Lebensversicherung und Altersvorsorge
Schwere Vorwürfe gegen die Lebensversicherer

Eine aktuelle Analyse zeigt, wie die Renditen der Lebenspolicen dahinschmelzen. Ein anderer Vergleich wirft der Branche vor, die Kunden nicht angemessen an den Erträgen zu beteiligen. Ein hitziger Streit ist entbrannt.
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An schlechte Nachrichten haben sich viele Lebensversicherte mittlerweile gewöhnt. Auf der jährlichen Konferenz zu den Zinsen der deutschen Lebensversicherer konnte Reiner Will, Geschäftsführer des Analysehauses Assekurata, noch einige neue hinzufügen. Nicht nur der Garantiezins und die laufende Verzinsung sinken.

Auch die garantierten Beitragsrenditen, die darstellen was Versicherte nach Kosten mit ihrer Police mindestens erzielen, brechen ein. Ein Mustervertrag, den Assekurata jährlich berechnet, bringt nur noch 0,42 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 0,92 Prozent. „Gemessen an der 2014 gesunkenen Inflationsrate von 0,90 Prozent können nur noch vier Lebensversicherer nach 25 Jahren auf Basis der Garantie einen realen Kapitalerhalt herstellen“, erklären die Analysten in ihrem Report.

Das bedeutet: Wenn die Inflationsrate wie im Vorjahr: 1,50 Prozent betragen würde, könnte kein Versicherter mit seinem langlaufenden Verträgen einen garantierten Gewinn machen, der über der Inflation liegt. Und das bedeutet auch: Bei Verträgen mit sehr kurzen Laufzeiten, könnte das trotz eines Garantiezinses von 1,25 Prozent bei einigen Versicherern bald zu negativen Beitragsgarantien führen, wenn es keine Überschüsse geben sollte.

Auch inklusive aller in diesem Jahr von den Versicherern deklarierten Überschüsse sinken die Renditen, bei dem Mustervertrag von Assekurata um 0,28 Prozent auf 2,87 Prozent. Das ist zwar mehr als andere konservative Sparprodukte, aber zu wenig, um Kunden einen Abschluss dieses wenig flexiblen Finanzprodukts wirklich schmackhaft zu machen.

Die Musterpolice des besten Versicherers rentiert mit 3,99 Prozent. Der schlechteste Versicherer gewährt nur 1,93 Prozent auf die Beiträge. „Der erneute Rückgang und das absolute Niveau der Beitragsrenditen stellen das klassische Neugeschäft der Lebensversicherer weiterhin vor große Herausforderungen“, sagt Will.

Und auch in der Zukunft wird es schlechter. Für die Deklarationsrunde im nächsten Jahr erwartet Assekurata keine Trendumkehr. „Eine Zinswende an den Kapitalmärkten ist nicht zu erkennen“, sagt Will. Der steigende Ergebnisdruck der Gesellschaften durch weiter wachsende Aufwendungen für die Zinszusatzreserve und die Einführung von Solvency II im Januar 2016 setze die Lebensversicherer im Hinblick auf eine stärkere Eigenmittelbildung zusätzlich unter Druck. „Es bleibt spannend“, sagt Will.

Kommentare zu " Lebensversicherung und Altersvorsorge: Schwere Vorwürfe gegen die Lebensversicherer"

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  • Sehr geehrter Herr Achim Zinn, das "Risiko" der Langlebigkeit, betrifft nach den meisten Tarifkalkulation nur einen Bruchteil der Versicherten, denn es ist eher Standard das die meisten Rentenempfänger nicht länger als 30 Jahre leben, wenn Sie mit 60, 63 oder 65 in Rente gehen. Die Tarif sind aber sehr oft mit diesen 30 Jahren kalkuliert und manche , z.B. wie Canada Life kalkulieren teilweise sogar mit 50 Jahre Rentendauer. Der deutsche Mann stirbt aber nun einmal mit ca. 78 und die Frau mit 81 Jahren. Also verschenken die meisten Menschen viel Geld wenn Sie die Rentenoption wählen. Es sollte also jeder der Rechnen kann, sich das Geld besser auszahlen lassen und anderweitig anlegen.

  • Eine aktuelle Analyse zeigt, wie die Renditen der Lebenspolicen dahinschmelzen. Ein anderer Vergleich wirft der Branche vor, die Kunden nicht angemessen an den Erträgen zu beteiligen. Ein hitziger Streit ist entbrannt.

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    Vermissen tut der Verbraucher ( Versicherungsnehmer ) eine Transparenz....

    welche nachteile für die Versicherungsnehmer entstanden sind durch die Entkoppelung des Schweizer Franken zum Euro.

    Niemanden will scheinbar die Versicherungsnehmer richtig aufklären ?????

    Wo sind die Verbraucher Zentralen ?????





  • Lieber Herr Hirsepp, wenn die Versicherer Gebühren schröpfen, dann darf ich doch davon ausgehen, dass Sie für Ihre Arbeit sicher kein Geld verlangen, oder? Wenn nein, dann sparen Sie sich bitte die Polemik. Wissen Sie eigentlich, was Ihr Fahrrad-, Auto-, oder Möbelhändler so an Kosten oder Gewinn auf den Einkaufspreis schlägt? Glauben Sie ernsthaft, die genannten Branchen würden sie mit so popeligen Margen, wie bei Lebensversicherungsprodukten begnügen?

    Nicht wenige Lebensversicherer bieten übrigens nach Abzug aller Kosten heute immer noch eine Verzinsung mit einer Drei vor dem Komma. Nicht schlecht im Vergleich zu anderen Anlageformen.
    Ihre Behauptung zur geringen Rendite und dem Geld, das in den Taschen der bösen Aktionären landet, hat schon etwas komisches. Viele der guten Lebensversicherer haben nämlich gar keine Aktionäre, sondern sind Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit.

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