Nachgefagt: Dorothea Kleine
„Informieren, planen, vergleichen “

Dorothea Kleine ist Referentin für Altersvorsorge im Bundesverband der Verbraucherzentralen. Im Interview spricht sie über die Altersvorsorge und die Beratungsmöglichkeiten.

Handelsblatt: Sind die Deutschen auf Ihren Lebensabend vorbereitet?

Dorothea Kleine: Die meisten sind zunächst einmal mit der Planung schlicht überfordert.

Ist das ein Informationsproblem?

Teilweise jedenfalls. Die nötigen Informationen muss der Verbraucher in der Tat erst einmal zusammensuchen und dann richtig auswerten. Deshalb ist die Wahl eines qualifizierten Beraters für die komplexen Vorsorgefragen so wichtig.

Welchen Anteil kann der Betroffene leisten?

Er sollte sich so gut wie möglich selber fit machen. Entscheidend ist, sich vorher zu überlegen, welche Anforderungen man an seine Altersvorsorge stellt und welche Fragen deshalb mit dem Berater zu klären sind. Es geht beispielsweise darum, in welcher Höhe gespart werden kann und sollte und welche der Vorsorgeformen prinzipiell in Frage kommen. Bei der konkreten Produktwahl sollte man erfragen, ob die Beitragshöhen flexibel anpassbar sind und wie sie sich auf die Vertragslaufzeit verteilen, welche staatliche Förderungen genutzt werden können und welche Bedingungen damit verbunden sind. Man sollte auch nicht gleich das erste Angebot annehmen, sondern sich Zeit nehmen für Vergleiche.

Da gibt es Checklisten von verschiedenen Adressen...

Richtig. Einer der dabei auftauchenden Punkte ist die Unabhängigkeit des Beraters. Daran mangelt es. Unabhängige Hilfestellung bieten übrigens bundesweit auch die Altersvorsorgeberatungen der Verbraucherzentralen.

Spüren Sie einen noch steigenden Informationsbedarf?

Gerade der jüngeren Generation wird die Notwendigkeit der zusätzlichen privaten Altersvorsorge allmählich bewusst. Damit steigt automatisch auch der Informations- und Beratungsbedarf.

Wie sieht es auf dem Gebiet der betrieblichen Vorsorge aus?

Da gibt es einen mindestens so hohen Informationsbedarf. Wir haben es hier mit einem Dreiecksverhältnis zwischen Mitarbeiter, Firma und Produktanbieter zu tun. Es führt in der Konsequenz dazu, dass der Betroffene oft nicht ausreichend informiert ist.

Die Fragen stellte Ingo Narat.

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