Negativzinsen
Die Schweizer Sparbremse

Erst galten Negativzinsen nur für Schweizer Banken und vermögende Kunden. Nun treffen sie auch Kleinsparer. Kunden der „Alternativen Bank Schweiz” zahlen ab dem ersten Franken Strafzinsen auf ihr Vermögen. Das sorgt für Unmut.

Zürich„People before Profit“ hat sich die kleine „Alternative Bank Schweiz“, kurz ABS, zum Motto erkoren. Nun gibt die 1990 gegründete Bank ihrem Slogan einen neuen Sinn, der ihren 33.000 Kunden aber nicht gefallen dürfte: Als erstes Institut der Schweiz führt sie Negativzinsen ein- und zwar ab dem ersten Franken.

Wer bis zu 100.000 Franken auf dem Girokonto, was bei der ABS „Alltagskonto“ heißt, liegen hat, bekommt ab dem kommenden Jahr 0,125 Prozent von seinem Geld abgezogen. Wer mehr als 100.000 Franken auf der hohen Kante hat, muss gar 0,75 Prozent zahlen.

Seit dem 15. Januar verlangt die Schweizerische Nationalbank (SNB) 0,75 Prozent auf die Einlagen von Geschäftsbanken, die auf den Konten der Notenbank schlummern. Die Maßnahme soll helfen, den Franken weniger attraktiv zu machen und so die Aufwertung der Schweizer Währung zu stoppen.

Im Zuge der Erhöhung des Negativzinses der Notenbank zogen viele Geschäftsbanken nach und verhängten ebenfalls Strafzinsen. Zu den ersten gehörte zum Beispiel die Genfer Privatbank Lombard Odier, sie verlangte ab Januar 0,75 Prozent auf Kundeneinlagen von mehr als 100.000 Franken. Hat der Kunde der Bank aber ein Vermögensverwaltungs-Mandat erteilt, entfällt der Strafzins. Die Zürcher Kantonalbank verhängte ab einer nicht kommunizierten Grenze von Großkunden und vermögenden Privatkunden Strafzinsen auf Bareinlagen.

Im April zog auch die kleine Alternative Bank Schweiz nach; aber auch sie erhob zunächst Strafzinsen nur für Einlagen ab 100.000 Franken. Das 1990 Institut will anders sein; die angelegten Spargelder sollen in ökologisch und sozial sinnvolle Projekte investiert werden. Ende 2014 hatten rund 33000 Kunden der kleinen Bank 1,5 Milliarden Franken Einlagen anvertraut; dem standen Kredite von rund einer Milliarde gegenüber.

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Die Schweizer Sparbremse

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Einige Kunden lösen ihre Konten auf

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