Nachhaltige Investments
Ruhigere Zeiten für das Ruhekissen

Wem ökologische und soziale Kriterien wichtig sind, der kann bei der Altersvorsorge darauf achten. Es gibt sowohl klassische Rentenpolicen mit öko-sozial orientierten Kapitalanlagen als auch nachhaltige Fondspolicen.

BerlinJeden Monat veröffentlicht das Handelsblatt einen Newsletter zum Thema Nachhaltigkeit. Der promineste Text in dieser Ausgabe: Wie Anleger ökologische und soziale Kriterien bei der Altersvorsorge umsetzen können. Den gesamten kostenlosen Newsletter können Sie hier abrufen.

Vier Prozent – das waren Zeiten. Selbst 2,25 Prozent im Jahr 2011 schienen akzeptabel. Zu Jahresbeginn ist der Garantiezins für neue Renten- oder Lebensversicherungen auf 1,25 Prozent geschmolzen. Er versteht sich nach Kosten für das investierte Kapital. Angesichts einer Kostenquote von rund fünf Prozent der Beitragssumme des Neugeschäfts muss man Jahre sparen, um sich dem schwarzen Bereich zu nähern.

Unklar ist, wie angesichts der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) der garantierte Rechnungszins zustande kommen soll, geschweige denn die Überschüsse, die ihn ergänzen sollen. „Klassische Lebensversicherungen können Garantiezins und Überschüsse nicht erwirtschaften, wenn sich die Zinslage nicht verbessert und die Regulierung sie daran hindert, stärker in Aktien zu investieren“, sagt der unabhängige Finanzberater Thomas Grimm aus Geretsried.

„Bevor ich jemandem ein klassisches Produkt verkaufe, verkaufe ich lieber nichts.“ Zu Investitionen in unterschiedliche Anlageklassen gehören laut Grimm auch Aktien, Beteiligungen und Fonds. Der Vorteil einer Versicherung sei allerdings, die Wahrscheinlichkeit eines langen Lebens abzusichern.

Gleichwohl hätten viele Menschen Angst, sich mit Altersversicherungen zu beschäftigen, weil sie glaubten, sie müssten sich heute für die nächsten 30 Jahre entscheiden, berichtet der unabhängige Kölner Finanzberater Peter Höffner. „Die Branche sollte stärker kommunizieren, dass Versicherungen lebensbegleitende Produkte sind, die durch Beitragspausen und Ausnutzung der tariflichen Möglichkeiten den Lebensumständen anpassbar sind.“

Für Grimm kommen höchstens fondsgebundene Produkte als Baustein für die betriebliche oder private Altersvorsorge in Frage. Zum einen seien Fonds Sondervermögen und böten dadurch eine zusätzliche Absicherung. „Bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung sind Einzelfonds oder Fondsstrategien wählbar, so dass man weiß, wo sie investiert sind und wie das vergangene Jahr gelaufen ist.“ Eine herkömmliche Lebensversicherung sei meist eine „Black Box“, bei der das unklar sei.

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