Medienbericht Niedrigzinsen schrumpfen Sparvermögen um Milliarden

Die niedrigen Zinsen der EZB greifen das Vermögen der Deutschen an. Laut einer Studie verlieren die Rücklagen der Bundesbürger 2013 rund 14 Milliarden Euro an Wert. 2014 könnte es sogar noch schlimmer kommen.
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Das Sparvermögen in Deutschland sinkt: Laut einer Studie der Postbank verlieren die angehäuften Rücklagen der Deutschen in diesem Jahr um Milliarden an Wert. Quelle: dpa

Das Sparvermögen in Deutschland sinkt: Laut einer Studie der Postbank verlieren die angehäuften Rücklagen der Deutschen in diesem Jahr um Milliarden an Wert.

(Foto: dpa)

Berlin/FrankfurtDie Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zehrt einen immer größeren Teil der Ersparnisse in Deutschland auf. Wie die „Bild“-Zeitung (Samstagausgabe) unter Berufung auf Berechnungen der Postbank berichtet, verlieren die Sparvermögen bei Banken in diesem Jahr real rund 14 Milliarden Euro an Wert. Im nächsten Jahr liegt der Vermögensverlust demnach unterm Strich sogar bei 21 Milliarden Euro. „Durch den Anstieg der Inflation bei anhaltend niedrigen Zinsen wird sich die reale Vermögensentwertung beschleunigen“, sagte Postbank-Chefstratege Marco Bargel der Zeitung. EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Donnerstag angedeutet, den Leitzins bis weit in das Jahr 2014 hinein auf dem aktuellen Rekordtief von 0,5 Prozent halten zu wollen.

Demnach will die EZB die angeschlagene Wirtschaft in der Euro-Zone noch bis mindestens ins nächste Jahr hinein mit billigem Zentralbankgeld aufpäppeln. Die Zinsen würden „für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen Niveau oder darunter liegen“, bekräftigte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zuvor das rekordniedrige Zinsniveau von 0,5 Prozent wie erwartet nicht angetastet. Laut Draghi wird die Politik des billigen Geldes „die schrittweise Erholung der Konjunktur im Rest des Jahres und 2014“ anschieben.

Er blieb beim Ausblick dennoch bewusst vage. Die EZB müsse flexibel bleiben und könne nicht vorab „ein klares Ende“ für die Niedrigzins-Ära in Stein meißeln, betonte der Italiener. Künftig soll die Öffentlichkeit aber zumindest mehr Einblick erhalten, wie in der EZB um Entscheidungen gerungen wird. Im Herbst soll eine Freigabe der bislang geheim gehaltenen Ratsprotokolle auf die Tagesordnung kommen.

Die Wirtschaft habe sich zuletzt zwar stabilisiert, „allerdings auf niedrigem Niveau“, erklärte Draghi. Zudem sei die Inflationsgefahr auch „auf mittlere Sicht“ gering. Obwohl sich Draghi auch auf hartnäckige Nachfragen nicht aus der Reserve locken ließ, lässt seine Einschätzung des Preisdrucks darauf schließen, dass er auf absehbare Zeit keine Zinserhöhung ins Auge fasst. „Die Zentralbank sieht keinen Handlungsbedarf, von der Niedrigzins-Politik abzurücken – und warum sollte sie auch?“, sagte Analyst Rainer Sartoris von der Privatbank HSBC Trinkaus. Die Euro-Zone habe weiterhin Probleme und insofern sei klar, dass „erst einmal alles beim Alten bleibt“.

Die Hüter der Gemeinschaftswährung hatten den Schlüsselzins Anfang Mai wegen der hartnäckigen Rezession in vielen Ländern auf 0,5 Prozent gesenkt. Nun zeichnet sich allerdings eine leichte Erholung ab: Die Industrie in der Euro-Zone ist im Juli erstmals nach langer Pause wieder gewachsen. Dafür sorgten die steigende Nachfrage nach Exportwaren und stabilere Binnenmärkte. Da auch die chinesische Industrie erfolgreich in die zweite Jahreshälfte startete, wächst die Hoffnung auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. In einem Brief an eine Europa-Abgeordnete nannte Draghi die Geldpolitik „sehr konjunkturstützend“. Die Erholung dürfte nach seiner Ansicht im zweiten Halbjahr einsetzen.

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28 Kommentare zu "Medienbericht: Niedrigzinsen schrumpfen Sparvermögen um Milliarden"

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  • Das ist der Beste Kommentar den hier seit langem gelesen habe!!!

  • die Zinsen bleiben so lange niedrig, bis die Anleihenblase platzt.

  • Die Zinsen bleiben nicht nur bis ins nächste Jahr so niedrig. Die Zinsen bleiben so lange niedrig wie die Staatsschulden so hoch sind. Angenommen die EZB würde die Zinsen auf 4% anheben. Die meisten Staaten könnten die Zinsen gar nicht mehr bezahlen. Die BRD hat eine Gesamtverschuldung von 2 Billionen Euro, 4% davon machen 80 Milliarden Euro. Ich glaube kaum, dass Deutschland in der Lage ist jedes Jahr 80 Milliarden Euro mehr auszugeben. Man versucht durch Inflation die Schuldenkriese zu lösen. Aber je länger die Niedrigzinsphase andauert um so größer die Wahrscheinlichkeit einer Deflation. Wenn die Preise steigen werden, dann nicht wegen der niedrigen Zinsen, sondern weil die Rohstoffe knapper werden. Lebensmittel werden auch teurer da Bauern auch Biotreibstoffe herstellen.

  • ALLEN Deutschen geht es gut!

    Ein H4-Empfänger hat hier mehr, als in vielen Ländern der Erde ein Vollbeschäftigter! Dazu kostenlose Wohnung, Krankenversicherung (!), und was weiß ich noch alles!
    JAMMERN AUF ALLERHÖCHSTEN NIVEAU IN DEUTSCHLAND!

    Lieber eine ungerechte Verteilung des Wohlstandes (z.B. Deutschland), als eine gerechte Verteilung der Armut (Beispiele gibt es weltweit mehr als genug.)!

  • Werde in Zukunft nur noch AfD wählen, sofern sich die Möglichkeit bietet. Mir reicht das Ganoventum rund um den Euro.

  • Sorry aber du bist genau einer der Sorte "ich kaufe den Medien Alles ab"! Es wurde dir bestimmt schon oft genug verklickert, dass die AfD im Wahlprogramm stehen hat Zitat: "Die Rückkehr zur DM darf kein Tabu sein"! Was um Alles in der Welt verstehst du an diesem Satz nicht? Dies stand vom ersten Tage an dort auch genau so drin und wurde nie geändert! Auf deine restliche Auflistung gehe ich garnicht mehr ein, du weisst es ja eh besser ;)

  • Selten so gelacht obwohl es ein trauriges Thema ist! Eddie du scheinst noch immer einen guten Job zu haben und niemanden im Bekanntenkreis, der nicht genug verdient um aus eigener Kraft über die Runden zu kommen?!? Ich kann dir sagen, ich verdiene auch noch gut für heutige Verhältnisse und dennoch müssen ich und meine Freundin beide arbeiten gehen um uns und unserem Sohn ein angemessenes Leben zu gewährleisten. Steuern hier, Steuern da und vor allem so viele verschiedene wie Grundstücks oder Erbschaftssteuer usw. Die zukünftigen Renten gehen den Bach runter. Alles wird immer teurer siehe Strom usw. und gleichzeitig muss man für immer mehr Sachen selbst extra aufkommen, die früher durch unser System gewährleistet waren (zum Beispiel Zahnersatz oder eben private Altersvorsorge). Wenn die Deutschen immer reicher werden warum müssen dann immer mehr jeden € zweimal umdrehen? Warum haben manche 3 Jobs gleichzeitig um zurechtzukommen? Warum gibt es so viele Hartz4 Aufstocker? Mensch Junge mach doch mal die Augen auf, was die dir offiziell verklickern sind schöngefärbte Daten, da hilft es nicht einfach mal die Augen zu schliesen und zu fantasieren! Du sagst fast Vollbeschäftigung usw., ja klar die haben wir (fast) aber eben unter oben genannten Bedingungen! Es bringt nichts das Wort "arbeitslos" auszublenden weil man einen Job hat, von diesem allerdings nicht leben kann und doch wieder Sozialhilfe empfängt! Und deine tollen Ratschäge der alternativen Altersvorsorge wie Immobilien usw., wer Nichts hat kann auch Nichts investieren!!

  • Titel: "Niedrigzinsen schrumpfen Sparvermögen um Milliarden"

    und Niedrigzinsen schrumpfen die Kosten für Kredite um Millarden. Dadurch haben wir einen ausgeglichenen Bundeshaushalt und bekommen das Geld fürs eigenen Haus fast zum Nulltarif.

  • Hier noch ein paar Infos zur Agenda der AfD (Partei-Programm, konkrete Aussagen/Konzepte fehlen):
    1. EUR
    EUR weg, DM her, EUR bleibt, boese Suedlaender raus - Herumgeeiere, reiner Aufhaenger, modisches Thema, um aufzufallen und dumme Waehler zu koedern.
    2. Verteidigungspolitik
    Fuer Auslandseinsaetze, Aenderung des GG, Krieg spielen
    3. Energiepolitik
    Gegen erneuerbare Energien, zurueck zu fossilen Brennstoffen, Atomkraft. Ökostrom-Förderung ueber Steuern statt Umlage, Kostenvorteil fuer Grossverbraucher/Reiche
    4. Gesundheitspolitik
    Gegen 2-Klassen-Medizin, Beibehaltung duales (2-Klassen-) System PKV/GKV
    5. Arbeitsmarkt
    Lucke, Henkel und (Un)Sinn ("Hamburger Appell", "Verspielt nicht eure Zukunft!") sind fuer Hungerloehne, laengere Arbeitszeiten, weniger Urlaub,
    Sozialabbau, und gegen Lohnerhoehungen, Mindestloehne.
    6. Wirtschaft
    siehe 5., Steinzeit-Kapitalismus (neoliberale Hayekaner)
    7. nach Aussen fuer mehr Demokratie, innerparteilich herrscht jedoch ein strenges Regime, von Insidern Diktatur genannt ("Fuehrer-Prinzip").
    8. Migration
    selektive Einwanderung, kanadisches Modell
    9. Steuern
    Kirchhof-Modell, Einheitssatz von 25 Prozent bei der Einkommensteuer, weniger Steuern fuer Gutverdiener
    10. Abschaffung des Wahlrechts für „Inaktive und Versorgungsempfänger“, Konrad Adam, Sprecher
    11. Organhandel, Arme sollen ihre Organe verkaufen, Prof. Oberender, wiss. Beirat
    12. Zwangsunterricht fuer Hilfsbedürftigen und Asylbewerber, Prof. Dr. Dr. (ru) Irina Smirnova, Beisitzerin
    Die Ideologie dieser Bauernfaenger wird natuerlich nicht durch das "Wahlprogramm" wiedergespiegelt, die Wahrheit wuerde ja die Waehler vergraulen. Selbst ein Depp, dem die rechtspopulistischen Ideen der AfD
    sympathisch erscheinen, moechte nicht fuer noch weniger Geld noch mehr schuften... Auch die Rentner muessen sich fragen, ob sie wirklich die AfD waehlen koennen - wer soll schliesslich kuenftig fuer ihre Renten aufkommen? Niedrigloehner oder Arbeitslose? AfD bedeutet Armut fuer Deutschland...

  • @ Eddie
    eine wirklich sehr fundierte Meinung. Sie geben viele Tatsachen und lassen Stammtischparolen völlig außen vor. Sie sollten selbst in die Politik gehen. Ihre Wirkung auf mich ist beeindruckend.
    [...]
    +++ Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte werden Sie nicht persönlich. Halten Sie sich an unsere Forenregeln: www.handelsblatt.com/netiquette +++

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