Nichts wie weg

Spanier bringen ihr Erspartes in Sicherheit

Die Spanier haben seit Jahresbeginn mehr als hundert Milliarden Euro aus dem Land geschafft. Das gab die Zentralbank in Madrid bekannt. In der größten Not greift die Region Katalonien derweil zu drastischen Maßnahmen.
36 Kommentare
Spanische Euromünze. Ist die Krise beherrschbar? Quelle: dpa

Spanische Euromünze. Ist die Krise beherrschbar?

(Foto: dpa)

Die Bankenkrise in Spanien hat eine Kapitalflucht aus dem Land ausgelöst. Allein im Monat Mai seien 41,3 Milliarden Euro aus Spanien abgezogen worden, teilte die Madrider Zentralbank am Dienstag mit. Dies sei mehr als viermal so viel wie im entsprechenden Vorjahresmonat. Im Mai war die Krise um die marode Großbank Bankia ausgebrochen, die vom Staat zur Sanierung ihrer Bilanzen 24,5 Milliarden Euro benötigt.
In den ersten fünf Monaten dieses Jahres zogen Anleger nach Angaben der Zentralbank eine Rekordsumme von insgesamt 163 Milliarden Euro aus Spanien ab. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Land noch einen Kapitalzufluss von 14,6 Milliarden Euro verzeichnet.

Die Finanzkrise bewegte die Region Katalonien zu einer drastischen und ungewöhnlichen Entscheidung. Die Regierung der wirtschaftsstärksten Region in Spanien gab bekannt, dass sie den Betreibern von staatlich subventionierten Alten- und Pflegeheimen die für Juli fälligen Gelder vorerst nicht auszahlen könne. Dabei geht es nach Medienberichten um einen Betrag von etwa 400 Millionen Euro.
Die Leiter von rund 300 Heimen protestierten gegen die Entscheidung. In einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft warnten sie davor, dass bei einem Ausbleiben der Gelder pflegebedürftige Menschen nicht versorgt werden könnten und in einzelnen Fällen sogar das Leben von Heimbewohnern in Gefahr geraten könne. „Wenn die finanziellen Mittel ausbleiben, können wir unseren Pflegedienst nicht verrichten und den Bewohnern keine Mahlzeiten servieren“, sagte ein Heimleiter der Online-Zeitung „elpais.com“.
Katalonien ist hoch verschuldet und erwägt, den spanischen Zentralstaat in Madrid um finanzielle Hilfen zu bitten. Die Regionalregierung in Barcelona führt ihre Finanzprobleme darauf zurück, dass Katalonien für die Finanzen ärmerer Region mitaufkommen müsse. Sie verlangt, dass die Katalanen künftig eigenständig ihre Steuern eintreiben dürfen.

Anleihemarkt: Ruhe vor dem Sturm?
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

36 Kommentare zu "Nichts wie weg: Spanier bringen ihr Erspartes in Sicherheit"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Offensichtlich sind die ''Verantwortlichen'' mit ihren
    Panikprogrammen von allen guten Geistern verlassen!
    Hier hilft nur noch eine Währungsreform, was in dem be-
    reits geschaffenen rechtsfreien ''EU''Raum, auf keine ju-
    ristischen Hindernisse stoßen dürfte. Denn merke: - nicht
    die Auflösung der Eurozone ist eine Katastrophe, sondern
    nur der weitere Verbleib mit dem ESM-Ermächtigungsgesetz
    führt in die Pleite der BRD, welches wahrscheinlich auch noch nach einer Währungsreform Gültigkeit haben wird!

  • NUR EIN PROBLEM

    Eigentlich gibt es nur ein wirkliches Problem: Die politische Führung Europas insgesamt ist KORRUPT und/oder UNFÄHIG und/oder IDEOLOGISCH verblendet.

  • Sie sind ja naiv! Glauben Sie etwa, wir in Deutschland können unsere Altenheime, zumindest die in öffentlicher Trägerschaft, bezahlen, wenn wir mit dem auskommen müssten, was wir einnehmen? Alle Europäer leben über ihre Verhältnisse, die FPIGS mehr, die Anderen weniger

  • Und genau deswegen müssen wir uns gegen den ESM wehren und Zeichen setzen: www.stop-esm.org Nur wir müssen viel mehr werden (nicht vergessen die email innerhalb 24Std. zu bestätigen).

  • Solange sich der zuständige Mann für Korruptionsbekämpfung in GR, öffentlich darüber beschwert,dass er behindert wird und Bestrafungen minimal ausfallen,
    solange in Spanien 2 Flugplätze für über 1 MRD Euro in der Provinz gebaut wurden, die Fussballvereine 750 Millionen Steuern schulden,
    Solange die Staatschefs von Lux, F., I, E, Blair ,Apelboom
    sich benehmen wie Räuber, die verlangen, dass man ihnen die Tür öffne,
    solange will ich von diesem ganzen Pack nichts mehr wissen.

  • Real Madrid, dieser arrogante Verein der sich auch "Die Königlichen" nennt, verfügt offenbar über Milliarden welche er ins Ausland bringt.

    Es ist hier offenbar unbekannt, dass dieser Club der Fußballakrobaten in Emirat Ras Al-Khaimah für rund eine Milliarde ein Luxusresort mit angeschlossenem Vergnügungspark errichtet.

    Spanien hat offenbar, und das gilt auch für die Regierung, genug Geld um dem FC Barcelona, ich glaube es war der, als nicht Fußballfan komme ich da etwas durcheinander, einen 100 Millionen Euro Kredit zu 4% einzuräumen.

  • Zuerst schaffen die Griechen das Geld außer Landes, jetzt die Spanier und die Gelder der Italiener schnüren wohl auch schon ihr Ränzel. Bis unsere deutschen Voll...... von Politikern merken, wo der Hase lang läuft, ist das Geld weg und Deutschland guckt ganz tief in die Röhre. Aber Europa und der Euro müssen unter allen Umständen geretttet werden - das ist wichtig. Ob die Steuerzahler dabei geschröpft werden, ist denen doch sowas von Bums. Da denkt man sich einfach neue Abgaben aus und schon stimmt die Transfer-Kasse wieder.

  • Sie sichern ihr Geld indem sie ausser Landes bringen und ihre Politiker gehen bei uns auf Diebestour. Unsere Politiker geben ihnen freiwillig die Geldbörse, öffnen den Haustresor, aber die Diebe wollen auch noch an die Bankschliessfächer. Da sich Merkel ziert, schreien SPD und Grüne - gib unseren Freunden alles.

  • LV lange gekündigt, alles umgelagert, Kontobestand 200,-
    Mehr geht nicht mehr.
    www.alpenparlament.tv/playlist/120-geld-luegt-gold-ist-ehrlich

  • "dass es keinen unterschied gibt zwischen politik, mafia, banken, industrie, kirche, etc.."

    Dazu gab's jüngst eine erhellende Docu: Ein Amen für die Mafia

    http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/ein-amen-fuer-die-mafia-paten-priester-und-der-vatikan?documentId=7893202

    am Beispiel Siziliens, das nach Montis Aussage pleite ist und auch Hilfsgelder gebrauchen könte.

    Alle Hilfsgelder der EU sind dort in dunklen Kanälen verschwunden, die der Mafia und der Politik.

    Ein sehenswertes Stück europ. Realität!!


Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%