Nach Zypern-Plan Wie sicher sind Ihre Einlagen?

In Zypern droht eine Enteignung der Sparer. Das sorgt auch in Deutschland für Ängste. Wie sicher die Konten hierzulande sind und warum auch in Deutschland Vermögende bald zum Schuldenabbau herangezogen werden.
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Sparschwein in Not: Für einen Bank-Run gibt es keinen Grund. Quelle: dpa

Sparschwein in Not: Für einen Bank-Run gibt es keinen Grund.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSo mag der Alptraum eines Bankkunden aussehen: Der Automat spuckt kein Geld aus. Wenn die Abhebung wieder funktioniert, ist das Vermögen trotz persönlicher Enthaltsamkeit um bis zu zehn Prozent geschrumpft.

Was vermögenden Zyprern jetzt angedroht wurde – bis 100.000 Euro sollten 6,75 Prozent des Vermögens für die Bankenrettung eingezogen werden, darüber sogar 9,9 Prozent, besorgt auch viele deutsche Anleger. „Seit Zypern darf man getrost Zweifel an der versprochenen Sicherheit haben“, schreibt etwa der EX-Dresdner Bank-Chef Herbert Walter in seiner Kolumne für Handelsblatt Online. „Das Vertrauen vieler Anleger ist erschüttert“.

Zwar hat das zyprische Parlament am Dienstagabend das Rettungspaket und damit zunächst auch die Abgabe der Bankkunden durchfallen lassen. Noch ist aber unsicher, ob die Sparer am Ende nicht doch zur Kasse gebeten werden.

Bislang wähnten sich viele Sparer in Sicherheit, weil Guthaben innerhalb der Europäischen Union bis zu einer Summe von 100.000 Euro nach der europäischen Einlagen-Sicherheitsrichtlinie geschützt sind. Auf Nachfrage des Handelsblatts wies das Bundesfinanzministerium in diesem Zusammenhang auf eine vermeintlich triviale, aber folgenreiche Spitzfindigkeit hin. Die Abgabe verstoße nicht gegen die Richtlinie. Denn die gesetzliche Einlagensicherung gelte nur bei Insolvenz einer Bank. Das Rettungspaket schützt zwar viele Institute vor einer drohenden Pleite, Insolvenz hat aber bislang kein Institut angemeldet.

So bitter es für die Insulaner sein mag, deutsche Sparer müssen sich nicht sorgen. „Die Situation, dass Deutschland so am Ende ist, dass Europa seine notleidenden Banken retten muss, ist völlig unrealistisch“, erklärt etwa Jürgen Kurz, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Wenn Deutschland Geld bräuchte, gäbe es viel wirkungsvollere Möglichkeiten, etwa eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. „Zypern ist ein Sonderfall“, beruhigt Kurz.

Auch hierzulande sind Guthaben auf Girokonten, Sparbüchern, Termingelder und Sparpläne bis 100.000 Euro geschützt. Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken sichern nach Vorgabe des Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAEG) springt im Notfall ein, Banken in privater Rechtsform sind zur Mitgliedschaft verpflichtet.

Über diesen Betrag hinaus sind die Kunden häufig über die Sicherungssysteme der Bankenverbünde der Privatbanken, Sparkassen oder Genossenschaftsbanken abgesichert. Nicht zuletzt gilt das Wort von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass der Staat die Sicherheit der deutschen Spareinlagen garantiere.

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89 Kommentare zu "Nach Zypern-Plan: Wie sicher sind Ihre Einlagen?"

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  • Wie kann es sein, daß Journalstin selbst heute im Jahr 2013 noch nicht kapiert haben, daß die Inflationsraten fallen? Wer davon spricht versucht Angst zu schüren. Das könnte man auch als unseriös bezeichnen.
    Wann wird ein Rating für Journalisten eingeführt?

  • Unser Finanzministerium ist bekannt für rückwirkende Gesetze! Wieso ist eine Vermögenssteuer in Zypern eine Enteignung und in Deutschland soll sie lt Wahlprogramm von Rot + Grün der sozialen Gerechtigkeit dienen???

  • Ja, Ja die Einlagen sind sicher. So etwas hat auch schon einmal Mnister Norbert Blüm über die Renten gesagt. Eine Klage gegen diese Aussage - m. W. d. die Bild-Zeitung - beschied ein Berliner Gericht: "Jawohl die Renten sind sicher" Zur Rentenhöhe (%Satz vom Netto) wurdn keine Aussagen gemacht.
    So ist es auch mit den Spareinlagen, wo will die Politik die ca. 5 Billionen € hernehmen um den Sparer abzusichern?

  • Unser Geld wandert nach Zypern und die machen uns auch noch für die ganze Situation verantwortlich.
    (Quelle: http://www.weiter-lesen.net/636/immer-auf-die-deutschen)
    Ich würde Zypern einfach untergehen lassen. Soviel Undankbarkeit hab ich noch nicht erlebt.

  • Die Einlagen sind natürlich nicht sicher. Wie sollten sie auch? Es gibt viel zu viele Einlagen. Es ist gar nicht so viel an Waren oder Dienstleistungen da, was diese Einlagen theoretisch kaufen könnten. Also muß es notwendigerweise einen Schnitt geben. Nur wo anfangen? Bei den Kleinen natürlich, wie es der Junckersmann aus dem Finanzstaat Liechtenstein gesagt hat: erst mal probieren, wie weit man gehen kann, und dann Schritt für Schritt....

  • Kleiner Tippfehler, muss heißen sein Vater (nämlich Klaus Trittin) nicht "ein" Vater.
    Klaus Trittin distanzierte sich nach dem Krieg vom Nationalsozialismus, also ein ähnlicher Fall wie der von Günter Grass, der auch SS-Mann war.
    Die autoritären und aroganten Überheblichkeiten des Jürgen Trittin sind allerdings auch eine Erbe diese Milieus.

  • Man kann es nicht mehr ertragen. Das Handelsblatt scheint ein Ideales Forum für linkes Gedankengut zu sein.Der % Satz aus dieser Richtung ist enorm hoch.Dieses Gedankengut ist in den meisten Fällen nicht sehr hilfreich und wie die Geschichte gezeigt hat für einen Staat nicht mit Erfolg gekrönt. Schluß damit.
    Es ist nicht nachzuvollziehen das für das Dilemma in den Pleiteländern immer nur der Euro, Brüssel und die bösen Deutschen schuld sind. Wo waren den in diesen Ländern die jetzt an Profilneurose leidenden selbsternannten Experten, als es noch Zeit war eine Pleite abzuwenden.Ist den keinem aufgefallen, das trotz Unmengen von Geld(auch fremdes ) in den Banken eine Staatspleite droht. Ist denn keiner auf die Idee kommen, mal über eine Änderung des Steuersystems nachzudenken. Es kann doch nicht richtig sein, daß das eigene Steuersystem tabu ist, aber gleichzeitig keine Hemmungen vorhanden sind, Gelder aus der EU einzufordern, welches ja auch Steuergeld ist.Der Zorn der Menschen ist verständlich, nur der Adressat für den Zorn, ist nicht nachvollziehbar.Das Unvermögen ihrer eigenen Landsleute in den verantwortlichen Positionen ist die Ursache für die Probleme.

  • Wenn auf die Spareinlagen in Zypern einmalig ca. 6% Sondersteuer erhoben andererseits ca. 4,4% Zinsen gutgeschrieben werden verstehe ich nicht, warum auch dieser Artikel beginnt mit: "In Zypern droht eine Enteignung der Sparer." Jede Anlage die mehr als 2% Zinsen abwirft ist mit einem gewissen Risiko verbunden. Das zieht hier jetzt. Wo ist denn das Problem?

    Wenn die Medien das Thema "Enteignung" noch weiter aufbauschen und nicht ihrer Verantwortung als neutraler Informations Provider nachkommen, in dem aufklärend die Situation dargestellt und sachlich die Problemstellung diskutiert wird, dann kann das Szenario von Marco99 leicht nachvollziehbar eintreten.

    Also bitte mehr sachliche und informierende Berichterstattung liebe Medien, auf Sie kommt es jetzt an!

  • "Bürger renoviert euer Bad" frei nach Sinn.

    Zur geplanten Teilenteignung des Jürgen Trittin kann man nur sagen. Trittin war überzeugter Kommunist und Marxist, ein Vater während des krieges überzeugter Nationalsozialist, SS-Mann und Führer einer "Kampftruppe Trittin".
    Leute mit so einem Hintergrund und Familienhintergrund sind nicht freiheitlich-liberal sondern kollektivistisch und in ihre politischen Mitteln durchaus nicht zimperlich, sondern radikal bis extrem.

    Das muss man wissen, wenn man es mit den "menschenfreundlichen" Grünen, speziell Herrn Trittin, zu tun hat.

  • Das Antasten der Sicherheit für Einlagen bei einer Bank von bis zu 100.000,-€ ist eine Sauerei ohnegleichen. Wenn das so kommt, kann keiner mehr an Europa glauben. Das wäre der Todesstoß!
    Was wir brauchen ist eine Partei, die Europa wieder zu dem macht, was es vor dem Euro war. Nämlich eine Gemeinschaft gleichberechtigter Länder, bei denen Gleichberechtigung auch bedeutete, dass jedes Land für seine Schuld und Schulden selbst verantwortlich war. Wie sich gezeigt hat, ist das mit einer Geldwährung für alle nicht machbar. Das heißt, wir brauchen eine Partei, die den Euro, so wie er augenblicklich besteht, wieder abschafft.
    Die deutschen Politiker müssen endlich dazu stehen, dass man für Fehler Lehrgeld bezahlen muss. Um Europa zu retten, muss es wieder so werden, wie es vor dem Euro war, nämlich eine Union auf Augenhöhe. Jedes europäische Land war für sein Tun selbst verantwortlich und akzeptierte das, weil es selbstverständlich war. Jetzt geht es zu wie in einem zu engen Rattenkäfig und Keiner wird überleben. Alle hassen sich nur noch.

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