Nachgefragt: Klaus Stiefermann
"Die Vielfalt bietet auch Chancen"

K.Stiefermann ist Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersvorsorge. Im Interview spricht er über die Vorteile der Betriebsrente.

Lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge?

Sie ist für alle Arbeitnehmer attraktiv. Wird sie vom Arbeitgeber zusätzlich zum Lohn finanziert, gilt dies in besonderem Maße. Aber auch eine Finanzierung über Entgeltumwandlung ist für alle Beschäftigten interessant. In Zeiten hoher Abzüge durch Steuer und Sozialversicherung macht es Sinn, Geld abgabenfrei in ein Versorgungswerk einzuspeisen, selbst wenn, im Alter dann aber geringere, Abgaben zu zahlen sind. In der Zwischenzeit wirken günstige Gruppenkonditionen und sorgen für eine attraktive Rendite. Zudem ist die Betriebsrente sicher; selbst bei einer Insolvenz des Arbeitgebers wird die vom Arbeitgeber zugesagte Leistung von der Versorgungseinrichtung oder dem Pensionssicherungsverein gezahlt. Und last but not least wird die Effizienz nicht durch hohe Abschluss- und Verwaltungskosten belastet.

Gibt es Nachbesserungsbedarf bei den Angeboten?

Die betriebliche Altersvorsorge hat in den letzten Jahren tief greifende Änderungen erfahren. Noch sind die Kinderkrankheiten nicht überstanden. Kleinigkeiten gibt es noch nachzubessern. Vor allem kommt es aber darauf an, Vertrauen in die Verlässlichkeit der Rahmenbedingungen zu schaffen. Wer jahrzehntelange Verpflichtungen eingeht, der muss darauf vertrauen können, dass sich nicht mehrmals im Jahr die Spielregeln ändern.

Ist eine Harmonisierung der Produktkategorien notwendig?

Wer Vielfalt als Chance und Wahlmöglichkeiten als Gestaltungsmöglichkeiten sieht, der wird keine Harmonisierung anstreben. Wie in keinem anderen europäischen Land kann ein deutscher Unternehmer das für sein Unternehmen am besten passende Versorgungssystem finden. Dass die Suche bei fünf Durchführungswegen vielleicht etwas länger dauert als wenn es nur vier oder gar drei Durchführungswege gäbe, liegt auf der Hand.

Sehen Sie eine Chance dafür, dass die Sozialabgabenfreiheit für die betriebliche Altersvorsorge erhalten bleibt?

Sollte, wie es derzeit im Gesetz steht, die Entgeltumwandlung ab 2009 sozialabgabenpflichtig werden, so wäre dies ein herber Rückschlag für Beschäftigte. Betroffen wären Arbeitnehmer mit einem Einkommen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen zur Sozialversicherung, also gerade diejenigen, welche besonders dringend vorsorgen müssen. Sie müssten dann Sozialabgaben auf den Umwandlungsbetrag und später Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge auf die Betriebsrente zahlen. Diese Doppelverbeitragung würde eine Schlechterstellung der Betriebsrente im Vergleich zur privaten Vorsorge bedeuten.

Die Fragen stellte Caspar Dohmen.

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