Lebensversicherung
Rendite auf Talfahrt

Kunden von Lebensversicherungen bekommen immer weniger Geld. Die Versicherer ächzen unter den niedrigen Zinsen und gesetzlichen Sicherheitsanforderungen. Neue Produkte sollen helfen.

Schlechte Nachrichten für Lebensversicherungskunden – mal wieder: Die Versicherer teilen ihren Kunden für das laufende Jahr im Schnitt eine Verzinsung von gerade einmal 2,86 Prozent zu, ein „historischer Tiefstand“ und deutlich weniger als im Vorjahr wie die Ratingagentur Assekurata am Dienstag mitteilte.

Zum vierzehnten Mal in Folge haben die auf Versicherungen spezialisierten Experten aus Köln die Angaben von 62 deutschen Lebensversicherern ausgewertet. Das Ergebnis dieser Studie dürfte Lebensversicherungskunden, die in der Vergangenheit mit der Aussicht auf hohe Renditen geködert wurden, nicht gefallen: Die Rendite sinkt immer weiter. Und Besserung ist nicht in Sicht.

Die Rendite einer klassischen Lebensversicherung setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen: Dem Garantiezins sowie – wenn man nicht kündigt – eben die laufende Verzinsung, Anteile an den Bewertungsreserven und Schlussgewinne. Allerdings ziehen die Versicherer gleichzeitig auch Geld für ihre Kosten und die Provision ab.

Im Schnitt liegt die Rendite einer Lebensversicherung – ganz gleich, wann sie abgeschlossen wurde und egal ob eine Kapitallebensversicherung, eine Riester-Rente oder eine Basis-Rente – aktuell bei 3,11 Prozent. Im Vorjahr lag dieser Durchschnitt noch bei 3,32 Prozent, wie Assekurata ausgerechnet hat.

Die höchste laufende Verzinsung für 2016 bekommen die Kunden von Ideal Leben gutgeschrieben mit 3,7 Prozent, die der myLife mit 3,35 Prozent und die der Neue Bayerische Beamten mit 3,30 Prozent. Am wenigsten erhalten die Kunden der HDI Leben mit 2,20 Prozent, der Swiss Life mit 2,25 Prozent und der Öffentlichen Leben Berlin-Brandenburg mit 2,40 Prozent.

Allerdings ist die laufende Verzinsung nur eine Momentaufnahme, warnt Assekurata vor übereilten Reaktionen auf diese Zahlen. Manch eine Gesellschaft, die im vergangenen Jahr noch die Ausschüttungen stabil hielt, musste nun umso deutlicher absenken. 55 Versicherer schreiben ihren Kunden weniger als im Vorjahr gut, nur vier Unternehmen hielten die Ausschüttungen stabil. Kein einziger Anbieter zahlte mehr aus.

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