Mehr Zinsen für Festgeld

Investieren in der goldenen Stadt

Niedrigzinsen ade? Ab sofort bietet eine neue Internetplattform Sparern die Möglichkeit, bei ausländischen Banken Festgeldkonten zu eröffnen. Ein Beispiel vom Sommer hat jedoch gezeigt: Kunden sollten genau hinschauen.
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Blick über die Karlsbrücke zur Prager Burg: Auf savedo.de können Sparer ab heute Festgeld in Tschechien anlegen. Quelle: dpa

Blick über die Karlsbrücke zur Prager Burg: Auf savedo.de können Sparer ab heute Festgeld in Tschechien anlegen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfKeine Frage, der Zeitpunkt ist günstig gewählt: Gerade geht unter den Sparern in Deutschland die Angst vor negativen Einlagenzinsen um, da tauscht mit einer neuen Internetplattform eine Alternative auf. Auf savedo.de kann ab sofort jeder, der ein wenig Geld auf die hohe Kante legen will, Angebote von Banken aus dem europäischen Ausland einsehen – und direkt über die Seite eine Festgeldanlage eröffnen. Das Handelsblatt ist über die DvH Ventures an Savedo beteiligt.

Derzeit listet das Portal vier Angebote der tschechischen J&T Bank: Für ein einjähriges Festgeld würde die Bank zum Beispiel 1,8 Prozent Zinsen per annum bezahlen. 2,4 Prozent per annum bekommt der, der sein Geld für fünf Jahre fest parkt. Auf den ersten Blick klingen die Angebote nicht schlecht. Ein Vergleich mit den entsprechenden Zinsindizes der FMH-Finanzberatung zeigt: 1,8 (2,4) Prozent für ein einjähriges (fünfjähriges) Festgeld – das ist viermal so viel (mehr als doppelt so viel) wie Sparer derzeit im Schnitt bekommen.

Dennoch sollten Kunden genau überdenken, ob sie Geld bei ausländischen Banken bunkern. Europäische Einlagensicherung heißt das Stichwort, mit dem sich vertraut machen sollte, wer bei einer ausländischen Bank Geld anlegen will. Nach der Richtlinie müssen EU-Mitgliedsstaaten Kundenguthaben bis zu einem Betrag von 100.000 Euro garantieren.

Das heißt: Ginge eine Bank in einem Mitgliedsstaat Pleite, müsste ein nationaler Sicherungsfonds einspringen und die Kundengelder bis zur Garantie ersetzen – theoretisch. Praktisch bleibt aber zumindest der Zweifel, ob finanziell schwächere Mitgliedsstaaten im Ernstfall die Mittel aufbringen könnten, um wirklich alle Forderungen zu begleichen.

Verbraucherzentralen warnen darüber hinaus, dass Kunden die Anträge auf Erstattung der Verluste im Zweifel in Originalsprache ausfüllen müssten. Auch würde die Rückzahlung bei Nicht-Euro-Staaten in nationaler Währung erfolgen, warnt Hans-Peter Burghof, Professor für Bankwirtschaft an der Universität Hohenheim.

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