Nachgerechnet

So werden aus 17 Versicherungen fünf vernünftige

Das beste Beispiel für ein völlig überzogenes Versicherungspaket: Eine Friseurin hatte 17 Verträge gleichzeitig laufen. Nach dem Check waren es noch fünf - und das bei einer deutlich verbesserten Vorsorge.
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Nachgerechnet: aus 17 mach fünf

Kürzlich hatte ich über die alleinerziehende Friseurin Isabella Soto (Name geändert) berichtet, die seit dem Jahr 2000 über 30 Versicherungen und Bausparverträge unterzeichnet hat. Die Vertreter haben immer wieder geraten, Verträge zu kündigen und neue abzuschließen. Darunter jede Menge Rentenversicherungen für sich und die Tochter. Über 11 000 Euro Abschlusskosten waren für die vielen Verträge fällig. Die Vertreter kamen von der Debeka, dem Deutsche Ring, der DVAG und am Ende der Volksfürsorge, die Generali-Versicherungen verkauft.

Zuletzt hatte Soto 17 Versicherungen gleichzeitig laufen. Drei der Vertriebe fühlten sich für den Fall nicht mehr verantwortlich. Die Generali hat jedoch reagiert. Gemeinsam mit dem unabhängigen Honorarberater Frank Kontz ist ein Bezirksdirektor der Volksfürsorge alle Policen der Generali durchgegangen. Selbst für die Experten war der Dschungel eine Herausforderung.

Aktuell hatte Soto zuletzt noch folgende Versicherungen laufen: Eine Glasversicherung – die wird sofort gestrichen, weil sie überflüssig ist. Eine Unfallversicherung: Auch die braucht sie nicht unbedingt. Die Wahrscheinlichkeit, durch einen Unfall invalide zu werden, ist eher gering. Die Folgen eines schweren Unfalls sind zudem durch andere Versicherungen abgedeckt. Weiter eine Rechtsschutzversicherung: Die will sie vorerst behalten. Sie will prüfen, ob die älteren Verträge korrekt waren. Dann noch eine Hausratversicherung – bei ihrem kleinen Haushalt überflüssig. Dazu noch eine Kfz-Versicherung mit Teilkasko: Soto hat einen abbezahlten kleinen Fiat, auf die Teilkasko kann sie verzichten. Und zu guter Letzt eine Haftpflicht. Die braucht sie unbedingt. Der einfachere Teil, die Sachversicherungen, war geklärt.

Der schwierigere Brocken war die Vorsorge: Von den 16 Vorsorge-Verträgen, die sie über die Jahre für sich und ihre Tochter abgeschlossen hatte, liefen zuletzt noch: Zwei Rentenversicherungen für die Tochter, zusammen 45 Euro. Ein Riester-Vertrag für die Mutter, 20 Euro. Ein Rentenvertrag für die Mutter 40Euro. Eine stillgelegte Rürup-Rente. Und eine Berufsunfähigkeitsversicherung, 38 Euro.

Risikolebensversicherung statt Kinderrente
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  • Ein kleiner Tipp von einem Schadenregulierer zur Verteufelung der Glasversicherung. Eventuell sollten sich die schlauen Fachleute mal mit den Ausschlüssen in der Privathaftpflichtversicherung (Unterpunkt Mietsachschäden im Bereich der BBR) auseinandersetzen und der sogenannten Glaspreisliste für Versicherungen. Ich glaube kaum, dass die Friseurin Eigentümerin Ihrer Wohnung ist. Zum Thema Teilkasko und HR schließe ich mich einigen Vorrednern an. Unsere Journalisten glänzen momentan eher mit gefährlichem Halbwissen, als mit fundierter Recherche. Das die Generali sich des Falles angenommen hat,hat einzig und allein Marketinghintergründe!! Also schön weiter im trüben Fischen und im Schadenfall dann auf Kulanz pochen!

  • Pressemitteilung der Polizei: Brand durch Fernseher - hoher Sachschaden
    Am Montag, gegen 11.45 Uhr, wurde der Feuerwehr ein Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Straße Am Kirchberg gemeldet. Eine 86-jährige Frau hatte in ihrer Wohnung den Fernseher angestellt und stellte kurz darauf Qualm fest. Sie rief einen Bekannten an, der ihr riet, den Stecker zu ziehen. Die ältere Dame folgte seinen Anweisungen und rief auch noch über 112 die Feuerwehr an. Der Bekannte war zwischenzeitlich schon zu dem betroffenen Haus unterwegs, um die Rentnerin aus der Wohnung zu holen. Durch den entstandenen Brand wurde die Wohnung unbewohnbar, nach ersten Schätzungen entstand Sachschaden in Höhe von ca. 50.000 Euro. Personen wurden zum Glück nicht verletzt.
    Warum soll auf die Hausrat verzichtet werden? H E

  • fehlt nur noch...

    Die Kinder werden es Ihnen danken.

    Mal ernsthaft. Gold ist physisch für die Sozial- und Steuerbehörden nicht einsehbar. Kann super zu Hause aufbewahrt werden für schlechte Zeiten. bzw. fürs Alter.

    Einfach auf die Bank und zu Geld machen. Am besten jeden Monat ab dem 67ten auf die Bank und tauschen.

    Ach so. Sollte der Goldpreis nicht mehr >= 1600 $ je Feinunze sein sondern darunter, gibts halt weniger zu Essen im Alter.

    Fazit: Auch eine Form der Vorsorge. Lebe schlank, aber glücklich

  • ..und ein ADAC-Plus-Brief lohnt über die Jahre auch immer!

    Lasst Euch nicht weiter von Dr. Kohl, Dr. Westerwelle, Herr Dr h.c. (ich lach mich scheppe) Maschmeyer, etc. veräppeln. Das sind alles ..naja..lassen wir das besser! Schaut Euch an wer in den Versicherungs-"Vereinen" sitzt und welchen Vorteil er eventuell daraus zieht!

  • ..für Alle ein MUSS: " BU-und Risiko-LV, Haftpflicht, Hausrat, KFZ-Vollkasko bei Neuwagen sowie neuwertigen Wägen, Teilkasko bei Altwägen"!

    Ein KANN:" Rechtschutz,falls nicht gesetzlich sinnvoll auch ein MUSS"!

    "Riester, Rürup, Papier-LV, Papier-Renten ein absolutes NEIN"! Diese "Steuer für Dumme braucht kein Mensch.

    Kaufen Sie Gold, Silber und andere reale Werte für Ihr späteres Leben!

  • Also noch genauer 4% des rentenversicherungspflichtigen Vorjahresentgeltes

  • Es sind vier % vom Vorjahresbrutto abzgl der Zulagen die einbezahlt werden müssen um die volle Zulöagen zu erhalten.

  • Mich würde interessieren, wer von den Kommentatoren eigentlich fundiertes Versicherungswissen hat?
    Der Beitrag für die Riester richtet sich nach dem sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommen, hiervon sind 4% abzüglich der staatl. Zulagen einzuzahlen, um auch die volle Förderung vom Staat zu erhalten. Doch eine Riester ist nur ein Baustein einer sinnvollen Altersvorsorge, reicht für sich alleine aber nie und nimmer aus.....
    Bei der BU schließe ich mich einem meiner Vorredner an, bei diesem Beitrag (in Anbetracht der Berufsgruppe Friseur) kann die Absicherung nicht ausreichend sein. Denn alles was unter 1000 € Monatsrente ist macht keinen Sinn.
    Und was hat eine Teilkasko damit zu tun, ob das KFZ abbezahlt ist oder der VN je einen Unfall hatte? Die Teilkasko leistet bei Wildunfällen, Sturm- und Hagelschäden u.ä. Kann sich die Frau bei Ihrem niedrigen Einkommen im Fall der Fälle eine teure Reparatur leisten? Ich glaube kaum...
    Bei der Hausrat sehe ich es zweigeteilt. Eine Hausrat kann sehr wohl sinnvoll sein, auf eine Glasversicherung kann man getrost verzichten. Aber die eine Versicherung ist nicht mit der anderen gleich zu setzten, sie decken ganz unterschiedliche Schäden ab und haben nur bedingt miteinander zu tun.
    Auf eine RS kann man bei diesem geringen Einkommen mit unter verzichten, hier sollte man die gesparten Beiträge (und noch mehr) wirklich sinnvoller Weise in eine zusätzliche Altersvorsorge stecken.
    Alles in allem war die Frau mit Sicherheit falsch bzw. überversichert, aber man sollte nicht prinzipiell alles schlecht reden, nach dem Motto: Vertraue ja keinem Versicherungsvertreter, die wollen dich alle nur ausnehmen....!!!

  • Wenn besagte Friseurin in Rente geht, wieder sie sicherlich einen Grundfreibetrag haben. Jedoch ist immer zu erwähnen das eine evtl. steuerpflicht bei Riesterprodukten besteht. Da ab 2040 100% der gesetzlichen Rente steuerpflichtig werden, bzw. die Riesterrente hierin mit einbezogen werden ist dies m.E. doch relevant. Auch der Anspruch auf Grundsicherung im Alter wird bei Riesterrenten Zahlung im Alter relevant / angerechnet. Also es gibt sicherlich vieles zu beachten. Natürlich auch die Altersarmut einer Friseurin.

  • Also richtig ist das 4% von Nettoeinkommen geleistet werden müssen um die volle Förderung zu erhalten. Jedoch sind die Förderungen hierbei anrechenbar. Somit reduziert sich der jährlich zu zahlende Beitrag um die höhe der Förderung somit um 154 EUR bzw. 185 EUR. Nur zur Info. Natürlich sollte die Friseurin ordentlich sparen damit sie keine Altersarmut erleidet. Jedoch müsste dafür der eigene Sparbeitrag wesentlich höher sein.

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