten bemühen sich in Berlin um eine Gleichstellung von Fondssparplänen mit Lebensversicherungen: Fondssparer sollten wie die Inhaber von Lebensversicherungen nur die Hälfte der Erträge mit dem persönlichen Steuersatz versteuern müssen, wenn ein Fondssparplan mindestens zwölf Jahre angespart wurde und das Kapital nicht vor dem 60. Lebensjahr ausgezahlt wird.

Dass in Sachen private Altersvorsorge für den Steuerehrlichen nachgebessert werden muss, ist für Finanzexperten unstrittig. Angesichts der in den nächsten Jahrzehnten dramatisch abschmelzenden gesetzlichen Rente reicht die bisherige Förderung für privates Alterssparen über die Riester-Rente nicht aus und ist zudem noch relativ starr reglementiert. Die geplante Abgeltungsteuer belastet das Sparen in Aktien und-fonds massiv: So zwackt sich der Fiskus von jemandem, der 30 Jahre lang monatlich 100 Euro mit einem Fondssparplan rund 150 000 Euro ansparen konnte, knapp 32 000 Euro ab. Die daraus zu finanzierende monatliche Rente von knapp 1 000 Euro über zwanzig Jahre schmilzt damit immerhin um rund 200 Euro im Monat.

Andere Lobby-Verbände wie der Bankenverband teilen die Auffassung, dass man weitere Produkte und Rahmenbedingungen definieren muss, um einen stärkeren Anreiz für das Sparen fürs Alter zu setzen. Allerdings sieht man aktuell eher Chancen auf Nachbesserung bei Details. Die Stunde der Altersvorsorge komme erst, wenn die Abgeltungsteuer erst einmal da ist und etwas für den Fiskus einbringe, sagt ein Insider.

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